Ypsomed-Aktie bricht nach Verlust von Insulet-Auftrag massiv ein

Die Aktien von Ypsomed sind massiv eingebrochen. Das Medizinaltechnikunternehmen löst eine Liefervereinbarung für die Insulinpumpe Omnipod mit der amerikanischen Insulet auf. Folge ist eine Umsatzeinbusse um fast ein Drittel.
21.07.2017 10:13

Bis um 09.45 Uhr fielen die Ypsomed-Aktien um 27 Prozent auf 139,20 Franken zurück und büssen damit über einen Viertel an Wert ein. Der Gesamtmarkt (SPI) stand derweil 0,09 Prozent tiefer.

Ypsomed und das US-Unternehmen Insulet konnten sich nicht auf eine Verlängerung des Distributionsvertrags der Insulinpumpe Omnipod einigen. Die Preisforderungen seitens Insulet hätten eine wirtschaftliche Weiterführung des Geschäfts verunmöglicht, teilte Ypsomed am Freitag mit.

Für das Burgdorfer Unternehmen ist das ein herber Rückschlag. Ausgehend vom letztjährigen Abschluss verliert das Geschäftssegment Diabetes Care 120 Millionen Franken an Umsatz und 24 Millionen Franken an Betriebsgewinn ab dem Geschäftsjahr 2018/19. Insgesamt erwirtschaftete die Gruppe 2016 rund 390 Millionen Franken Umsatz und 55 Millionen Franken Betriebsgewinn.

"Die Trennung mit Insulet ist zwar bedauerlich, denn wir verlieren ab Geschäftsjahr 2018/19 einen grossen Umsatz- und Gewinnanteil in unserem Geschäftssegment Ypsomed Diabetes Care", wird Ypsomed-Chef Simon Michel in der Mitteilung zitiert.

Die Burgdorfer sehen sich für die Zukunft aber gut aufgestellt und wollen mittelfristig ihre eigene schlauchlose Insulinpumpe mylife Ypsopod einführen, wie es heisst. Man wolle weiterhin verschiedene Segmente im Insulinpumpenmarkt ansprechen und mit einer zeitlichen Übergangsphase den Wegfall des Omnipod-Geschäfts überkompensieren, heisst es.

Für den Aufbau der europäischen Vertriebsstrukturen für Omnipod erhält Ypsomed den Angaben zufolge nach aktueller Einschätzung gegen 50 Millionen Dollar als Kompensation von Insulet.

Ypsomed ist seit 2010 exklusiver Distributor für die Insulinpumpe Omnipod ausserhalb der USA. Nach dem 30. Juni 2018 wird Insulet das Omnipod-Geschäft weltweit übernehmen. Wie der Übergabeprozess abläuft, werde aktuell zwischen beiden Parteien ausgearbeitet.

(SDA)