Ausblick Swiss Life: Halbjahresgewinn von 510 Mio CHF erwartet

Der Versicherer Swiss Life veröffentlicht am Mittwoch, 16. August die Ergebnisse zum ersten Semester 2017. Insgesamt haben vier Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
15.08.2017 14:00
H1 2017E      
(in Mio CHF)      AWP-Konsens          H1 2016A  

Betriebsgewinn         756                  729 
Reingewinn             510                  500  


Per 30.06.2017
(in Mio CHF)      AWP-Konsens    Per 31.12.2016

Eigenkapital        13'870               14'396 

FOKUS: Analysten rechnen mit einer insgesamt soliden Geschäftsentwicklung bei Swiss Life im ersten Halbjahr. Mit Blick auf die Strategie "Swiss Life 2018" sei mit weiteren Fortschritten zu rechnen, während die Einnahmen wegen der tiefen Zinsen wohl weiterhin nur schleppend entwickelt hätten, heisst es etwa bei der ZKB. Insbesondere in der Kollektivlebensversicherung wird das Wachstum bewusst gedrosselt, wogegen die Gruppe im Kommissionsgeschäft - z.B. in der Vermögensverwaltung - wächst. Das Ziel der Swiss Life ist es, so die Zinsabhängigkeit zu reduzieren und die Gewinnqualität zu verbessern.

ZIELE: Die Swiss Life orientiert sich nach wie vor an den im Rahmen des Strategieprogramms "Swiss Life 2018" gesetzten Zielen. Die Kostenbasis soll bis dahin um 100 Mio CHF reduziert werden, wovon bis Ende März bereits 64% implementiert wurden. Weiter strebt die Swiss Life eine um nicht realisierte Kapitalgewinne bereinigte Eigenkapitalrendite in der Bandbreite von 8% bis 10% an.

Auch in Sachen Dividende gibt die Gruppe ein Ziel vor. Die Ausschüttungsquote soll nämlich im Bereich der Zielbandbreite von 30 bis 50% laufend gesteigert werden. Im Jahr 2016 betrug die Quote 38%.

PRO MEMORIA: Einem Zeitungsbericht der spanischen Wirtschaftszeitung "Expansion" zufolge, plant die Swiss Life den Kauf von Büroflächen in Spanien. Swiss Life beabsichtige, vom Immobilienunternehmen Hispania den Bereich Bürogebäude mit einer Gesamtfläche von rund 182'000 m2 zu einem Preis von rund 510 Mio EUR zu erwerben, schrieb die Zeitung vor einer Woche.

Im Kollektivlebengeschäft hat die Swiss Life im Jahr 2016 nicht in allen Bereichen an das Vorjahreswachstum anschliessen können. Zwar verzeichnete die Gesellschaft sowohl bei Anzahl der Verträgen als auch bei den teilautonomen Lösungen einen weiteren Zuwachs, die Prämieneinnahmen bildeten sich im BVG-Geschäft indes zurück. Sie sanken aufgrund einer selektiveren Zeichnungspolitik um 5,9% auf 8,18 Mrd CHF, wie aus der im Mai präsentierten Betriebsrechnung Kollektivleben Schweiz. Zur langfristigen Sicherung der Leistungsversprechen wurden die technischen Rückstellungen um 430 Mio CHF erhöht.

Auf Gruppenebene verzeichnete die Swiss Life im ersten Quartal 2017 einen Volumenrückgang um 2% auf 6,54 Mrd CHF. In Lokalwährungen nahm das Geschäftsvolumen um 1% ab. Die Swiss Life hat mit Blick auf die sehr tiefen Zinsen das Zeichnen von Geschäft in der beruflichen Vorsorge bewusst gedrosselt, wie es Mitte Mai in der Berichterstattung zum ersten Quartal hiess.

Demgegenüber nahmen die Kommissions- und Gebührenerträge in den ersten drei Monaten um 3% (+5% in LW) auf 340 Mio CHF zu. In diesem weniger kapitalintensiven und von den tiefen Zinsen belasteten Geschäft will das Unternehmen gezielt wachsen; unter anderem in der Anlage-, Immobilien- oder auch der Pensionskassen-Beratung. Das Geschäft soll bis Ende 2018 zwischen 400 bis 450 Mio zum Betriebsergebnis der Gruppe beisteuern. Im Jahr 2016 waren es bereits knapp 400 Mio.

AKTIENKURS: An der Börse blicken die Swiss Life-Papiere auf einen gut einjährigen Steigerungslauf zurück, der den Kurs von rund 210 CHF bis auf aktuell über 350 CHF geführt. Die Aussicht auf Profitabilitätssteigerungen und den damit verbunden höheren Dividenden prägt die Kursentwicklung. Zuletzt ist die Aktie jedoch mit Blick auf die Konsolidierung am Gesamtmarkt vom Mehrjahreshoch bei 363,50 CHF zurückgenommen worden.

Hompage: www.swisslife.com

jl/an/mk

(AWP)