Ausblick UBS: Quartalsergebnis von durchschnittlich 938 Mio CHF erwartet

Die UBS veröffentlicht am Freitag, 28.Juli, das Geschäftsergebnis zum zweiten Quartal 2017. Zum AWP-Konsens haben insgesamt sieben Analysten beigetragen.
27.07.2017 14:00
Q2 17
(in Mio CHF)           AWP-Konsens     Q1 17   Q2 16

Geschäftsertrag           7'237        7'532   7'404     
Konzernergebnis             938        1'269   1'034      

Gewinn vor Steuern:                                
- Konzern                 1'343        1'690   1'489     
- Investment Bank           407          480     284      
- Wealth Management (WM)    658          639     518     
- WM Americas               353          301     237      

FOKUS: Das Berichtsquartal dürfte aufgrund der bereits bekannten Zahlen von anderen (US)-Banken bzw. von Aussagen des Managements während des Quartals eher mässig ausgefallen sein. Die UBS selber hat sich zuletzt am 8. Juni auf einer Branchenveranstaltung zum Geschäftsgang geäussert. Sie habe damals trotz verbessertem Anlagevertrauen der Kunden und hohen Kundenvermögen ein verhaltenes Bild gezeichnet in Bezug auf die Erträge, heisst es in einer Vorschau der ZKB. Sie habe etwa auch die geringe Volatilität erwähnt, welche das Ergebnis beeinträchtigen könnte. Die US-Investmentbanken haben derweil für das zweite Quartal einen Rückgang des Handelsertrages von 10-15% vermeldet.

Da sich die UBS vor einiger Zeit bekanntlich klar auf die Vermögensverwaltung konzentriert hat, stehen die Resultate der Kernsparte entsprechend unter Beobachtung. Hier sind die Bruttomargen schon seit längerer Zeit unter Druck, wobei die UBS seit ein paar Quartalen die Entwicklung der Nettomarge in den Vordergrund gerückt hat. Zumindest diese hat sich in den letzten Quartalen bei rund 20 Basispunkten stabilisiert, im letzten Quartal war sie gegenüber dem Quartal davor gar um 3 BP angestiegen.

Stark im Fokus bleibt im Markt - wie bei allen Grossbanken - auch die Kostenseite (siehe auch Rubrik PRO MEMORIA). Sie sei für die Ergebnisverbesserung derzeit gar wichtiger als die Ertragsentwicklung, heisst es zum Teil im Markt. Die Bank Vontobel etwa erwartet für das Quartal eine adjustierte Cost-/Income-Ratio von 76,5%. Für die nächsten Quartale seien diesbezüglich zwar weitere Verbesserungen zu erwarten, der zuständige Analyst geht aber nicht davon aus, dass die UBS ihr diesbezügliches Ziel von 60-70% in der vorhersebaren Zukunft erreichen wird.

Wie immer sind auch Restrukturierungskosten ein Thema. Insgesamt rechnen Analysten im Durchschnitt mit Restrukturierungskosten im Quartal von 319 Mio CHF (nach ausgewiesenen 244 Mio im ersten Quartal). Und im Fokus ist auch immer die Entwicklung bei den Rechtsfällen (siehe PRO MEMORIA). Hier gehen Analysten im Durchschnitt von zusätzlichen Rückstellungen von 244 Mio CHF aus (Q1: 33 Mio CHF).

ZIELE: Die Ziele für die Gruppe lauten aktuell (Bandbreiten für nachhaltige Performance über den Zyklus):

. Kostenreduktionsziel von 2,1 Mrd CHF bis Ende 2017 (im Vergleich zu 2013)
. Bereinigtes Aufwand-Ertrags-Verhältnis: 60%-70%
. Bereinigte Rendite auf Eigenkapital abzüglich Goodwill und anderer 
  immaterieller Vermögenswerte (RoTE): Ziel >15%
. CET1-Quote (Basel III; vollständig umgesetzt): mindestens 13%
. RWA* (vollständig umgesetzt): kurz- bis mittelfristig
  rund 250 Mrd CHF erwartet
. LRD* (Basel III; vollständig umgesetzt): kurz- bis mittelfristig 
  rund 950 Mrd CHF erwartet

*auf Basis bekannter Finma-Multiplikatoren und Veränderungen der Methodik für 
 RWA und unter Annahme normalisierter Marktbedingungen für RWA und LRD

PRO MEMORIA:

EINSPARUNGEN: Im anhaltend herausfordernden Umfeld für Banken sind Kosteneinsparungen auch für die UBS eine permanente Notwendigkeit. Bis Ende 2017 will die Bank gemäss früheren Angaben Nettoeinsparungen von 2,1 Mrd CHF (im Vgl. zur Kostenbasis 2013) erzielen. Per Ende März 2017 war sie bei 1,7 Mrd (+100 Mio gegenüber Ende 2016).

In diesem Zusammenhang setzt die UBS auch in der Schweiz auf eine Standortpolitik der "massvollen Regionalisierung". Bankangestellte ohne Kundenkontakt werden künftig vermehrt in mittelgrossen Schweizer Städten arbeiten, etwa in Biel, Schaffhausen oder Renens. Im Mai etwa wurde der Mietvertrag für ein ehemaliges Swisscom-Gebäude in Biel unterschrieben. Dort sollen Ende 2018 oder Anfang 2019 die ersten UBS-Mitarbeitenden einziehen. Das Gebäude bietet Platz für bis zu 600 Angestellte.

Die Idee einer Schweizer Superbank für die Verwaltung und Abwicklung scheint allerdings gescheitert. Im letzten Jahr hatten sowohl die UBS als auch die CS die anderen Banken zur Zusammenarbeit aufgerufen. Laut der Finanzdienstleisterin SIX ist die Umsetzung einer Superbank aber unrealistisch. Die SIX analysierte eine mögliche Umsetzung für ihre 130 Besitzerbanken. "Wir haben festgestellt, dass die Banken sehr unterschiedliche Prioritäten, Systeme und Timings haben, weshalb es schlicht zu schwierig war, einen gemeinsamen Nenner zu finden", sagte jüngst ein SIX-Sprecher zu einem entsprechend Medien-Bericht.

KAPITALQUOTE: Die Bank will bekanntlich eine der bestkapitalisierten Banken weltweit sein. Entsprechend interessieren die erreichten Kapitalquoten jeweils besonders, zumal die Dividendenausschüttung zum Teil davon abhängig ist. Per Ende März 2017 lag die harte Kernkapitalquote (CET1, vollständig umgesetzt) bei 14,1%, die CET1-Leverage Ratio (ebenfalls vollst. umgesetzt) bei 3,55%.

BETEILIGUNG: Der Singapurer Staatsfonds GIC hat seine Beteiligung an der UBS Mitte Mai markant abgebaut und hielt per 16.5. noch 2,7% an der UBS. GIC war zu einem frühen Stadium der Finanzkrise - gegen Ende 2007 - bei der UBS eingestiegen und hatte damals eine Zwangsanleihe gezeichnet und einen Anteil von 9% an der UBS gemeldet. GIC hat mit der UBS-Beteiligung einen deutlichen Verlust erlitten.

RECHTLICHES: Die UBS hat vor einigen Wochen einen Rechtsstreit wegen fauler Immobilienkredite endgültig beigelegt. Die Grossbank zahlte im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von zwei Genossenschaftsbanken 445 Mio USD an die National Credit Union Administration (NCUA), wie die US-Behörde damals mitteilte. Die NCUA warf der UBS vor, die beiden Genossenschaftsbanken über Risiken von hypothekenbasierten Wertpapieren im Volumen von 1,15 Mrd USD in die Irre geführt zu haben. Damit hat die UBS eine weitere Altlast beiseite legen können, weitere (Frankreich etc.) dürften folgen.

AKTIENKURS: Die UBS-Aktie notiert aktuell bei 17,32 CHF (Stand Mittwoch 13.00 Uhr) und damit 8,6% höher als Ende 2016 (CS +9,2%). Dank dem relativ steilen Anstieg seit Anfang Juni ist der Rückstand gegenüber dem Gesamtmarkt (SPI +14%) etwas geringer geworden. Das Jahrestief von 15,11 CHF stammt vom 27. März, das bisherige Jahreshoch ist mit 17,49 noch etwas höher als der aktuelle Kurs und wurde am 26. Januar bzw. ein Tag vor der Bekanntgabe des Jahresergebnisses 2016 erreicht.

Homepage: www.ubs.com

yl/uh

(AWP)