Ausblick Zurich: Halbjahresgewinn von 1'746 Millionen US-Dollar erwartet

Der Versicherer Zurich Insurance Group gibt am Donnerstag, 9. August, die Ergebnisse zum ersten Semester 2018 bekannt. Insgesamt haben sieben Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
08.08.2018 14:15
H1 2018E      
(in Mio USD)           AWP-Konsens      H1 2017A 

Betriebsgewinn (BOP)      2'247            2'167* 
Reingewinn                1'746            1'503 
Combined Ratio (in %)      97,8             99,5 


Per 30.06.2018
(in Mio USD)                      per 31.12.2017

Eigenkapital             31'301           33'062  

* inkl. Ogden-Belastung

FOKUS: Die Zurich-Gruppe dürfte im ersten Halbjahr weiter vom vor einiger Zeit eingeleiteten Umbau profitieren und ein zum Vorjahr verbessertes Ergebnis ausweisen. Vor allem in Nordamerika baut der Versicherer nicht-profitables Geschäft um. Dämpfend wirkt sich in der Schaden- und Unfallsparte (P&C) die möglicherweise etwas über den Vorjahreswerten liegende Schadenlast aus Naturkatastrophen sowie die für die Restrukturierung eingesetzten Kosten aus. In der Lebensparte und dem Geschäft mit dem US-Partner Farmers rechnen Analysten mit einem klaren Gewinnanstieg.

ZIELE: Der Fokus der Anleger bleibt bei der Zurich weiter auf das bis 2019 laufende Kosteneffizienzprogramm gerichtet. Der Konzern zielt darauf ab, den Kostenblock ausgehend vom Niveau von 2015 um insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar zu reduzieren, wovon bis Ende 2017 bereits 700 Millionen eingespart worden sind. Nun werden weitere Fortschritte erwartet: Im laufenden Jahr soll ein Block in Höhe von 400 Millionen folgen.

Als zentrales Geschäftsziel gilt nebst den Sparbemühungen das Erreichen einer Eigenkapitalrendite auf Basis des operativen Ergebnisses (BOP) von über 12 Prozent, das 2017 zumindest um Sondereffekte bereinigt leicht übertroffen wurde. Im P&C-Geschäft will die Zurich den Schaden-Kostensatz bis 2019 in den Bereich von 95 bis 96 Prozent führen. Eine Stütze dazu bieten nebst Einsparungen auch der in Nordamerika erwartete Preisanstieg.

Ausserdem soll in der Bilanz mit dem eigenen Z-ECM-Kapitalmodell (Zurich Economic Capital Model) ein Wert im Bereich von 100-120 Prozent erzielt werden. Im ersten Quartal lag dieser Wert bei geschätzt 133 Prozent.

PRO MEMORIA: In Deutschland hat die Zurich einige Veränderungen im Management-Team vorgenommen. So wurde Dorothée Appel zur neuen IT- und Digital-Chefin ernannt. Aktuell arbeitet sie noch im IT-Bereich der niederländischen ING Bank und leitet dann ab November das bei der Zurich neu geschaffene Vorstandsressort. Ebenfalls neu ins deutsche Führungskomitee stösst Peter Stockhorst. Er trat als bisheriger Vorstandsvorsitzender der Zurich-Sparte DA Direkt im August die Nachfolge von Norbert Wulff an, der das Unternehmen altershalber verlässt.

In einem Interview in der NZZ gab sich der im April neu gewählte Verwaltungsratspräsident und frühere Swiss-Re-Chef Michel Liès kämpferisch. "Ich bin überzeugt, dass sich in der Versicherungsindustrie weltweit sehr viel ändern wird. Da will die Zurich an der Spitze mitmischen", sagte er im Juni. "Wir haben eine Wachstumsstrategie, die auf die Kunden fokussiert", so Liès. Die Bedürfnisse der Kunden hätten sich verändert. Dabei gehe es um die Digitalisierung, die für Kunden manches vereinfache und die Beziehung mit der Versicherungsgesellschaft fundamental verändere.

Um dem digitalen Wandel besser Rechnung zu tragen, hat die Zurich im Mai die Geschäftseinheit Zurich Insurance Mobile Solutions (ZIMS) gegründet. ZIMS werde sich auf die Erarbeitung von Dienstleistungen für die digitale Welt konzentrieren, so der Versicherer. Geleitet wird die Einheit von Theo Bouts, der Anfang 2018 zur Zurich stiess und davor in den Jahren 2012 bis 2017 den Geschäftsbereich Global Life and Health bei der deutschen Allianz-Gruppe geführt hatte.

Im Mai hatte die Zurich ihr Mitte April 2018 zum Verwässerungsschutz gestartetes, öffentliches Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen. Insgesamt wurden wie geplant 1,74 Millionen Aktien zum Gesamtbetrag von insgesamt 548,2 Millionen Franken zurückgekauft. Die zurückgekauften Titel sollen vernichtet werden. Nebst dem öffentlichen Rückkauf hatte die Zurich auch noch ein nicht-öffentliches Rückkaufprogramm durchgeführt. Da wurden rund 1,5 Millionen Aktien zurückgekauft, um langfristige Entlöhnungsprogramme bedienen zu können.

AKTIENKURS: An der Börse hat sich die Zurich-Aktie wie auch der Gesamtmarkt vom starken Rückgang im Monat Mai etwas erholt. Allerdings hinken die Titel der Markterholung etwas hinterher. Seit Jahresbeginn steht der Kurs von Zurich jedoch leicht im Plus, während der SMI nach wie vor mit rund 2,5 Prozent im Minus liegt.

Homepage: www.zurich.com

jl/mk/yl

(AWP)