Japanische Anleger in Verkaufsstimmung

Ein stärkerer Yen hat am Dienstag auf die Stimmung am japanischen Aktienmarkt gedrückt. Vor allem Exporttitel standen auf den Verkaufslisten.
10.01.2017 08:49
Ein Panasonic-Gebäude in Hongkong. Die Aktie verliert an Wert.
Ein Panasonic-Gebäude in Hongkong. Die Aktie verliert an Wert.
Bild: ZVG

Der Leitindex Nikkei beendete den Handel mit einem Minus von 0,8 Prozent und schloss bei einem Stand von 19.301 Punkten. Vor allem Exporttitel standen auf den Verkaufslisten. Auch in China gaben die beiden wichtigsten Indizes nach - dort stiegen die Verbraucherpreise zuletzt weniger stark als erwartet. Allerdings gab es auch Aktienbörsen in Asien, die Gewinne verzeichneten, etwa Singapur oder Hongkong. Der MSCI-Index für die Region unter Ausschluss Japans stieg um 0,4 Prozent.

Dazu trug auch der Ölpreis bei, der sich nach seinem Rutsch vom Montag bei 55 Dollar pro Fass stabilisierte. Viele Investoren zweifeln, dass die Förderbegrenzung des Opec-Kartells ausreicht, um den Preis zu stützen. Für Unruhe hatte zuletzt gesorgt, dass der Irak im Dezember so viel Öl wie nie zuvor exportierte und auch das Angebot aus den USA und dem Iran steigt.

In Tokio standen bei den Einzelwerten vor allem international aufgestellte Konzerne im Mittelpunkt. Ihre im Ausland erzielten Gewinne schlagen sich bei einem stärkeren Yen weniger stark in der Bilanz nieder. Aktien von Panasonic verloren etwa 1,2 Prozent, während die von Toyota um ein Prozent nachgaben. Für die Investoren war es der erste Handelstag der Woche, weil die Börse am Montag wegen eines Feiertages geschlossen war.

Mays Äusserungen drücken britisches Pfund

An den Devisenmärkten legte der Euro zum Dollar um 0,3 Prozent auf knapp 1,06 Dollar zu. Der Greenback schwächelt, weil sich viele Investoren vor der ersten Pressekonferenz des künftigen Präsidenten Donald Trump seit seinem Wahlsieg zurückhalten. Möglicherweise wird sich der Immobilienmilliardär am Mittwoch auch über ein Konjunkturprogramm äussern.

Das britische Pfund setzt seine Talfahrt fort und verlor im Vergleich zum Dollar 0,1 Prozent. Hintergrund sind Äusserungen von Premierministerin Theresa May. Sie hatte angekündigt, dass nach einem Brexit die Kontrolle über die eigenen Grenzen wichtiger als der Zugang zum europäischen Binnenmarkt sei. Damit zeichnet sich immer deutlicher ab, dass es zu seinem sogenannten harten Brexit ohne viele Kompromisse kommt.

(Reuters)