Wdh Ausblick Geberit: Semesterumsatz von durchschnittlich 1,44 Mrd CHF erwartet

(Wdh ohne Schreibfehler im Titel)
15.08.2016 13:32

Zürich (awp) - Das Sanitärtechnikunternehmen Geberit gibt am Dienstag, 16. August seine Zahlen zum ersten Halbjahr 2016 bekannt. Insgesamt zwölf Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.

(in Mio CHF)           AWP-Konsens           H1 2015  

Nettoumsatz               1'439               1'308
adj. EBITDA               419,9               373,2 
adj. EBIT                 371,1               325,6 
adj. Reingewinn           314,0               269,5 
Reingewinn                297,3               218,5 

FOKUS: In Marktkreisen wird allgemein davon ausgegangen, dass das zweite Quartal den guten Start von Geberit ins Jahr 2016 bestätigen dürfte. Dank der guten Baukonjunktur im grössten Geberit-Markt Deutschland hat sich das Wachstum gegenüber dem ersten Quartal wohl noch einmal beschleunigt. Die diesbezügliche Zuversicht der Analysten beruht unter anderem auf der hohen Zahl an Baubewilligungen in Deutschland und auf guten Zahlen von Konkurrenten aus dem Sektor von Geberit. Das Wachstum dürfte dabei von den im zweiten Quartal üblichen Preiserhöhungen sowie von tieferen Rohmaterialpreisen gestützt worden sein.

Für den operativen Gewinn auf Stufe EBITDA sagen die Prognosen im Quartalsvergleich ein zweistelliges Wachstum voraus; dies unter anderem wegen tieferer Sonderkosten im Zusammenhang mit der Sanitec-Integration, wegen Synergien aus dem Zusammenschluss mit Sanitec oder auch wegen des organischen Wachstums.

ZIELE: Geberit hat bis zu diesem Zeitpunkt wie üblich noch keine quantitativen Prognosen für das Geschäftsjahr gemacht, solche werden allerdings in Marktkreisen am Dienstag nun erwartet. CEO Christian Buhl sprach indes anlässlich der Präsentation der Erstquartalszahlen im April von einem guten Start ins neue Jahr. Die Ergebnisse würden aber wiederum von Akquisitions- und Integrationskosten im Zusammenhang mit der Sanitec-Akquisition negativ beeinflusst werden, allerdings deutlich geringer als im Vorjahr.

Die Situation in der Bauindustrie werde anspruchsvoll bleiben und die Entwicklung der einzelnen Regionen, Märkte und Bausektoren stark divergieren, so Buhl damals zu seiner Einschätzung der Märkte. In Europa seien Anzeichen erkennbar, dass sich die Bauindustrie stabilisieren könnte, eine klare Erholung sei aber noch nicht absehbar. Der näheren Zukunft im wichtigsten Markt Deutschland sah er gelassen entgegen. "Wir sind für diesen Markt zuversichtlich", sagte er.

Die im vergangenen Herbst neu definierten Mittelfristziele wurden im März bestätigt. Demnach wird ab 2018 mit einem organischen jährlichen Umsatzwachstum über die Zyklen von 4 bis 6% gerechnet. Dies unter der Annahme, dass der europäische Baumarkt zu "normalem" Wachstum zurückfindet, wie es Buhl erklärte. Durch die Realisierung der Synergien soll die EBITDA-Marge in den Bereich von 28 bis 30% angehoben werden, im vergangenen Jahr lag die nicht um die Kosten bereinigte Marge bei 24,4%. Der ROIC schliesslich soll 25% erreichen.

PRO MEMORIA: Anfang Juli gab Geberit eine Neuordnung der Bereiche bekannt. Die Aufgaben des Bereichs Produkte werden demnach per 1. September 2016 neu auf die Bereiche Operations sowie Product Management & Innovation aufgeteilt. Michael Reinhard führt neu den Konzernbereich Operations. Egon Renfordt-Sasse - bis anhin in der Konzernleitung für Marketing & Brands verantwortlich - übernimmt den Konzernbereich Product Management & Innovation. Martin Baumüller ersetzt Renfordt-Sasse als Leiter Marketing & Brands und wird Mitglied der Konzernleitung. Mit der Akquisition der Sanitec Gruppe sei das Aufgabengebiet des bisherigen Konzernbereichs Produkte noch stärker angewachsen, hiess es zur Begründung für diese Neuorganisation.

Mit den Kosten für die laufende Integration der skandinavischen Sanitec sieht sich das Unternehmen auf Kurs, wie CEO Buhl vor gut einem Monat in einem Interview sagte. Geberit hatte die Kosten auf 45 Mio CHF veranschlagt. 27 Mio CHF davon fielen bereits im Geschäftsjahr 2015 an, rund 10 Mio CHF dürften es laut Buhl im laufenden Jahr sein. Er bestätigte gleichzeitig das angestrebte Kosteneinsparziel durch Synergien von 45 Mio EUR.

Kurz davor gab Geberit den Verkauf der Koralle Gruppe bekannt, die im Rahmen der Sanitec-Akquisition im Jahr 2015 übernommen wurde. Käufer ist der Bauzulieferer AFG. Der Geberit-Chef begründete den Deal mit fehlenden Synergien. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Koralle ist eine Anbieterin von Duschabtrennungen und vor allem in den Märkten Schweiz, Deutschland und Österreich tätig. 2015 wurde mit 240 Mitarbeitenden ein Nettoumsatz von rund 40 Mio EUR erwirtschaftet.

AKTIENKURS: Geberit gehört im laufenden Jahr zu den besten Performern im SMI - mit einem Plus von aktuell rund 17% - und befindet sich nach einer Verschnaufpause im Juni und Juli auf einem neuen Allzeithoch. Dieses wurde am Donnerstag vorläufig bei 402,30 CHF markiert. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie gross das Potential nach oben auch bei wie erwartet guten Zahlen noch ist, oder ob es allenfalls bei einer auch nur leisen Enttäuschung zu Gewinnmitnahmen kommt.

dm/cf

(AWP)