Ausblick Vifor: Halbjahresumsatz von durchschnittlich 646,5 Mio CHF erwartet

Der Pharmakonzern Vifor wird am Dienstag, 8. August die Zahlen zum ersten Semester 2017 vorlegen. Insgesamt haben fünf Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
07.08.2017 18:46
H1 2017E
(in Mio CHF)        AWP-Konsens         H1 2016A

Umsatz                646,5              550,6
EBIT                   52,4              185,2

FOKUS: Erst im April wurde die ehemalige Galenica in die beiden unabhängigen Geschäfte aufgeteilt, so dass der anstehende Halbjahresbericht Premiere für beide ist - Vifor und die seit April gelistete Galenica. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Zahlen der beiden Geschäftsbereiche teilweise separat ausgewiesen, für den Gewinn ist allerdings kein pro forma-Wert bekannt. Analysten erwarten zwar, dass der Vifor-Umsatz ein klares Plus aufweist, hingegen dürfte der EBIT durch hohe Investitionen in die Produktentwicklung gekennzeichnet sein.

Was die Gewinnschätzungen betrifft, so merken selbst Analysten wie etwa bei Kepler an, dass sie hier eher im Dunklen stochern. Viel hänge davon ab, wie die künftigen Kosten verteilt würden, heisst es weiter.

ZIELE: Im Zuge der Bekanntgabe der IPO-Pläne im März wurden auch separate Ziele für beide Unternehmenssegmente ausgelobt. Die Pharmasparte Vifor gilt als die Wachstumssparte unter den beiden Geschäften. Für das laufende Jahr hatte Vifor ein Umsatzplus im höheren einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Längerfristig dürften die Umsätze bis 2020 die Schwelle von 2 Mrd CHF knacken, zeigte sich das Management seinerzeit zuversichtlich.

Gleichzeitig verspricht Vifor trotz hoher Investitionen eine Dividende von unverändert 20 CHF für die Jahre 2018 und 2019. In den Jahren danach sollen mehr als 35% des Gewinns ausgeschüttet werden.

PRO MEMORIA: Für Vifor wichtig war zuletzt die Zulassung für den Kaliumbinder Veltassa in der EU. Nachdem der Ausschuss für Humanartzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) im Mai bereits eine Zulassungsempfehlung gegeben hatte, kam die endgültige Entscheidung zwar nicht ganz überraschend, wichtig für die weitere Entwicklung ist sie dennoch.

Veltassa war im vergangenen Jahr mit dem Kauf des US-Unternehmens Relypsa zum Berner Unternehmen gestossen. Das Medikament war bereits im Oktober 2015 in den USA zur Behandlung von Hyperkaliämie zugelassen worden. Nebst der EU prüfen die Behörden in der Schweiz und Australien Zulassungsanträge. Und es sollen weitere Länder weltweit folgen.

Nicht zuletzt, um den Absatz des Mittels zu steigern, hat Vifor ein 850 Mio CHF schweres Investitionsprogramm "Milestone 2020" gestartet. Mit Hilfe des Programms soll das Wachstum der gesamten Pharmasparte vorangetrieben werden. Allerdings sollen allein 600 Mio für die US-Markteinführung von Veltassa aufgewendet werden. Weitere 100 Mio kostet die Einführung des Produkts in Europa.

Die restlichen 150 Mio des 850-Mio-Pakets fliessen in die Entwicklung von Rayaldee gegen Vitaminmangel und in die Marktentwicklung des Eisenpräparats Ferinject und des Phosphatbinders Velphoro.

Darüber hinaus laufen derzeit verschiedene Studien mit dem Eisenpräparat Ferinject. Wie es zuletzt hiess, deuten weitere Analysen der bereits existierenden Daten darauf hin, dass das Mittel einen positiven Einfluss auf Erkrankungs- und die Sterblichkeitsrate bei Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz haben könnte.

AKTIENKURS: Die bisherige Jahresbilanz für Vifor-Aktien sieht mit einem Minus von guten 10% mager aus. Der Gesamtmarkt (SPI) hat in dieser Zeit um 16,0% hinzugewonnen.

Homepage: www.viforpharma.com

hr/dm

(AWP)