Ausblick Roche: Jahresumsatz von durchschnittlich 50,8 Mrd CHF erwartet

Das Pharmaunternehmen Roche präsentiert am Mittwoch, 01. Februar, die Zahlen zum Geschäftsjahr 2016. Insgesamt haben 20 Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
31.01.2017 13:45
2016
In Mio CHF          AWP-Konsens     2015

Umsatz:
- Gruppe              50'811       48'145            
- Pharma              39'124       37'331          
- Diagnostics         11'468       10'814        

Core EBIT             18'541       17'542       
Core-Reingewinn       12'836       11'837        

In CHF:
Core EPS               14,75        13,49      
DPS                     8,43         8,10      

FOKUS: Wenn Roche Mitte der Woche seine Jahreszahlen vorlegt, dürfte die Zahlen selbst kaum grosse Wellen schlagen. Bei dem Pharmakonzern ist es nach wie vor so, dass die geballte Aufmerksamkeit von Investoren und Analysten der Pipeline gilt. Vor allem die ausstehenden Daten zur APHINITY-Studie hängen nun schon seit geraumer Zeit wie ein Damokles-Schwert über den Aktien und dem Unternehmen. Diese Studie ist so wichtig, weil sie prüft, ob das Krebsmittel Perjeta als mögliche Ablösung für den bisherigen Blockbuster Herceptin taugt.

Darüber hinaus werden Aussagen zu zwei weiten Indikationen interessant sein: Da sind einerseits die Versuchsreihen, in denen Roche zwei Wirkstoffe in der Behandlung von Alzheimer testet. Hier dürften nochmals Fragen aufkommen, nachdem Ely Lilly hier im November einen deutlichen Rückschlag erlitten hatte.

Beim zweiten Thema dreht es sich um das Immun-Therapeutikum Tecentriq, das Roche in Kombination mit einer Chemotherapie in der Behandlung von Lungenkrebs testet. Der US-Konkurrent Merck ist Roche hier zuvorgekommen und hat die Zulassung für seine Kombinationstherapie eingereicht. Dieser Schritt Anfang Januar war auch für Analysten überraschend gekommen.

ZIELE: Das letzte Update zu seinen Zielen hat Roche erst vor knapp drei Wochen gegeben. Da hat der Pharmakonzern an einer Investorenkonferenz der Bank am Bellevue seine Guidance für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 bekräftigt. Demnach soll der Umsatz 2016 zu konstanten Wechselkursen im unteren bis mittleren einstelligen Bereich ansteigen.

Der Kerngewinn je Titel - ebenfalls zu konstanten Wechselkursen - soll derweil etwas stärker wachsen. Roche geht zudem weiter davon aus, dass die Dividende in Schweizer Franken auch für das Jahr 2016 erhöht werden kann, wie aus der Präsentationsunterlagen von CEO Severin Schwan hervorging.

PRO MEMORIA: An dieser Konferenz hatte CEO Schwan selbst auch noch einmal darauf hingewiesen, dass in diesem Jahr die Ergebnisse einiger wichtiger Studien auf dem Programm stehen. Die Daten zur APHINITY-Studie werden noch im Laufe des ersten Quartals erwartet. Im dritten Quartal sollen dann die Resultate der Studien CHROMA und SPECTRI mit Lampalizumab zur Behandlung von geografischer Atrophie und von IMpower 150 mit dem Immun-Therapeutikum Tecentriq bei Lungenkrebs als Erstlinien-Therapie vorliegen. Im letzten Jahresviertel schliesslich zu erwarten seien die Ergebnisse von HAVEN 3 mit Emicizumab bei Hämophilie.

Anders als beim Konkurrenten Novartis, kommt bei Roche das Thema Belastung durch Biosimilars eher in Schüben auf. Aktuell räumen Analysten dem Thema wieder eine grössere Bedeutung bei, da in den kommenden Jahren vor allem für einige der Blockbuster Nachahmer-Produkte auf den Markt kommen werden - in Europa früher als in den USA.

Seit der Vorlage der Quartalszahlen Ende Oktober hatte Roche mit einigen Studiendaten und Nachrichten der US-Gesundheitsbehörde FDA von sich reden gemacht. So haben etwa die detaillierteren Daten der GALLIUM-Studie die Wirksamkeit Gazyvas im Vergleich mit Rituxan in der Behandlung des follikularen Lymphoms untermauert. Auch in der Behandlung von Hämophilie A mit dem Mittel Emicizumab konnte Roche punkten. Mit dem Immun-Therapeutikum Tecentriq wiederum hat der Konzern Kombinations-Studien zur Behandlung von Hautkrebs gestartet.

Das Immun-Therapeutikum bekam zudem in der Behandlung einer weiteren Form von fortgeschrittenem Blasenkrebs eine beschleunigte Prüfung durch die FDA.

Für etwas Unsicherheit sorgte zunächst der verlängerte Prüfungszeitraum für Ocrevus in der Behandlung von Multipler Sklerose. Wegen der Einreichung zusätzlicher Daten über den kommerziellen Herstellungsprozess dauere diese Prüfung nun länger als gedacht. Eine Entscheidung der FDA ist nun für den 28. März angesetzt.

AKTIENKURS: Die Genussscheine von Roche haben zusammen mit den Aktien des Konkurrenten Novartis 2016 hinter den beiden Bank-Aktien die grössten Verluste eingefahren. Unter dem Strich haben die Papiere annähernd 16% verloren. In den ersten Wochen des neuen Jahres lautet die Bilanz aktuell +1,6%.

Website: www.roche.com

hr/an

(AWP)