Ausblick Vifor Pharma: Jahres-EBITDA von 269 Mio CHF erwartet

Der Pharmakonzern Vifor Pharma legt am Donnerstag, 15. August, die Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2017 vor. Insgesamt haben sieben Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
14.03.2018 14:20
2017E
(in Mio CHF)         AWP-Konsens     2016A*  

Umsatz                  1'340        1'167       
EBITDA                  269,0        330,9       
EBIT                    128,5        245,2       

(in CHF)
Dividende/Aktie          2,00          -         

* Vorjahreszahlen wie im Geschäftsbericht 2016 für Vifor ausgewiesen

FOKUS: Es ist der erste Jahresabschluss, den Vifor als eigenständiges Unternehmen vorlegt. Die ehemalige Galenica war im April vergangenen Jahres in die beiden unabhängigen Geschäfte aufgeteilt worden. Wenn das Unternehmen über den Geschäftsverlauf berichtet, werden Investoren vor allem wissen wollen, wie sich der Hoffnungsträger Veltassa entwickelt hat.

Immerhin zeigte sich die Anlegergemeinschaft zuletzt verunsichert duch Nachrichten zum Kaliumbinder ZS-9 in den USA. So hatte AstraZeneca mitgeteilt, der erneut eingereichte Zulassungsantrag für ZS-9 sei von der US-Gesundheitsbehörde FDA akzeptiert worden. ZS-9 gilt als möglicher Konkurrent für Veltassa. Wird ZS-9 zugelassen, könnten sich die Absatzerwartungen für Veltassa als zu optimistisch erweisen.

Neben Veltassa werden Anleger auch auf Ferinject und Mircera schauen. Das Eisenpräparat Ferinject ist zwar bereits auf dem Markt, wird aber derzeit auch in verschiedenen Projekten bei Herz-Patienten getestet.

ZIELE: Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im August hatte Vifor seinen Ausblick für das Wachstum beim Umsatz und EBITDA für das Gesamtjahr erhöht. Für beide Werte hatte Vifor neu ein Wachstum von mehr als 10% in Aussicht gestellt. Die mittelfristigen Ziele hatte das Unternehmen dagegen bestätigt. So soll im Rahmen der "Milestone 2020"-Strategie der Nettoumsatz im Jahr 2020 die Marke von 2 Mrd CHF überschreiten und der EBITDA soll bis dahin einen hohen dreistelligen Millionenbetrag erreicht haben.

Um diese Ziele zu erfüllen, werde sich Vifor auf drei Eckpfeiler fokussieren, kündigte Vifor-Executive Chairman Etienne Jornod im August im Interview mit AWP an. Zwei dieser drei Wachstumspfeiler seien Veltassa und Ferinject, die in den kommenden Jahren als Blockbuster etabliert werden sollen. Der dritte Pfeiler sei das gemeinsame Unternehmen mit Fresenius Medical Care, das man weiter vorantreiben wolle.

PRO MEMORIA: Im Herbst konnte Vifor mit einer Lizenzerweiterung mit Roche punkten. Ausgeweitet wurde die Vertriebsvereinbarung für das Mittel Mircera in den USA. Man erhalte dadurch mehr Flexibilität, hiess es.

Einen Schritt weiter ist Vifor zu Beginn 2018 mit dem Medikament Avacopan gekommen. Dabei handelt es sich um ein Mittel von Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma (VFMCRP) und ChemoCentryx. Die Europäische Medikamentenbehörde EMA hat Anfang Januar das Gesuch um eine bedingte Vertriebsgenehmigung (Conditional Marketing Authorization) für das Medikament zur Behandlung von Patienten mit Vaskulitis zur Prüfung zugelassen.

Ebenfalls Anfang Januar hat Vifor in der Schweiz die Zulassung für seinen Hoffnungsträger, den Kaliumbinder Veltassa, erhalten.

Für das Molekül VIT-2763, ein oraler Ferroportin-Inhibitor zur Vorbeugung einer Eisenüberladung, wird Anfang März mit einer Phase-I-Studie in die klinische Entwicklung eintreten. Erste Ergebnisse der Studie hatte Vifor erst kürzlich für die zweite Jahreshälfte 2018 in Aussicht gestellt.

AKTIENKURS: Die Vifor-Aktien hatten seit Jahresbeginn einen sehr guten Lauf. Mit einem Plus von mehr als 10% weisen sie unter den Blue Chips einen der grössten Kursgewinne auf. Der Gesamtmarkt (SPI) hat zeitgleich etwas mehr als 3% verloren.

Homepage: www.viforpharma.com

jl/hr

(AWP)