Zehntausende harren trotz Gefahr bei Vulkan auf Bali aus

Trotz unmittelbarer Gefahr harren auf der Ferieninsel Bali rund um den Vulkan Mount Agung immer noch mehrere zehntausend Menschen aus. Mehr als 62'000 Anwohner weigern sich nach Angaben der indonesischen Behörden vom Montag, das Gebiet zu verlassen.
25.09.2017 14:11

Viele fürchten offenbar, dass dann ihr Vieh oder sonstiger Besitz gestohlen wird. Rund 50'000 Menschen haben aber bereits Zuflucht in Notquartieren gefunden.

Der Mount Agung (in der Landessprache: Gunung Agung) ist mit über 3000 Metern der höchste Berg der Insel. Die Behörden fürchten schon seit Tagen, dass er jederzeit ausbrechen kann. Wann genau das passieren könnte, lässt sich nicht vorhersagen.

Seit Freitag gilt jedoch die höchste Warnstufe vier. Die Lava brodelt heftig. Pro Tag werden an dem Berg mehr als hundert Erdstösse registriert.

Der letzte Ausbruch des Mount Agung liegt bereits mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. Die Eruption 1963/64 dauerte insgesamt länger als ein Jahr. Mehr als 1100 Menschen kamen ums Leben.

Viele wurden damals von sogenannten pyroklastischen Strömen überrascht - einer Art Glutlawine aus Lava, Steinbrocken und Gas, die enorm schnell werden kann. Experten fürchten, dass sich dieses Drama wiederholen könnte.

Nach Auskunft des nationalen Katastrophenschutzbehörde begeben sich die Anwohner, die trotz aller Warnungen bleiben, in grosse Gefahr. Ihr Sprecher Sutopo Nugroho, sagte: "Die pyroklastischen Ströme können sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern fortbewegen." Falls es zu einer solchen Glutlawine komme, würden die Menschen praktisch "überrannt".

Die Sorge vor einer unmittelbar bevorstehenden Eruption führt zu immer mehr Gerüchten: In den sozialen Netzwerken kursierten zahlreiche Bilder, die vermeintlich schon den Ausbruch zeigen.

Nach Angaben der Behörden handelt es sich dabei jedoch um Fälschungen. Sutopo stellte klar: "Der Mount Agung ist nicht ausgebrochen. Das sind Bilder von anderen Vulkanen."

Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. In dem Gebiet treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. In dem Inselstaat gibt es insgesamt etwa 130 aktive Vulkane.

(SDA)