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Emerging Markets werden unterschätzt

Wer in den letzten Jahren auf Aktien aus den Emerging Markets gesetzt hat, musste Verluste hinnehmen. Doch das Blatt könnte sich bald wenden.
24.11.2015 00:01
Von André Michel
Fensterputzer am World Financial Center in Shanghai. Beim Wachstum der Schwellenländer hängt viel von China ab.
Fensterputzer am World Financial Center in Shanghai. Beim Wachstum der Schwellenländer hängt viel von China ab.
Bild: Bloomberg

Die Angst vor einer Zinserhöhung in den USA und die Diskussionen über die nachlassende Wachstumsdynamik in China haben die Aktienmärkte der Schwellenländer in der ersten Novemberhälfte erneut unter Druck gesetzt. Damit ging das Trauerspiel weiter: Wer vor fünf Jahren in Schwellenländer-Aktien investiert hat, musste gemessen am MSCI Emerging Market Index* einen Verlust von mehr als 20 Prozent hinnehmen. Zum Vergleich: der MSCI World Index, der die entwickelten Länder abbildet, legte fast 40 Prozent zu, das US-Aktienbarometer S&P 500 sogar 70 Prozent. 

Zugegeben – es braucht etwas Mut, gegen den Strom zu schwimmen. Doch eine einfache Börsenweisheit lautet: "Steige ein, wenn niemand kaufen will." Dieser Punkt könnte jetzt für Schwellenländer-Aktien gekommen sein, denn die aktuellen Kurse widerspiegeln sehr viel Pessimismus. Risikofähige, längerfristig orientierte Anleger sollten nun Positionen aufbauen.

Denn inzwischen sind die Emerging Markets günstig. "Die Bewertungen liegen weit unter den Tiefstständen, die nach der Krise von 2008 erreicht wurden", schreibt etwa die UBS. So liegt das PE-Ratio, welches die Kurse ins Verhältnis zu den erwarteten Unternehmensgewinnen setzt, mit rund 11 nicht nur unter dem zehnjährigen Durchschnitt, sondern auch deutlich unter den Werten für die entwickelten Märkte von rund 15.

Ähnlich verhält es sich mit dem Preis-Buchwert-Verhältnis, welches den Kurswert einer Aktie am Substanzwert des Unternehmens misst. Dieses liegt für die Schwellenländer bei 1,4, verglichen mit historisch 1,8 und Werten von rund 2,5 in den USA oder in der Schweiz, wie aus Daten der Investmentbank J.P. Morgan hervorgeht.

Aktienmärkte unterbewertet

Natürlich rechtfertigt die politische und wirtschaftliche Stabilität der USA oder der Schweiz eine höhere Bewertung ihrer Unternehmen. Es stellt sich allerdings die Frage nach dem richtigen Mass. In Anbetracht der Tatsache, dass die am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt in den Schwellenländern zu finden sind, sind deren Aktienmärkte unterbewertet.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für die Emerging Markets im Jahr 2016 ein Wachstum von 4,5 Prozent – verglichen mit 2,2 Prozent in den entwickelten Ländern. Für die Folgejahre ist die Tendenz ähnlich. Zusammen mit der in den meisten Schwellenländern vorteilhaften demografischen Entwicklung, technologischen Fortschritten und einer weiteren Liberalisierung verspricht dies auch ein gutes langfristiges Wachstum der Unternehmensgewinne.

Natürlich gibt es nach wie vor Risiken:

• Die zu erwartende Abkehr von der Nullzins-Politik der USA könnte die Schwellenländer kurzfristig nochmals unter Druck setzen: Der US-Dollar könnte weiter steigen. Zudem wird ein Kreditabfluss aus den Emerging Markets befürchtet. Diese Effekte dürften aber gering sein, da sich die Finanzmärkte auf die bevorstehende Zinserhöhung in den USA eingestellt haben. Zudem ist zu erwarten, dass das Fed gemächlich in kleinen Schritten vorgehen wird.

• Zahlreiche Strategen argumentieren mit der Abschwächung des Wirtschaftswachstums in China. Doch dies sollte eigentlich niemanden mehr überrascht haben. Zudem ist Chinas Wirtschaft im dritten Quartal 2015 immer noch um 6,9 Prozent gewachsen. Mehr als respektabel für ein Land, das sich im Umbruch befindet – hin zu einer weniger exportorientierten Konsumgesellschaft. Mit den von der Regierung um Ministerpräsident Li Keqiang im unlängst vorgelegten Fünfjahresplan prognostizierten Wachstumsraten von 6,5 Prozent wird China weiterhin zu den Treibern der Weltwirtschaft gehören. Davon dürften in den nächsten Jahren auch die anderen asiatischen Schwellenländer profitieren, welche – zusammen mit China – fast 70 Prozent des MSCI Emerging Markets Index ausmachen.

• Das dritte Argument, das gegen die Schwellenländer angeführt wird, ist die Entwicklung der Rohstoffpreise. Es trifft natürlich zu, dass einige dieser Staaten stark vom Rohstoff-Export abhängig sind – zum Beispiel Russland und Brasilien, die sich in einer Rezession befinden. Doch es wäre verfehlt, alle Schwellenländer in Sippenhaft zu nehmen.

Die Erwartung, dass die Emerging Markets in den nächsten Jahren Motor der Weltwirtschaft sein werden, schlägt sich – zusammen mit der günstigen Bewertung – in den Prognosen der Vermögensverwaltungsgesellschaft Schroders nieder. Sie rechnet für die kommenden sieben Jahre für Aktien aus den Emerging Markets mit einer jährlichen Rendite von real 8,1 Prozent, verglichen mit 2,3 Prozent für die entwickelten Märkte.

Hier Tipps für Anleger:

• Investieren Sie nicht in Einzelaktien, sondern in Fonds. So können Sie das Risiko verteilen.

• Investieren Sie gestaffelt: Einen Drittel des vorgesehenen Betrages noch dieses Jahr, je ein weiteres Drittel in den kommenden zwei Quartalen.

• Kaufen Sie nicht einfach einen Fonds oder einen ETF, der den MSCI Emerging Markets Index oder ein ähnliches Barometer abbildet. Vertrauen Sie auf einen Fonds, der versucht aus der unterschiedlichen Entwicklung der einzelnen Märkte einen Nutzen zu ziehen.

 

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