EU-Parlamentspräsident Schulz: Brexit wird noch unterschätzt

Der anstehende Ausstieg Grossbritanniens aus der Europäischen Union wird nach Einschätzung von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz auf beiden Seiten des Ärmelkanals noch unterschätzt.
11.01.2017 12:44
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz.
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz.

"Ich glaube, der Brexit selbst ist in seiner Dimension noch gar nicht richtig begriffen worden - und zwar auf beiden Seiten", sagte Schulz am Mittwoch in Berlin am Rande einer Veranstaltung der Zeitung "Die Welt". Es sei offenbar auf beiden Seiten noch nicht genügend klar, dass der Brexit "kein Kinderspiel" sei.

"Wenn ein G7-Staat, die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU, ein vetoberechtigtes Mitglied im UN-Sicherheitsrat, die EU verlässt, dann ist das eine Schwächung der EU", sagte Schulz. Großbritannien sei andererseits aber auch deshalb eine so wichtige Volkswirtschaft, weil das Land damit den Zugang zum EU-Binnenmarkt hat. "Und den haben sie gerade abgeschnitten", sagte Schulz. Nun gehe es zuallererst darum, die EU zusammenzuhalten und ein vernünftiges Verhältnis zu Großbritannien zu entwickeln.

An der nicht-öffentlichen Veranstaltung der "Welt" nahm auch der britische Schatzkanzler Philip Hammond teil.

(Reuters)