Schweizer Börse tritt an Ort - Galenica gefragt

Die Schweizer Börse hat sich am Montag kaum vom Fleck bewegt. Das Geschäft verlief Händlern zufolge weitgehend in ruhigen Bahnen.
09.01.2017 17:30
Ein mehrheitlich trüber Tag an der Schweizer Börse.
Ein mehrheitlich trüber Tag an der Schweizer Börse.
Bild: cash

Auch der etwas schwächere Dollar und die sinkenden Ölpreise könnten die Aktivitäten gedämpft haben, hiess es. In den kommenden Tagen dürfte sich das Geschäft beleben, wenn die ersten Firmen Ergebnisse veröffentlichen. "Dann werden wir von Impulsen wieder zugedeckt", sagte ein Börsianer.

Der SMI tritt an Ort und schliesst mit Plus von 0,1 Prozent auf 8425 Punkten. Am Freitag war der Leitindex um 0,3 Prozent gestiegen, in der ersten Handelswoche des Jahres hatte er 2,4 Prozent gewonnen.

Eric Rosengren, der Chef der Federal Reserve Bank von Boston, forderte die Fed zu einer schnelleren Gangart bei Zinserhöhungen auf. Er erwarte, dass das Tempo bei der geldpolitischen Straffung höher als im vorigen Jahr ausfallen werde, sagte Rosengren am Montag vor Industrie-Vertretern. 2016 und auch 2015 hatte die Zentralbank jeweils nur ein Mal die geldpolitischen Zügel gestrafft.

Galenica gefragt

Im Mittelpunkt standen Werte aus dem breiten Markt. Bei grossen Umsätzen stiegen die Aktien von Galenica um 2,8 Prozent. Händler zeigten sich erleichtert, dass der langjährige Hauptaktionär Sprint Investments seine Beteiligung an dem Gesundheitsunternehmen nun vollständig abgebaut hat. Damit falle ein grosser Unsicherheitsfaktor weg. Zudem könnte die angekündigte Aufteilung der Gesellschaft in zwei börsennotierte Firmen vorankommen. Nach Ansicht der Zürcher Kantonalbank (ZKB) könnte dies im ersten Semester geschehen.

Die Aktien von Meyer Burger schossen gut neun Prozent hoch auf 0,82 Franken. Citi stufte die Titel des Solarindustrie-Ausrüsters auf "Buy" von Neutral" hoch und verdoppelte das Kursziel auf 1,10 von 0,55 Franken. Zudem zog die Firma bei asiatischen Kunden zwei Aufträge im Wert von insgesamt 20 Millionen Franken an Land.

Starke Nachfrage und kräftige Kursgewinne verzeichneten die Aktien von Bachem. Die Titel des Peptide-Herstellers legte 7,6 Prozent auf 104,9 Franken zu. Die Aktie, die 2016 um rund drei Viertel gestiegen war, notierte auf dem höchsten Stand seit bald zehn Jahren. Händler erklärten das rege Interesse für mit einer Empfehlung in der Börsenkolumne der Zeitung "Schweiz am Sonntag".

Höhenflieger legen weiter zu

Gefragt waren auch die Aktien der Chemiefirma Dottikon, deren Kurs sich im Vorjahr verdoppelt hatte. "Es sieht so aus, als ob man die Höhenflieger des Vorjahres weiterhin kaufen sollte", sagte ein Händler.

Bei den Standardwerten waren die Kursausschläge geringer. An der Spitze standen die Sygenta-Aktien mit einem Plus von 1,5 Prozent. ChemChina will den Saatguthersteller in einer 43 Milliarden Dollar schweren Transaktion kaufen. Das Vorhaben stösst allerdings auf den Widerstand der EU-Wettbewerbsbehörde und die Unternehmen haben jüngst eine Verlängerung der Prüffrist um zehn Arbeitstage bis zum 12. April beantragt.

Die Titel der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch gewannen 1,2 und 2,8 Prozent an Wert. In einem Interview der "Schweiz am Sonntag" sagt Jean-Claude Biver, der Uhrenchef vom französischen Weltmarktführer LVMH, er sei überzeugt, dass die Uhrenindustrie 2017 wachsen werde. "Die Exporte werden sich erholen und wieder steigen."

Zu den Gewinnern zählten auch die Aktien des Prüfkonzerns SGS, die Index-Schwergewichte Novartis und Nestle.

Die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär und der Grossbank UBS büssten jeweils gut 1 Prozent ein. Die Aktien der Credit Suisse legten 0,2 Prozent zu. Versicherungstitel büssten etwas Prozent ein.

Die Titel des Zementproduzenten LafargeHolcim, des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Maschinenbauers Rieter fielen ebenfalls. Der Personalvermittler Adecco, die Sanitärtechnikfirma Geberit und der Pharmazulieferer Lonza verloren leicht an Wert.

Die Aktien der Schweizerischen Nationalbank legten 2,4 Prozent zu. Die Notenbank hat das vergangene Jahr voraussichtlich mehr als 24 Milliarden Franken Gewinn erzielt. Grund dafür waren vor allem Wertzuwächse im riesigen Devisenportfolio des SNB, das allein 19 Milliarden Franken Gewinnbeitrag brachten. 

(Reuters)