Hier spriesst das Zins-Pflänzchen noch etwas

Die Negativzinsen der Nationalbank machen den Sparern das Leben schwer. Doch es gibt noch Wege, etwas Zins zu ergattern.
09.02.2016 19:55
Von Pascal Züger
Das Sparguthaben wächst auch heute noch – wenn man es sorgsam pflegt.
Das Sparguthaben wächst auch heute noch – wenn man es sorgsam pflegt.
Bild: ©tuk69tuk/fotolia.com

Erinnern Sie sich noch, als es in der Schweiz Sparkonten gab, die mit über 5 Prozent verzinst wurden? Zuletzt war dies im Jahr 1992 der Fall. Seither ging es zinsmässig konstant bergab. Banken bieten heute mehr oder weniger keinen Zins an. Hinzu kommt die Seitwärtsbewegung an der Schweizer Börse: Für den Schweizer Leitindex SMI war das Jahr 2015 ein Nullsummenspiel. Dieses Umfeld macht es schwierig, Geld gewinnbringend anzulegen. Doch es gibt sie noch, die wenigen verbliebenen Zinsmöglichkeiten und verwandte Anlagen.

Steuern früh einzahlen
Wer im «richtigen» Kanton wohnt, kann von etwas Zins profitieren, wenn die Steuern kurz nach dem Erhalt der provisorischen Steuerrechnung im Frühling überwiesen werden. Allerdings ist auch dieser Vergütungszins kollabiert. In Zürich betrug dieser 2015 1,5 Prozent, heuer sind es nur noch 0,5 Prozent. Zug ist gar von 1 Prozent auf null gegangen.

Auf Dividendenkönige setzen
Wenn es sonst nichts zu holen gibt, stürzen sich Anleger auf Aktien mit hohen Dividenden. Eine zu hohe Ausschüttung des Gewinns an die Aktionäre kann aber die Substanz einer Firma aushöhlen. Nur Unternehmen, die auf einem gesunden Fundament stehen, können die Dividende über einen langen Zeitraum garantieren. Typische Dividendenaktien sind: Zurich, Swiss Re, Swisscom, Banque Cantonale Vaudoise.

Sparkonto bewusst wählen
Die fetten Zinsjahre sind definitiv vorbei. Trotzdem gibt es bei ausgewählten Banken noch einen kleinen Batzen zu holen. Den Spitzenplatz nimmt eine eher unbekannte Regionalbank ein: Die Spar- und Leihkasse Frutigen zahlt auf ihrem «Sparkonto plus 12» 0,61 Prozent Zins. Dieses spezielle Sparkonto besitzt jedoch eine zwölfmonatige Kündigungsfrist. Etwas weniger zahlt die Banque CIC (Suisse).

In Kassenobligationen investieren
Wer sein Geld für eine bestimmte Dauer nicht braucht, kann den Kauf einer Kassen­obligation ins Auge fassen. Solche werden von Banken zu einem fixen Zinssatz und einer festen Laufzeit ausgegeben. Die Papiere unterliegen dem Einlegerschutz. Bei achtjährigen Kassenobligationen sind noch Zinssätze von bis zu 1,5 Prozent möglich.

In Säule 3a einzahlen
Die attraktivsten Zinssätze liegen derzeit bei knapp unter 1 Prozent. 3a-Konten bieten aber nicht nur einen Zins, sondern auch steuerliche Vorteile: Die jährliche Einzahlung kann vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden und die Kapitalzuwächse sind steuerfrei.

Bei Baugenossenschaften anlegen
In der Schweiz gibt es über 1500 Baugenossenschaften. Einige bieten nicht nur preiswerte Mietwohnungen, sondern auch Depositenkonten an. Bei langfristigen Anlagen liegen Zinsen bis zu 1,75 Prozent drin. Übrigens: Baugenossenschaften sind nicht zur Annahme von Darlehen verpflichtet.

Dieser Beitrag ist Teil des am 3. Februar 2016 publizierten cash-Anlegermagazins «VALUE». Dort erfahren Sie auch viel Wissenswertes über Aktien: lohnende Langfristanlagen, sechs Anlagestrategien, Tipps zu ETF.

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