Zahl der Toten nach Doppelanschlag in Istanbul steigt auf 44

Nach dem Doppelanschlag von Istanbul ist die Zahl der Toten auf 44 gestiegen. Darunter seien 36 Polizisten und 8 Zivilisten, teilte Gesundheitsminister Recep Akdag am Montag mit. Ob die Zahl den Selbstmordattentäter beinhaltet, liess der Minister offen.
12.12.2016 11:07

Nach Angaben des türkischen Innenministeriums war am Samstag am Fussballstadion des Spitzenvereins Besiktas eine Autobombe gegen Polizisten gezündet worden, ein zweiter Anschlag wurde demnach von einem Selbstmordattentäter verübt. Zu den Anschlägen hat sich die TAK, eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, bekannt.

Europäische Diplomaten legten unterdessen gemeinsam mit dem Bürgermeister von Besiktas Blumen am Anschlagsort nieder. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte dem Westen immer wieder vorgeworfen, die PKK zu unterstützen.

Der türkische Innenminister Süleyman Soylu kündigte am Montag erneut einen entschlossenen Kampf gegen den Terror an. Aufgabe der Regierung sei es, "Terrororganisationen" und ihre "Marionetten" aus der Region "für immer zu eliminieren", sagte er.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag meldete, wurden bei landesweiten Einsätzen 118 Vertreter der prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP) festgenommen, darunter die HDP-Chefs in Istanbul und Ankara. Den Verdächtigen werden demnach Verbindungen zur PKK zur Last gelegt.

Die türkischen Sicherheitskräfte gehen bereits seit dem gescheiterten Militärputsch im Juli hart gegen kurdische Oppositionspolitiker vor. Unter anderem wurden die beiden Ko-Vorsitzenden der HDP festgenommen. Zudem wurden dutzende prokurdische Bürgermeister im Südosten des Landes festgenommen.

Auch militärisch reagierte die Türkei auf die Anschläge in Istanbul. Wie die türkischen Streitkräfte laut Anadolu am Montag mitteilten, bombardierte die türkische Luftwaffe Stellungen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak.

Kampfflugzeuge hätten am Sonntagabend das Hauptquartier der kurdischen Rebellen in der nordirakischen Region Sap sowie nahegelegene Bunker und Geschützstellungen zerstört. Die PKK hat seit Jahren ihr Hauptquartier in den Kandil-Bergen im Nordirak und sieht sie sich immer wieder Angriffen der türkischen Luftwaffe ausgesetzt.

(SDA)