Ausblick Zurich Insurance: Halbjahresgewinn von 1'405 Mio USD erw.

Der Versicherer Zurich Insurance Group gibt am Donnerstag, 10. August die Zahlen zum ersten Semester 2017 bekannt. Insgesamt haben sieben Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
09.08.2017 14:15
H1 2017E      
(in Mio USD)           AWP-Konsens      H1 2016A   

Betriebsgewinn (BOP)     2'041            2'194     
Reingewinn               1'405            1'613      
  

FOKUS: Die Zurich dürfte im ersten Halbjahr 2017 verglichen mit der Vorjahresperiode leicht tiefer liegende Ergebnisse ausweisen. Während Analysten für das zweite Quartal eine insgesamt solide Geschäftsentwicklung mit eher tiefen Kosten aus Naturkatastrophen erwarten, hatten im ersten Quartal Reservestärkungen in Grossbritannien im Zusammenhang mit der Einführung des staatlich vorgegebenen Diskontierungssatzes zu bestimmten Personenschäden - der Ogden-Rate - auf das Ergebnis gedrückt.

Im Fokus der Anleger steht nebst den Ergebnissen und den Angaben zur Kapitalsituation, vor allem die laufende Restrukturierung in der Nichtlebensparte und die dort erzielten Fortschritte. Mit weiteren Verbesserungen rechnen die Analysten dank strengeren Richtlinien für das Zeichnen von Versicherungsgeschäft beim Schadensatz. Zudem wirken sich die Sparbemühungen positiv auf den Kostensatz aus. Die Restrukturierung hat aber auch einmalige Kosten zur Folge, die den Gewinn vorläufig schmälern.

ZIELE: Mittelfristig will die Zurich, ausgehend vom Niveau aus dem Jahr 2015, die Kostenbasis bis Ende 2019 um 1,5 Mrd USD senken. Bis Ende März 2017 wurden davon im Verlauf der Restrukturierung 400 Mio erreicht. Weiter strebt die Gruppe bei der Eigenkapitalrendite die Rückkehr über die Marke von 12% an. Im ersten Quartal hatte man dies ohne den Ogden-Effekt und einer Rendite von 12,6% geschafft. Mit dem Ogden-Effekt eingerechnet resultierte ein Wert von 9,5%.

Kapitalseitig belief sich die SST-Quote per 1.1.2017 auf hohe 227%. Das erklärte Ziel der Zurich ist es derweil, mit dem firmeneigenen Kapitalmodell Z-ECM einen Wert im Bereich von 100-120% (Q1: 129%) zu erreichen.

PRO MEMORIA: Die Zurich hat im Juli die Nachfolge an der Spitze des Verwaltungsrates frühzeitig geregelt. An der Generalversammlung vom 4. April 2018 soll der frühere Swiss Re-CEO Michel Liès von den Aktionären in den Verwaltungsrat gewählt werden und das Präsidium übernehmen. Er würde den 72-jährigen Tom de Swaan ablösen, der nach insgesamt zwölf Jahren im Verwaltungsrat nicht mehr zur Wiederwahl antritt.

Anfang Juli wurde die Zurich Gerüchten zufolge zu den drei verbleibenden Kaufinteressenten für das zum Verkauf stehende "Wealth Australia"-Geschäft der Australia & New Zealand Banking Group (AZN) gezählt. Nebst der Zurich haben auch die AIA Group und MetLife die Möglichkeit erhalten, eine vertiefte Due Diligence bei "Wealth Australia" durchzuführen, schrieb die Nachrichtenagentur "Bloomberg" mit Verweis auf mit der Sache vertraute Kreise. Der Preis für das "Wealth Australia"-Geschäft könnte sich auf über 4 Mrd australische Dollar (umgerechnet rund 3,1 Mrd CHF) belaufen.

Nur wenige Tage davor erteilte Zurich-CEO Mario Greco in einem Interview mit dem deutschen "Handelsblatt" eine Absage an allfälligen Grossübernahmen. "Nun, ich kann nur sagen, dass wir keinerlei Interesse an grösseren M&A-Transaktionen haben", antwortete er auf eine entsprechende Frage. Anfang des Jahres hatte es in der Branche grosse Aufregung um die mögliche Übernahme des italienischen Versicherers Generali gegeben. Greco war vor seinem Wechsel zur Zurich CEO der italienischen Versicherungsgruppe.

Mitte Mai hatte die Zurich-Tochter Farmers New World Life mit der Reinsurance Group of America einen grösseren Rückversicherungsvertrag abgeschlossen. Dabei werde beim Rückversicherer ein Teil des geschlossenen Rentenportfolios rückversichert, was Reserven im Umfang von rund 2,3 Mrd USD betreffe, hiess es. Die Transaktion reduziere Geschäftsrisiken und führe den Prozess fort, die Gruppe zu vereinfachen und ausserhalb des Kerngeschäfts Kapital freizusetzen.

AKTIENKURS: An der Börse ist es für die Zurich-Titel, die in erster Linie von der Erwartung auf hohe Dividendenausschüttungen lebt, seit Ende März zumeist nach oben gegangen. Die Aktie kletterte seither von 262 CHF bis an die Marke von 300 CHF heran. Dennoch fällt die Performance seit Jahresbeginn mit gut 6% im Vergleich zum Gesamtmarkt (SMI: +11%) eher bescheiden aus.

Homepage: www.zurich.com

yl/mk

(AWP)