Ausblick Swiss Life: Jahresgewinn von 1,20 Milliarden Franken erwartet

Das Versicherungsunternehmen Swiss Life publiziert am Freitag, 28. Februar, die Resultate zum Geschäftsjahr 2019. Zum AWP-Konsens haben insgesamt neun Analysten beigetragen.
27.02.2020 14:00
2019E 
(in Mio Fr.)           AWP-Konsens        2018A  

Betriebsergebnis          1'615           1'553 
Reingewinn                1'196           1'080 


31.12.2019E
(in Mrd Fr.)           AWP-Konsens    31.12.18A 

Eigenkapital               16,3            14,5  


(in Fr.)                                  2018A

Dividende je Aktie        19,08           16,50 

FOKUS: Die Swiss Life dürfte für 2019 ein solides Kennzahlenset vorlegen, wobei der starke Anstieg im Geschäftsvolumen ins Auge stechen dürfte. Dies ist soweit bekannt, da mit dem Ausstieg des grössten Konkurrenten Axa aus dem Geschäft mit Vollversicherungen bereits Anfang 2019 viele Axa-Kunden zur Swiss Life wechselten. So hat sich das Volumen im BVG-Geschäft aufgebläht. Für 2020 ist mit dem Wegfall des Sondereffekts von einem Volumenrückgang auszugehen.

Von der erwarteten Gewinnsteigerung werden die Aktionäre der Swiss Life profitieren. Die Swiss Life hat die Ausschüttungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und dürfte in diesem Jahr noch mehr an Dividende bezahlen. Es wird am Markt sogar mit einer Sonderausschüttung in Form einer zusätzlichen Dividende gerechnet. Schliesslich stützte die Auflösung von Steuerrückstellungen als Folge der kantonalen Reformen den Gewinn zusätzlich wohl mit rund 30 Millionen Franken.

ZIELE: Die Swiss Life orientiert sich an den für die Periode 2019 bis 2021 gesetzten Zielen. Dabei will die Gruppe das gebührenbasierte Geschäft in erster Linie organisch weiter ausbauen. Bis 2021 soll dieses Geschäft 600 bis 650 Millionen Franken zum operativen Ergebnis der Gruppe beisteuern. Im Jahr 2018 waren es 488 Millionen.

In der Vermögensverwaltung mit Drittkunden wie Pensionskassen, Banken etc. (TPAM) strebt die Swiss Life bis 2021 verwaltete Vermögen in Höhe von rund 100 Milliarden Franken an. Da stand die Gruppe im vergangenen Jahr nach neun Monaten bei knapp 80 Milliarden. Es ist also noch ein weiter Weg. Derweil wird bei der Eigenkapitalrendite langfristig ein Zielbereich von 8 bis 10 Prozent anvisiert.

PRO MEMORIA: Zu reden gab 2019 die Schliessung der Manor-Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse. Manor und die Vermieterin Swiss Life konnten sich nach einer lang andauernden Auseinandersetzung nicht auf für beide Seiten vertretbare Mietbedingungen einigen. Die Manor-Filiale an der Zürcher Einkaufsmeile schloss schliesslich Ende Januar die Tore.

Künftig will Swiss Life rund 100 Millionen Franken in das Gebäude an der Zürcher Bahnhofstrasse 77 investieren. Das neue Nutzungskonzept sieht vom ersten Untergeschoss bis zum ersten Obergeschoss Ladenmietflächen vor. Ab dem zweiten bis zum fünften Obergeschoss sind Büros vorgesehen. Wohnungen sind keine geplant.

Nach neun Monaten wies die Swiss Life ein Prämienvolumen in Höhe von 18,0 Milliarden Franken aus. Das war beinahe ein Viertel mehr als im letzten Jahr. Stark zulegen konnte man am Heimmarkt, wo die Einnahmen um 48 Prozent auf 11,6 Milliarden nach oben schnellten.

Der Grund für das Wachstum ist bekannt: Seit Jahresbeginn profitiert der Branchenprimus im Kollektivlebengeschäft davon, dass die Nummer Zwei, die Axa, aus der Vollversicherung ausgestiegen ist. Die Axa hatte diesen Schritt mit Renditebedenken begründet. In den teilautonomen BVG-Lösungen überträgt sie das Anlagerisiko auf die Kunden.

Im Dezember hat die Swiss Life ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Franken abgeschlossen. Finanzchef Matthias Aellig liess im November bei der Vorlage von Neunmonatszahlen offen, ob in Zukunft ein weiteres Programm lanciert wird. Das beendete Programm diente in erster Linie dazu, einen aus der Umwandlung einer Wandelanleihe entstandenen Verwässerungseffekt aufzufangen.

Im Oktober hat Swiss Life den Investment Manager Fontavis AG erworben. Damit baue Swiss Life Asset Managers ihre Position im Infrastrukturmarkt aus und ermögliche institutionellen Investoren Zugang zu nachhaltigen Anlagen im Energie- und Infrastruktursektor, hiess es. Fontavis verwaltet drei Clean Energy Infrastruktur-Fonds mit Kapitalzusagen von insgesamt über 1 Milliarde Franken (per Ende September).

AKTIENKURS: Die Aktien von Swiss Life blicken insbesondere dank der Aussicht auf höhere Ausschüttungen auf ein erfolgreiches Börsenjahr 2019 mit einem Kursanstieg von knapp 30 Prozent. Im Jahr 2020 leiden auch die Swiss Life-Titel unter dem durch Corona-Sorgen verursachten Vorsicht unter den Anlegern. Seit Jahresbeginn haben die Papiere rund 5 Prozent eingebüsst.

Hompage: www.swisslife.com

yl/jl/mk

(AWP)