Nestlé bremst Erholung der Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat sich am Dienstag in engen Spannen bewegt. Die Anleger verhielten sich vor der Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten Donald Trump am Mittwoch vorsichtig, sagten Händler.
10.01.2017 16:59
Die Aktien von Nestlé geben am Dienstag nach.
Die Aktien von Nestlé geben am Dienstag nach.
Bild: Bloomberg

Zudem seien sie etwas enttäuscht darüber, dass es dem Dow Jones Index nicht gelingen wolle, die psychologisch wichtige Marke von 20.000 Punkten zu knacken. "Möglicherweise fällt die 20.000er Marke ja nach der Trump-Pressekonferenz", sagte ein Börsianer.

Der SMI notierte mit 84449 Punkten um 0,3 Prozent höher als am Vortag. Am Montag war der Leitindex um 0,1 Prozent gestiegen.

Die Zurückhaltung dürfte am bevorstehenden Start der US-Bilanzsaison liegen. Am Freitag werden die Zahlen der US-Banken Bank of America, JP Morgan und Wells Fargo erwartet. "Dann werden wir mit Impulsen nur so zugedeckt", sagte ein Händler.

Gewinner und Verlierer hielten sich bei den Standardwerten die Waage. Den Markt belastete vor allem das Marktschwergewicht Nestle. Die Titel des weltgrössten Nahrungsmittelherstellers büssten 0,5 Prozent ein, was den Leitindex etwas nach unten drückte. Mit den Aktien von Bell und Givaudan sowie der Konkurrenten Symrise und Arkema büssten weitere defensive Werte deutlich an Wert ein.

Dagegen konnten die ebenfalls als wenig konjunkturzyklisch geltenden Pharmariesen Novartis und Roche rund ein halbes Prozent an Wert gewinnen.

Die Anteile des Übernahmeziels Actelion kletterten um 1,6 Prozent nach oben. Im Markt kursierten Spekulationen, Johnson & Johnson könnte das Übernahmeangebot für den Biotechkonzern erhöhen. Der US-Konzern und Actelion führen Gespräche über Kooperationsmöglichkeiten.

Banken mit Gewinnmitnahmen

Die Aktien der Banken litten laut Händlern nach dem jüngsten Anstieg unter Gewinnmitnahmen. UBS verloren 0,1 Prozent und Credit Suisse schwächten sich ebenfalls leicht ab.

Die Aktien der Versicherer waren insgesamt leichter, sie grenzten aber im Verlauf die Abschläge ein.

Zu den Gewinnern zählten Anteile von zyklischen Firmen. Die Richemont-Aktien stiegen um 4 Prozent. Morgan Stanley hat die Empfehlung für den Luxusgüterwert auf "Overweight" von "Equal-Weight" angehoben. "Wenn ein Analyst zwei Tage vor dem Zwischenbericht eine Aktie hochstuft, muss er schon sehr davon überzeugt sein, dass das Ergebnis überzeugt", sagte ein Händler. Richemont wird am Donnerstag über die Geschäftsentwicklung im wichtigen Weihnachtsquartal berichten.

Die Anteile des Mitbewerbers und Uhrenkonzerns Swatch rückten 2,8 Prozent vor. Beide Titel haben laut Händlern stark unter Baissespekulationen gelitten. "Vielleicht werden diese Baissespekulationen nun glattgestellt", sagte ein Börsianer.

Die Titel des Personalvermittlers Adecco waren etwas fester.

Der Anteil von ABB gewann 1,2 Prozent. Der Elektrotechnikkonzern hat einen Auftrag über 640 Millionen Dollar aus Indien an Land gezogen.

Die Aktien von Syngenta sanken um 0,2 Prozent. Der Agrarchemiekonzern und der chinesische Staatskonzern ChemChina haben der EU-Wettbewerbsbehörde Zugeständnisse angeboten, um Bedenken der Kartellwächter gegen ihre geplante Fusion zu zerstreuen, erklärte ein Firmensprecher. Syngenta rechne weiterhin mit dem Zustandekommen des Deals. "ChemChina und Syngenta sind der Transaktion weiterhin voll verpflichtet und zuversichtlich, dass es zu einem Abschluss kommt", sagte der Syngenta-Sprecher.

Am breiten Markt ermässigten sich die Sika-Aktien um 0,3 Prozent. Der Bauchemiekonzern steigerte den Umsatz im Vorjahr währungsbereinigt um 5,6 Prozent auf den Rekordwert von 5,75 Milliarden Franken, lag damit aber am unteren Rand der Analystenerwartungen.

Die Evolva-Anteile brachen nach einer Umsatzwarnung um 32,7 Prozent ein. Evolva stellte für das vergangene Jahr nur noch neun bis zehn Millionen Franken Umsatz in Aussicht, rund ein Drittel weniger als zuletzt im August. Die Analysten der Bank Vontobel sprachen von einer sehr enttäuschenden Nachricht. Die Erfolgswahrscheinlichkeit für den Süssstoff Stevia könnte abnehmen, was den fairen Wert der Aktie beeinträchtigen könnte. 

(Reuters)