Schweizer Börse tritt nach US-Jobdaten auf der Stelle

Die Schweizer Börse hat sich am Freitag nur wenig bewegt. Die mit grosser Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten waren durchzogen und wiesen dem Markt keine klare Richtung.
06.01.2017 16:57
Eine Vacheron Constantin-Uhr aus dem Richemont-Konzern, dessen Aktien am Freitag an der SMI-Spitze stehen.
Eine Vacheron Constantin-Uhr aus dem Richemont-Konzern, dessen Aktien am Freitag an der SMI-Spitze stehen.
Bild: Bloomberg

Das Geschäft verlief ruhiger als in den vergangenen Tagen. Der SMI notierte mit 8417 Punkten geringfügig höher als am Vortag. Der Leitindex hat in der ersten Handelswoche des neuen Jahres zwei Prozent gewonnen und notiert auf dem höchsten Stand seit rund einem Jahr.

Die Zahl neuer Stellen in der US-Wirtschaft stieg im Dezember um 156'000. Das sind 22'000 weniger als von Analysten erwartet. Die Stundenlöhne stiegen dagegen um 0,4 Prozent, nachdem sie im November noch gesunken waren. Zudem war das Plus höher als gedacht. Fachleute gehen weiterhin davon aus, dass die amerikanische Notenbank ihren Leitzins in diesem Jahr anhebt und halten einen ersten Zinsschritt im März für möglich. "Die Wirtschaft läuft gut", sagte Luke Bartholomew von Aberdeen Asset Management. Das Beschäftigungswachstum sei anständig und das Lohnwachstum zieht erfreulich an.

Ab kommender Woche dürfte die beginnende US-Bilanzsaison für frischen Wind sorgen.

Pax schiesst hoch

Die Aktien der Immobilienfirma Pax Anlagen schossen nach einem Übernahmeangebot der Baloise 12,8 Prozent auf 1588 Franken hoch. Der Versicherer hat eine Aktienmehrheit übernommen und will die die noch im Streubesitz befindlichen rund 30 Prozent für 1600 Franken je Aktie erwerben. Baloise investiert bis zu 288 Millionen Franken an Versicherungsgeldern. Analysten sprachen von einem sinnvollen Schritt. Die Baloise-Aktien sanken um 0,2 Prozent.

Gefragt waren auch die Aktien des Übernahmeziels Actelion mit einem Plus von 1,4 Prozent. Der US-Konzern Johnson & Johnson treibt einem Bericht des "Tages-Anzeigers" zufolge den Plan für eine Aufspaltung der Biotech-Firma im Zuge einer Übernahme voran. Die Unterhändler beider Firma hätten bei der Übernahmekommission vorgefühlt, ob ein solches Konstrukt Chancen habe, berichtete die Zeitung am Freitag ohne Quellenangabe.

Die Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche konsolidierten den jüngsten Kursanstieg und gaben leicht nach. Novartis hat mit der US-Pharmafirma Ionis ein Abkommen zur Entwicklung und Vermarktung von zwei Herzkreislauf-Medikamenten geschlossen, dass den Konzern mehr als eine Milliarde Dollar kosten könnte.

Nestlé im Plus

Mit Nestle gewann ein weiteres Index-Schwergewicht 0,7 Prozent an Wert. Die Aktien des Edelschokolade-Herstellers Lindt & Sprüngli sanken um 0,4 Prozent auf 64'600 Franken. Goldman Sachs hat das Kursziel auf 59'250 von 61'000 Franken gesenkt.

Uneinheitlich waren die Titel zyklischer Firmen. ABB, LafargeHolcim und Syngenta legten zu. Geberit, Clariant und SGS schwächten sich ab.

Die Aktien von Swatch machten anfängliche Einbussen wett. Die Anteile von Rivale Richemont stiegen um fast zwei Prozent. Exane BNP hat das Kursziel für den Genfer Hersteller von Luxusgütern erhöht und empfiehlt die Titel zum Kauf. Swatch stuft die französische Bank mit "Underperform" ein.

Adecco ermässigten sich um 0,1 Prozent. UBS hat das Kursziel auf 67 von 53 Franken angehoben, die Empfehlung lautet auf "Neutral".

Bei den Bankaktien waren Credit Suisse 0,8 Prozent höher.  Vontobel verloren ein halbes Prozent. Julius Bär und EFG fielen um 1,2 und 0,8 Prozent.

Am breiten Markt zogen die Titel von Emmi gut fünf Prozent auf 650 Franken an. UBS empfiehlt die Aktien mit einem Kursziel von 730 Franken zum Kauf.

Die Aktien von Leonteq verloren 1,5 Prozent. Die Anteile der Derivatboutique waren nach dem Kurseinbruch im Vorjahr in den ersten Tagen des neuen Jahren stark gefragt gewesen.

Gewinnmitnahmen drückten die Addex-Aktien 4,6 Prozent ins Minus. Die wenig liquiden Anteile der Biotech-Firma sind seit Jahresanfang um mehr als 30 Prozent gestiegen.

(Reuters)