Ausblick Zurich: Jahresgewinn von im Schnitt 3,27 Mrd USD erwartet

Der Finanzdienstleister Zurich Insurance veröffentlicht am Donnerstag, 9. Februar die Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2016. Zum AWP-Konsens haben insgesamt 14 Analysten beigetragen.
08.02.2017 13:56
2016E                   
(in Mio USD)           AWP-Konsens       2015A     

Betriebsgewinn (BOP)       4'481         2'916     
Reingewinn                 3'267         1'842     

(in %)
Combined Ratio              98,2         103,6     


Per 31.12.2016E
(in Mio USD)           AWP-Konsens    30.09.2015   

Eigenkapital              32'127        32'468    

FOKUS: Die Zurich Insurance Group dürfte für das Gesamtjahr solide Zahlen ausweisen, die klar über dem Vorjahr liegen. Der Grund dafür sind hauptsächlich schwache Vorjahreswerte, weil die Gesellschaft damals insbesondere in Nordamerika die Reserven für künftig zu erwartende Schadenszahlungen erhöhen musste, während Grossschäden wie etwa die Explosionen im Hafen der chinesischen Stadt Tianjin die Rechnung stark belastet hatten. Analysten erwarten nun keine negativen Überraschungen - auch nicht vom Erdbeben in Neuseeland oder dem Hurrikan Matthew. Erhofft wird jedoch auf der Kostenseite, dass sich Fortschritte bei der Restrukturierung zumindest andeuten.

Keine Überraschung ist bei der Dividende zu erwarten, nachdem das Management um CEO Mario Greco diesbezüglich am Investorentag im November eindeutig war.

ZIELE: Anlässlich des Investorentags im November passte die Zurich ihre Ziele an. In der Strategieperiode 2017-19 strebt die Gruppe eine Eigenkapitalrendite gemessen am Business Operating Profit (BOP) an, die 2017 über die Schwelle von 12% klettern und danach weiter ansteigen soll. Vom bisherigen Zielkorridor von 12-14% hat sich der Konzern mit Blick auf das herausfordernde Umfeld wenig überraschend verabschiedet.

Damit das Rentabilitätsziel erreicht werden kann, tritt die Zurich stärker als ursprünglich vorgesehen auf die Kostenbremse. Bis Ende 2019 sollen die Kosten auf Basis der Ausgaben aus dem Jahr 2015 (10,3 Mrd USD) um total 1,5 Mrd auf noch 8,8 Mrd sinken. Bis dato galt hier für die Periode 2016-18 ein Zielwert von 1 Mrd. Die Sparübung kostet Geld: In den Jahren 2017 und 2018 rechnet die Gruppe mit Restrukturierungskosten von jeweils 500 Mio USD. Bereits für 2016 wurden für die Restrukturierung Kosten in derselben Grössenordnung budgetiert.

Die Aktionäre sollen indessen auch in Zukunft in den Genuss hoher Dividendenausschüttungen kommen. Die Zurich strebt ein Payout-Ratio von 75% an, während für 2016 erneut die Ausschüttung einer Dividende von 17 CHF je Titel in Aussicht gestellt wurde. Um die künftigen Dividenden zu sichern, will die Zurich in der dreijährigen Periode Mittelzuflüssen von total 9,5 Mrd USD generieren. Zudem hält die Gruppe am Kapitalquotenziel nach dem eigenen Z-ECM-Modell von 100 bis 120% fest.

PRO MEMORIA: Mitte Dezember hat die Zurich eine Kaufofferte für den australischen Reise- und Assistance-Versicherer Cover-More unterbreitet. Mit Cover-More will die Zurich weltweit in die Top-3 der Reiseversicherer aufsteigen. Cover-More sei in Australien und Neuseeland Marktführer in dieser Sparte und gehöre auch in Indien und den USA zu den wichtigen Reiseversicherungen, hiess es. Der Verwaltungsrat von Cover-More hat seinen Aktionären die Annahme des Angebots im Volumen von 741 Mio AUD empfohlen.

Mitte Januar wurde bekannt, dass die Zurich in Grossbritannien 240 Jobs streichen will. Der Abbau finde vor allem im Innendienst statt, teilte die Zurich mit. Hintergrund dieser Sparübung war die Beseitigung von Doppelspurigkeiten im britischen Lebens- und im Sachversicherungsgeschäft.

Bereits Anfang Jahr musste die Zurich Schweiz einen weiteren Stellenabbau kommunizieren. "Wir bauen 123 Stellen ab. Leider wird es zu 71 Entlassungen oder Frühpensionierungen kommen", sagte der Zurich Schweiz-Chef Joachim Masur in einem Interview mit der "Sonntagszeitung". Das Unternehmen hatte bereits im April die Reduktion des Personalbestandes in der Schweiz um 77 Stellen angekündigt, wobei 25 Kündigungen ausgesprochen worden waren.

Im April teilte die Zurich Deutschland mit, dass man mehr Stellen abbauen wird, als bis dahin kommuniziert. Bis 2018 sollen bei der Zurich in Deutschland 825 der damals 5'125 Stellen wegfallen. Damit dürften 325 Arbeitsplätze mehr verloren gehen als bislang geplant.

AKTIENKURS: Die Zurich-Aktien haben sich von den Tiefstständen im April letzten Jahres stark erholt. Innerhalb der letzten zwölf Monate haben die Titel um einen Drittel an Wert gewonnen und haben damit deutlich besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt SMI. Aktuell werden die Titel mit gut 283 CHF gehandelt.

Homepage: www.zurich.com

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(AWP)