Morning Briefing International

FRANKFURT (awp international)
24.06.2016 07:45

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AKTIEN

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DEUTSCHLAND: - 'BLACK FRIDAY' - Der Austritt der Briten aus der EU, der in letzten Umfragen noch abgewendet schien, dürfte für einen "Black Friday" sorgen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex gut zwei Stunden vor Handelsbeginn um 8 Prozent tiefer bei 9435 Punkten. Die Anleger werden klar auf dem falschen Fuss erwischt: Seit Mitte der Vorwoche war der Dax in zunehmender Hoffnung auf einen Verbleib der Briten noch um fast 9 Prozent angesprungen.

USA: - HOFFNUNG BEGRABEN - Der Optimismus der Anleger hinsichtlich eines Verbleibs Grossbritanniens in der Europäischen Union hatte am Donnerstag der Wall Street noch kräftigen Rückenwind geliefert. Der Dow Jones Industrial hatte wieder die Marke von 18 000 Punkten überwunden und schloss mit einem Plus von 1,29 Prozent bei 18 011,07 Punkten. Die Futures drehten jedoch am Freitagmorgen deutlich ins Minus nach ersten Ergebnissen des Referendums.

ASIEN: - TIEFROT - Auch an den asiatischen Aktienmärkten ging es kräftig abwärts, nachdem sich am Freitagmorgen ein Brexit abzeichnete. Der Nikkei-225-Index in Tokio stand zuletzt annähernd 8 Prozent tiefer - auch weil der Yen als "sicherer Hafen" für Anleger deutlich an Wert gewann, was die Exporte für die Japaner erschwert. Der Hang-Seng-Index in Hongkong büsste 5 Prozent ein. Hier standen vor allem britische Finanzwerte wie HSBC, Prudential und Standard Chartered unter Feuer, die 11 Prozent und mehr verloren. Chinas Festlandbörsen, die für ausländische Anleger weitgehend abgeschottet sind, zeigten sich nahezu unberührt.

DAX              		10.257,03	1,85%
XDAX            		10.323,54	2,78%
EuroSTOXX 50		     3.037,86   2,00%
Stoxx50        	    	 2.901,24   1,35%

DJIA             		18.011,07	1,29%
S&P 500        		     2.113,32   1,34%
NASDAQ 100  		     4.467,48	1,42%

Nikkei 225              14.905,74  -8,21% (7:00 Uhr)

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ANLEIHEN / DEVISEN / ROHÖL

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RENTEN: - HOCH - Das Brexit-Beben sei allenthalben zu spüren, schrieb Dirk Gojny von der National-Bank am Freitagmorgen. Die Rendite für 10-jährige Bundesanleihen dürften deutlich ins Minus rutschen - Renditen um -0,2 Prozent seien durchaus vorstellbar. Sowohl Gojny, als auch die Experten der Helaba gaben angesichts der Unsicherheit keine erwartete Spanne für den Bund-Future im Tagesverlauf an.

Bund-Future   		163,65		-0,56%

DEVISEN: - PFUND UND EURO RUTSCHEN AB - Der sich abzeichnende Brexit hat Euro und Pfund am Freitagmorgen abstürzen lassen. Der Euro fiel bis auf 1,0912 US-Dollar und stand zuletzt bei 1,0950 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1389 (Mittwoch: 1,1283) Dollar festgelegt. Das Pfund fiel zeitweise unter 1,33 Dollar, nachdem es in der Nacht zeitweise noch etwas mehr als 1,50 Dollar gekostet hatte. Das war der tiefste Stand seit 1985. Zuletzt stabilisiert sich das Pfund etwas bei 1,3377 Dollar.

(Alle Kurse 7:00 Uhr)
Euro/USD       		        1,0950		-3,87%
USD/Yen             		101,39		-4,75%
Euro/Yen       		        111,01		-8,44%

ROHÖL - DEUTLICH RUNTER - Die Ölpreise haben am Freitag im frühen Handel angesichts des drohenden Austritts der Briten aus der Europäischen Union deutlich verloren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am Morgen 47,92 US-Dollar. Das waren gut 5,87 Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August fiel zuletzt 6,03 Prozent auf 47,09 US-Dollar.

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PRESSESCHAU

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- VW hat Vergleich mit US-Behörden und soll mehr als 10 Milliarden US-Dollar 
  zahlen, WSJ, S. 1, A6 
- VW-Grossaktionär Katar verärgert über Umgang des Aufsichtsrats mit 
  Abgas-Skandal, scheut aber offenen Streit mit Familien Porsche/Piech, 
  HB, S. 1, 30 
- Berenberg-Bank-Chef und Bankenverbandspräsident sieht in einzelnen Märkten 
  Blasenbildung, Interview mit Hans-Walter Peters, HB, S. 58/59 
- HypoVereinsbank-Chef sieht viel Potenzial in Geschäft mit Daten, Gastbeitrag 
  von Theodor Weimer, HB, S. 72 
- Fresenius Kabi bietet Pfizer Milliardenbetrag für Pumpengeschäft von deren 
  Kaufziel Pfizer, FAZ, S. 22 
- Steigenberger will in Indien 20 Hotels eröffnen, FAZ, S. 20 
- Münchener Hyp forciert Abbau des Staatsfinanzierungsgeschäfts, Interview mit 
  dem Vorstandsvorsitzenden Louis Hagen, BöZ, S. 1,5 
- Fahrrad-Hersteller Kettler wehrt sich gegen Beurteilung von Stiftung 
  Warentest, Focus 
- Bundesregierung plant neue Sicherheitsbehörde für Überwachung von Internet und
  Messenger-Diensten, SZ, S. 1, 5 
- Glyphosat bleibt mangels Einigung in der EU wahrscheinlich erlaubt, SZ, S. 17
- Staatsanwaltschaft durchsuchte vergangene Woche Thyssenkrupp-Zentrale wegen 
  möglicher Korruption bei Rüstungsfirma Atlas Electronics, Rheinische Post 

(AWP)