Julius Bär - Bank Bär will Europa-Geschäft über Zukäufe ausbauen

Die Privatbank Julius Bär will ihr Europageschäft über die Einstellung neuer Kundenberater und Zukäufe ankurbeln. Das Institut sei laufend auf der Suche nach Übernahmezielen.
11.06.2018 15:09
Der Sitz von Julius Bär an der Hohlstrasse in Zürich Altstetten.
Der Sitz von Julius Bär an der Hohlstrasse in Zürich Altstetten.
Bild: cash / pz

"Wenn es etwas Interessantes gibt, dann werden wir es machen", sagte Bär-Europachef Yves Robert-Charrue der Nachrichtenagentur Reuters. In den vergangenen Jahren war die Bank in Europa über eine Mischung aus kleineren Zukäufen und neuen Kundenberatern gewachsen. Wenn diese den Arbeitgeber wechseln, dann folgt ihnen für gewöhnlich auch ein Teil ihrer Kunden. "Es gibt Potential für weitere Einstellungen in grossen, strategischen Märkten", sagte Robert-Charrue. Allerdings wolle Bär dabei nicht zu hastig vorgehen. "Wir werden ganz sicher weiter einstellen - zu unterschiedlichen Geschwindigkeiten in den verschiedenen Märkten."

In den ersten vier Monaten des Jahre hatte Bär bei der vermögenden Kundschaft neue Gelder von netto über fünf Prozent des Bestandes eingesammelt. Grund dafür war auch ein starker Zustrom aus dem traditionellen europäischen Geschäft.

Europa oder Asien?

In der Öffentlichkeit stand in den vergangenen Jahren jedoch vielfach das rasch wachsende Vermögensverwaltungsgeschäft in Asien im Zentrum - auch dank spektakulärer Übernahmen. Bär etwa hatte vor wenigen Jahren die dortigen Aktivitäten von Merrill Lynch gekauft. "Ich habe einen kleinen Wettkampf mit meinem Kollegen, der für Asien zuständig ist, wer längerfristig stärker ist", sagte Robert-Charrue. "Das Nettoneugeldwachstum in Europa ist derzeit mindestens so gut wie in Asien." Kreisen zufolge stammen je ein Viertel des verwalteten Vermögens von Kunden aus Asien und ein weiteres Viertel von Kunden aus Europa.

Während das Vermögensverwaltungsgeschäft in Asien vom Wachstum der Wirtschaft und des Wohlstandes profitiere, gehe es in Europa auch darum, Wettbewerbern Marktanteile wegzuschnappen, sagte Robert-Charrue. In einzelnen Ländern wolle die Bank ihre Vor-Ort-Präsenz ausbauen - etwa in Deutschland, Spanien oder Grossbritannien. Auch der bevorstehende Austritt des Landes aus der Euro-Zone sei kein Hindernis, weil Bär vor allem dort ansässige Kunden betreue. "Brexit hin oder her - das begrenzt unsere Geschäftsmöglichkeiten nicht", sagte Robert-Charrue. Allerdings könnte sich ein harter Bruch Grossbritanniens mit der Euro-Zone und eine Wirtschaftskrise negativ auf die Bank auswirken.

(AWP)