Ausblick Sika: Halbjahresgewinn von durchschnittlich 232,1 Mio CHF erwartet

Zürich (awp) - Der Spezialitätenchemie-Hersteller Sika publiziert am Freitag, 29. Juli, die Zahlen zum ersten Halbjahr 2016. Insgesamt neun Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.
28.07.2016 14:04
H1 2016
(in Mio CHF)     AWP-Konsens     H1 2015

Umsatz             2'780          2'625           
EBIT               330,0          288,6          
Konzerngewinn      232,1          197,3          

FOKUS: Sika wird Analysten zufolge auch für das zweite Quartal 2016 einen gewohnt guten Abschluss präsentieren. Das Wachstum sollte in erster Linie aus der Konzernregion Nordamerika stammen, gefolgt von Lateinamerika und Europa. Das Geschäft in Asien/Pazifik dürften indes erneut unter einer schwachen Entwicklung in China gelitten haben.

Da Sika die Schlagzahl in Sachen Übernahmen deutlich gesenkt hat, kommen kaum Akquisitionseffekte hinzu. Von Interesse für die Experten wären Aussagen zu möglichen Akquisitionszielen, wurde doch im bisherigen Jahresverlauf erst eine kleine Übernahme in den USA getätigt. Dafür aber hat die Gesellschaft zuletzt viele neue Fabriken rund um den Globus eröffnet, was das organische Wachstum stütze.

Mit Blick auf die Profitabilität habe Sika wohl erneut von den tiefen Rohstoffpreisen und einer guten Auslastung der Anlagen profitiert; die Experten gehen daher von einer neuerlichen Ausweitung der Margen aus.

ZIELE: Für 2016 verspricht Sika ein Umsatzwachstum von 6 bis 8% bei konstanten Wechselkursen und eine leichte Verbesserung der Margen. Diese Ziele dürften beim Halbjahresausweis bestätigt werden.

Für 2016 rechnet Sika mit einem Umsatzwachstum von 6-8% und einer überproportionalen Steigerung der Margen. Ferner sollen im laufenden Jahr sechs bis acht neue Fabriken und drei bis vier Ländergesellschaften eröffnet werden. Erhöht wurden bereits zu Jahresbeginn die Vorgaben der "Strategie 2018". Neu wird bis zum genannten Jahr eine EBIT-Marge von 12-14% und ein Operativer Freier Cash Flow von über 8% angestrebt.

PRO MEMORIA: Sika verstärkte am 1. April sein Nordamerikageschäft und übernahm die US-Firma L.M. Scofield. Das Unternehmen sei der amerikanische Marktführer im Bereich Farbzusatzstoffe für Transportbeton sowie dekorative Produkte und Lösungen für die Betonsanierung. Im Jahr 2015 habe Scofield einen Umsatz von 17 Mio CHF erzielt.

Sika war zuletzt sehr aktiv, um das organische Wachstum zu verstärken. So wurde im Berichtsquartal in Thailand eine neue Fabrik für Mörtel und Betonzusatzmittel eröffnet, in Ecuador eine Mörtelfabrik in Betrieb genommen und in Nicaragua eine neue Ländergesellschaft gegründet und in Australien eine neue Fabrik für Betonzusatzmittel und synthetische Fasern in Betrieb genommen.

In der "Sache Saint-Gobain" ist am Freitag kaum mit Neuigkeiten zu rechnen. Als nächsten Termin sollten sich die Investoren den 14. September in ihrer Agenda vermerken; dann wird das Zuger Kantonsgericht ein Hearing zur Anwendung der Vinkulierung der Stimmrechte der verkaufswilligen Familie Burkard an der Generalversammlung abhalten.

Ist eine der beiden Parteien mit dem erstinstanzlichen Entscheid nicht zufrieden - und davon ist mit Sicherheit auszugehen - kann es hernach zwei bis drei Jahre dauern, bis die Bundesrichter in Lausanne zu einem Urteilsspruch kommen. Eigentlich wollten die Franzosen den Deal im zweiten Semester 2015 unter Dach und Fach bringen.

AKTIENKURS: Die Sika-Aktien haben im laufenden Jahr bis dato etwa 20% dazugewonnen und damit deutlich besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt SPI, der seit Anfang Jahr etwa 2% verloren hat. Die Titel werden mittlerweile schon fast wieder auf einem Niveau gehandelt, das Analysten Sika als unabhängiges Unternehmen zutrauen würden. Im Markt preise man also einen Sieg des Sika-Verwaltungsrates schon zu einem guten Teil ein, heisst es.

Website: www.sika.com

ra/hr

(AWP)