Zwei Tote bei Unwetterfront über Deutschland

Eine Unwetterfront mit Gewittern, Orkanböen und Starkregen ist über Deutschland hinweggezogen und hat schwere Schäden angerichtet. Zwei Personen kamen ums Leben. Der Bahnverkehr war auch am Freitag vor allem in Ostdeutschland noch beeinträchtigt.
23.06.2017 12:28

Mit den schweren Unwettern ging eine Hitzwelle in Deutschland zu Ende, bei der zum Teil Temperaturen von 37 Grad Celsius erreicht wurden. Am Donnerstag trafen die schweren Unwetter vor allem Norddeutschland.

In Niedersachsen kamen dabei mindestens zwei Personen ums Leben. Im Landkreis Uelzen starb laut Polizei ein 50 Jahre alter Mann in seinem geparkten Auto, weil ein Baum auf das Fahrzeug fiel. Bei Gifhorn fuhr eine 83-jährige Frau in einen kurz zuvor umgestürzten Baum.

Allein in Hannover wurde die Feuerwehr nach Angaben der Stadt zu mehr als 500 Einsätzen gerufen. Am Hauptbahnhof drangen in einen Versorgungsschacht mehr als 60'000 Liter Wasser ein. Ein Teil des Bahnhofs musste zeitweise von der Stromversorgung getrennt werden. In einer Kinderklinik war ein Operationsbereich überflutet.

Ein Konzert der US-Rockband "Guns n' Roses" auf dem Messegelände in der niedersächsischen Landeshauptstadt mit 70.000 Fans wurde wegen des Unwetters unterbrochen und konnte erst am späten Donnerstagabend fortgesetzt werden. Besuchern des Hurricane-Festivals im niedersächsischen Scheessel wurde zeitweilig empfohlen, erst am Freitag anzureisen.

Auch in anderen Bundesländern kam es zu erheblichen Schäden. Aus Sachsen-Anhalt und Sachsen meldete die Polizei am Freitag hunderte Einsätze wegen umgestürzter Bäume, voll gelaufener Keller oder beschädigten Stromleitungen.

Viel Geduld brauchten Bahnreisende. Die Deutsche Bahn stellte in der Nacht zum Freitag in Hamburg, Hannover, Bremen und Kassel Schlafwagen zur Verfügung, in denen Fahrgäste übernachten konnten, die ihre Reise nicht mehr fortsetzen konnten.

Auch am Freitagmorgen war der Bahnverkehr noch erheblich beeinträchtigt. Es kam bundesweit zu Verspätungen. Die Bahn erklärte die Beeinträchtigungen auch damit, dass wegen des Unwetters viele Züge am Donnerstag ihre Fahrt an anderen Bahnhöfen hätten beenden müssen. Sie hätten deshalb am Freitag nicht an ihren regulären Startbahnhöfen eingesetzt werden können.

Auch der Flugverkehr war am Donnerstagabend von den Unwettern betroffen. Nach Verspätungen und Flugausfällen lief der Betrieb auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld am Freitag aber wieder an.

(SDA)