EZB wird bis 2018 ihre Konjunkturmedizin nicht absetzen

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Einschätzung der Rating-Agentur Standard & Poor's von ihrer konjunkturstützenden Politik nicht vor 2018 abrücken.
09.01.2017 13:10
Am Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Am Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Bild: Pixabay

Die Top-Europa-Ökonomen der Agentur rechnen zwar damit, dass im laufenden Jahr die Inflation im Euro-Raum zurückkehrt. Aber die Entwicklung der Teuerungsrate ohne schwankungsreiche Energie- und Lebensmittelkosten bleibe voraussichtlich verhalten, wie die Experten ausführten. Damit habe die Euro-Notenbank Spielraum, ihre Geldschleusen weiter offen zu halten. "Die Geldpolitik bleibt wahrscheinlich konjunkturstützend, bis sich die Kerninflation nachhaltig verändert, was wahrscheinlich nicht vor 2018 der Fall sein wird", schrieben die Ökonomen.

Die Preise in der Euro-Zone zogen im Dezember zwar um 1,1 Prozent und damit fast doppelt so stark an wie noch im November. Aber das Inflationsziel von knapp zwei Prozent, das die EZB als idealen Wert für die Wirtschaft anstrebt, liegt damit immer noch weit entfernt. Die sogenannte Kernrate - in der Energie- und Lebensmittelpreise nicht enthalten sind - stieg zudem im Dezember nur um 0,9 Prozent und verharrt damit seit Monaten bei Werten unter einem Prozent. In Deutschland waren jüngst die Stimmen wieder lauter geworden, die von der EZB die Abkehr von ihrer ultralockeren Geldpolitik fordern. Die Inflation war hier zu Lande im Schlussmonat 2016 sogar um 1,7 Prozent angezogen. 

(Reuters)