Ausblick Schindler: Umsatz von 4,83 Mrd CHF erwartet

Der Lift- und Rolltreppenbauer Schindler gibt am Dienstag, 15. August die Resultate für das erste Semester 2017 bekanntgeben. Insgesamt haben acht Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
14.08.2017 14:00
H1 2017E      
(in Mio CHF)              AWP-Konsens   H1 2016A  

Auftragseingang              5'362         5'083     
Umsatz                       4'831         4'645     
EBIT                           557           504     
Konzerngewinn                  404           372     

FOKUS: Analysten gehen davon aus, dass Schindler in der ersten Jahreshälfte spürbar gewachsen ist. Konkret wird gemäss AWP-Konsens mit einem Umsatzplus von 4,0% gerechnet. Beim Bestellungseingang prognostizieren die Experten ebenfalls höhere Werte. "Wir erwarten im 2. Quartal eine Fortsetzung des positiven Trends des 1. Quartals", fasst der ZKB-Analyst die Marktmeinung zusammen.

Die Investoren werden ihr Augenmerk auch auf die Marge richten. So verbesserte sich der Lift- und Rolltreppenhersteller bei der EBIT-Marge (bereinigt) im ersten Quartal auf einen Wert von 11,7%. CFO Erich Ammann warnte bei der Q1-Zahlenpräsentation aber vor zu hohen Erwartungen. So erinnerte er daran, dass die Marge im ersten Quartal üblicherweise relativ hoch sei. Der Grund sei ein vergleichsweise hoher Umsatzanteil des Servicegeschäfts, weil viele Baustellen ruhten und somit weniger Neuinstallationen ausgeliefert würden. In der zweiten Jahreshälfte sei zudem mit etwas Margendruck durch die höheren Rohstoffpreise zu rechnen. Letzteres relativieren allerdings Analysten, weil sie Schindler gut gegen solche Preisschwankungen abgesichert sehen.

Abgesehen davon bleibt China, der mit Abstand wichtigste Markt für neue Lifte und Rolltreppen, das Hauptthema. CEO Thomas Oetterli schätzte für das erste Quartal, dass der dortige Markt für neue Lifte und Rolltreppen um 3-5% geschrumpft sei (gemessen in Einheiten). Auch der Preisdruck halte an, betonte er. Oetterli ging bislang aber stets davon aus, dass sich Schindler in diesem schwierigen Umfeld gut entwickeln könne. Ein Beleg dafür war, dass das Unternehmen im ersten Quartal in China bei der Anzahl verkaufter Einheiten zulegte.

Eine offene Frage ist unter Analysten, ob Schindler die Wachstumsziele für das laufende Jahr erhöhen wird. Ausgeschlossen sei dies nicht, ist von Analysten zu hören. Gespannt sind die Investoren zudem auf die Konzerngewinn-Guidance, die traditionell erst bei der Publikation der Halbjahreszahlen veröffentlicht wird.

ZIELE: Für das gesamte laufende Jahr peilt das Management ein Umsatzwachstum von 3% bis 5% in Lokalwährungen an. Dieses Wachstum soll in einem stagnierenden Markt für Neuanlagen erzielt werden, wurde betont.

PRO MEMORIA: Ende Juni kündigte Schindler den Kauf des deutschen Familienunternehmens Dralle Aufzüge GmbH & Co. an. Dralle fertigt, installiert, modernisiert und wartet Lifte seit fast 50 Jahren. Das Unternehmen aus Bielefeld beschäftigt über 90 Mitarbeiter. Die finanziellen Details blieben geheim.

Mitte Juni gab Schindler einen Wechsel in der Geschäftsleitung bekannt. Julio Arce ersetzte im 13-köpfigen Gremium Albert Haffert, der pensioniert wurde. Arce war davor Leiter von Schindler Iberia und übernahm nun die Verantwortung für "Field Quality & Excellence".

Ende Mai publizierte das Unternehmen, dass es seine Beteiligung am IT-Grosshändler Also praktisch vollständig abgebaut habe. Mitte Mai hatte Schindler bereits die meldepflichtige Schwelle von 3% der Also-Aktien unterschritten, im Februar die Schwelle von 5%.

AKTIENKURS: Die Partizipationsscheine von Schindler haben am letzten Montag bei 215,80 CHF ein neues (Intraday-)Allzeithoch markiert. Aktuell notieren sie wieder etwas unter diesem Niveau (Freitag 11 Uhr: 204,90 CHF)

Homepage: www.schindler.ch

yl/rw

(AWP)