Häufig gestellte Fragen zur Pensionierung

Werde ich nach der Pension viel weniger Steuern bezahlen? Kann ich mir die Frühpension überhaupt leisten? Das sind nur zwei von oft gestellten Fragen, wenn es auf die Pensionierung zugeht. Hier die wichtigsten Antworten.
02.10.2015 00:01
Die Pensionierung bringt vielen Schweizern Erleichterung, aber auch neue Sorgen.

Mit der Pensionierung beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Der Schritt ins Pensionsalter bietet zwar viele neue Freiheiten, ist mit vielen Unsicherheiten und Unabwägbarkeiten begleitet. Das zeigt sich immer wieder in Beratungsgesprächen mit Pensionierungsprofis. Hier sind am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Pensionierung und die Antworten darauf.

Erhalte ich ab meiner Pensionierung automatisch die AHV-Rente?

Für die Anmeldung ist man selber verantwortlich. Das Anmeldeformular für die AHV-Rente findet man unter www.ahv.ch (Formulare), oder auf jeder AHV Zweigstelle. Damit man die erste AHV-Rente pünktlich auf die Pension bekommt, sollte man die Anmeldung drei bis sechs Monate vor Ihrer Pensionierung einreichen.

Wie lange reicht meine Pensionskassenrente (PK) aus?

Sicherheit wird im Alter sehr hoch eingestuft. Darum lassen sich Pensionäre vielfach eine Rente statt das Alterskapital aus der Pensionskasse ausbezahlen. Dies ist sicherlich beim Erstgedanken naheliegend, denn die Rente gilt ja lebenslänglich und der Pensionär weiss genau, was er erhält. Zudem ist es aktuell eine Herausforderung, auf den Kapitalmärkten eine ansprechende Rendite zu erzielen.

Was bedeutet das aber langfristig?

Eine laufende Rente darf nach heutigem Recht nicht gekürzt werden. Die Kaufkraft lässt aber Jahr für Jahr nach, und die wenigsten Pensionskassen passen die Renten regelmässig der Teuerung an. Beispiel: Wenn die Rente heute 4000 Franken beträgt (bei einer angenommenen Teuerung von 2 Prozent), ist diese Rente in 10 Jahren noch 3268 Franken, und in 20 Jahren noch 2670 Franken Wert. Wenn man sich für den Kapitalbezug entscheidet, ist man sehr viel flexibler mit dem eigenen Kapital und kann dieses individuell einsetzen, um die eigenen Bedürfnisse abzudecken. Dafür muss man aber auch mit den Schwankungen an den Kapitalmärkten umgehen können.

In vielen Fällen ist es sinnvoll, das effektive Budget zu mindestens 60 - 70 Prozent über die AHV und PK-Renten abzudecken und den Rest als Kapital zu beziehen. So kann man vermeiden, dass das Kapital zu schnell abgebaut wird, man hat aber trotzdem ein finanzielles Polster auf der Seite.

Werde ich nach der Pension viel weniger Steuern bezahlen?

Nicht unbedingt. Denn die Steuer kennt keinen Tarif für Pensionierte. Deswegen gilt der normale Tarif "Einzel" oder "Verheiratet". Auch fallen diverse Abzugsmöglichkeiten wie Berufskosten, Säule 3a usw. weg. Diejenigen, die nebst der AHV und der PK beispielsweise auch noch andere Einkommen aus privaten Rentenversicherungen oder Immobilienerträgen haben, werden bei den Einkommenssteuern besonders hart getroffen. Darum ist es wichtig, die Steuerplanung ein paar Jahre vor der Pension zu planen. Bei Renten gilt: Was einmal ausgelöst ist, bleibt lebenslänglich und ist Jahr für Jahr einkommensteuerpflichtig. Dies kann auf die Jahre teuer werden, denn die Steuerbelastung ist auch in Zukunft budgetrelevant.

Kann ich mir die Frühpension überhaupt leisten?

Dies kommt sehr auf das Budget und den zukünftigen Lebensstandard an. Da man bei der Frühpensionierung die gewünschte Zeitspanne bis zur ordentlichen Pensionierung ohne Einkommen überbrücken muss, spielt es eine wesentliche Rolle, wie viele Ersparnisse vorhanden sind. Ab der Frühpensionierung beginnt der Kapitalverzehr. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit diesem Thema ist somit unabdingbar. Ebenfalls sind die AHV-Beiträge bei einer Frühpensionierung zu berücksichtigen. Diese können ganz schön ins Geld gehen. Die AHV-Beitragspflicht bleibt bis zum ordentlichen Pensionsalter (Männer 65/Frauen 64) bestehen. Meist reicht aber schon ein geringes Arbeitseinkommen, um die AHV-Beiträge massiv zu reduzieren. Auch eine gleitende Pension mit Reduktion des Arbeitspensums kann eine Lösung sein.

Wie hoch ist eigentlich mein Budget?

Genau das ist die grosse Frage. Denn all die Renteneinkommen und das angesparte Vermögen lassen sich berechnen, nicht aber die Ausgaben. Es ist die persönliche Entscheidung, was man mit der nun neu zur Verfügung stehenden Zeit tun will. Auch diesbezüglich sollte man sich schon sehr früh Gedanken machen. Vielfach sind die ersten Jahre nach der Pensionierung auch die "teuersten". Danach werden die Ausgaben meistens sinken. Doch leider kann es auch hier anders kommen. Man denke hier an die steigenden Gesundheitskosten. Somit ist es sinnvoll, wenn man ein Budget aufstellt, damit man nicht in  die Kostenfalle tappt.

(ATG/cash)