Ausblick Swiss Life: Neue Ziele am Investorentag - Kapitalmanagement im Fokus

Die Swiss Life wird am Donnerstag (29.11.) am Investorentreffen in Zürich aufzeigen, in welche Richtung sie das Geschäft in den kommenden Jahren lenken will. Ein kompletter Kurswechsel wird nicht erwartet. Der Lebensversicherer dürfte aber die Ausschüttungspolitik künftig attraktiver gestalten.
28.11.2018 14:00

Die neue Strategieperiode wird wie die letzte auf drei Jahre, also von 2019 bis 2021, ausgelegt sein. Das liess das Management um Gruppenchef Patrick Frost während des Jahres mehrmals durchblicken. Georg Marti von der ZKB geht davon aus, dass das neue Zielset ambitiös sein wird und weitere massgebliche Geschäftsfortschritte erzielt erreicht werden sollen.

Keine Kehrtwende erwartet

Eine Neuorientierung wird es aber nicht geben, auch darauf hat das Management in den vergangenen Monaten mehrfach hingewiesen. Die Swiss Life wird sich auf Bisheriges abstützen, was im Kern die Verlagerung weg von traditionellen Lebensversicherungen hin zu modernen Produkten und gebührenbasiertem Geschäft bedeutet, wofür weniger Kapital bereitgestellt werden muss. Und im Geschäft mit der Beruflichen Vorsorge hatte sich Marktführer Swiss Life nach dem auf Anfang 2019 angekündigten Ausstiegs der Nummer Zwei Axa Schweiz zum Angebot der Vollversicherung bekannt.

Von Investorenseite her dürfe man insbesondere auf die neuen Vorgaben zum Asset-Management für Drittkunden gespannt sein, wo die Swiss Life Vermögen etwa von Pensionskassen, Anlagestiftungen oder Privaten verwaltet, heisst es bei der ZKB weiter. So könnte die Gruppe ein Geldziel von 90 Milliarden Franken anpeilen, was einem jährlichen Wachstum der Vermögen von 6,5 bis 7,0 Milliarden entsprechen würde.

Höhere Dividendenquote

Bezüglich der Kapitalbewirtschaftung rechnet Georg Marti damit, dass die Swiss Life ihr Dividendenversprechen ausweiten wird auf eine Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent. Bislang hatte man 30 bis 50 Prozent des Gewinns ausgeschüttet. Dabei seien auch weitere Gewinnverbesserungen zu erwarten, nicht zuletzt dank eines stärkeren Kommissionsgeschäfts und weil die Kosten weiter gesenkt werden dürften. Das bis Ende Jahr laufende Programm über 100 Millionen Franken hat die Swiss Life bereits erfüllt.

Zudem könnte die Swiss Life laut Marti ein Aktienrückkaufprogramm ankündigen, welches die Verwässerung ausgleichen soll, die durch die vorzeitige Rückzahlung der Wandelanleihe im Jahre 2017 entstanden war. Dadurch waren im letzten Jahr 2,142 Millionen neue Aktien hinzugekommen, womit sich die Gesamtzahl der Aktien um rund 6,7 Prozent erhöht hat.

Auch Daniel Bischof von Baader Helvea rechnet mit der Ankündigung eines Aktienrückkaufs. Dieser könnte allenfalls ein Volumen von 500 Millionen Franken umfassen. Und in Sachen Dividendenquote geht auch er von einer Bandbreite aus, in der ein Mittelwert von 50 Prozent angestrebt werden dürfte.

Moderate Bewertung

An der Börse sehen die meisten Analysten für die Swiss-Life-Aktie weiteres Steigerungspotenzial. Bei der ZKB, Baader Helvea, Vontobel, Kepler oder auch der UBS werden die Titel als kaufenswert erachtet. Die Aktie sei weiterhin moderat bewertet, obwohl seit Restrukturierungsbeginn im Jahr 2009 laufend gute Fortschritte erzielt worden seien und die Aktie an Wert gewonnen habe, schrieb Marti.

Seit Jahresbeginn legten Swiss Life an der Börse um rund 10 Prozent zu, während die meisten Blue Chips und damit auch der SPI eine negative Jahresperformance aufweisen.

mk/cf

(AWP)