Schutz gegen Schäden - Wie Sie Ihre Autoversicherung optimieren können

Vergleichen, vergleichen, vergleichen - dies gilt auch bei Motorfahrzeug-Versicherungen. Die Kosten für ein Auto lassen sich um hunderte von Franken im Jahr optimieren, wenn man die richtigen Faktoren berücksichtigt.
08.05.2019 07:15
Von Marc Forster
Bevor man sich ans Steuer setzt, muss ein Auto sinnvoll versichert sein.
Bevor man sich ans Steuer setzt, muss ein Auto sinnvoll versichert sein.
Bild: Pixabay

Es fängt an mit der Wahl der passenden Motorfahrzeugversicherung. Es gibt vier: Haftpflicht ist vorgeschrieben, schützt aber nicht gegen Schäden am eigenen Auto. Daneben gibt es die Teilkaskoversicherung und den Kollisionsschutz, die zusammengenommen die Vollkaskoversicherung bilden. Diese versichert die meisten möglichen Schäden. Als vierte Art der Versicherung existiert der Insassenschutz. 

Die Frage, ob man die teureren Teil- oder Vollkaskoversicherungen in Anspruch nehmen soll, beantwortet sich nur individuell und muss genau abgewogen werden. Empfohlen wird die Vollkaskoversicherung bei Neuwagen, sie soll aber nach zwei Jahren in eine Teilkasko umgewandelt werden. 

Im Detail spielen auch folgende Punkte eine Rolle, wenn man ein Auto optimal versichern will: 

Vergleichen Sie beim Neukauf Versicherungen: Der Wechsel zu einem neuen Auto ist eine gute Gelegenheit, nach einer neuen Versicherung Ausschau zu halten. Die Police kann bei einem neuen Auto ohne Kosten ausserordentlich gekündigt werden.

Wählen Sie die Versicherung selbst aus: Wer dem Autoverkäufer den Abschluss der Versicherung überlässt, bekommt oft nicht das günstigste Angebot. Händler halten sich gern an den immer gleichen Anbieter – teilweise, weil sie gar Provision erhalten.

Prüfen Sie die Bonusstufen: In der Autohaftpflicht bezahlt man nicht die volle Prämie, sondern einen bestimmten Prozentsatz, bezeichnet als "Bonusstufe". Die Bonussysteme der Versicherer sind aber unterschiedlich. Allein schon deswegen müssen Offerten hier genau abgeglichen werden. Und aufgepasst: Mit einer höheren Bonusstufe bei einem günstigen Versicherer fährt man oft immer noch besser als mit einer "schlechteren" Bonusstufe in einem teuren Vertrag. 

Überlegen Sie sich einen Bonusschutz: Nach einem Schaden stufen die Versicherer die Kunden zurück: Wer 1500 Franken Grundprämie hat und im Bonussystem von 30 auf 50 Prozent gesetzt wird, bezahlt statt 450 Franken nun 750 Franken. Ein Bonusschutz als Teil der Motorfahrzeugversicherung sichert gegen solche Preisaufschläge ab. Manche Versicherer bieten in der Motorfahrzeug-Haftpflicht einen Bonusschutz für einen Schadenfall pro Jahr an. 

Behalten Sie prämienverteuernde Faktoren im Auge: Die jährliche Summe für den Versicherungsschutz setzt sich aus mehreren Variablen zusammen. Fahrpraxis, Alter, Staatsangehörigkeit wie auch das Automodell spielen eine Rolle. Für einen leistungsstarken Wagen ist die Prämie in der Regel höher.

Nutzen Sie prämiensenkende Anreize: Ein besonders umweltschonendes Modell bringt Prämienersparnis mit sich. Wer wenig fährt, kommt je nach Versicherer mit weniger Prämie weg. Wer verspricht, mit 0,0 Promille zu fahren, zahlt weniger. Bestimmte Automarken haben eigene und günstige Versicherungsangebote. Prämiensenkend wirkt auch, wenn man sich verpflichtet, für den Fahrzeugunterhalt eine Vertragsgarage des Versicherers zu berücksichtigen. 

Setzen Sie auf den Selbstbehalt: Die Prämie bei einer Kaskoversicherung lässt sich auch durch einen Selbstbehalt reduzieren. Da muss allerdings nachgerechnet werden: 50 Franken Ersparnis bei 500 Franken Selbstbehalt lohnen sich nur dann, wenn man zehn Jahre lang keinen Unfall baut.

Beachten Sie den Wertverlust: Ein neues Auto verliert schnell an Wert. Bei einem Diebstahl oder Totalschaden erstattet der Versicherer oft nur noch den Zeitwert. Ein Zeitwert-Zusatz kann zum Beispiel beinhalten, dass bis zwei Jahre nach dem Kauf der volle Kaufpreis vergütet wird.  

Überlegen Sie sich weitere Zusätze: Wer Grobfahrlässigkeit versichert, stützt sich, wenn er selbst beim Fahren die Regeln missachtet – etwa bei einem Blechschaden infolge eines missachteten Vortritts. Als sinnvoll gesehen wird der Schutz gegen teure Glasschäden. 

Verzichten Sie auf unnötige Zusätze: Eine separate Unfallversicherung braucht es nicht, wenn man durch den Arbeitgeber oder die Krankenkasse gegen Unfall versichert ist. Marderschutz und eine Versicherung gegen Parkschäden ist überflüssig, wenn man normalerweise auf Garagenplätzen parkiert. Gewisse Versicherer bieten Zusatzleistungen wie Pannendienst an, die man aber nicht braucht, wenn man schon bei einem Touringclub dabei ist.

Achten Sie auf die Laufzeit: Empfohlen werden Versicherungen mit einem Jahr Laufzeit. Längere Laufzeiten sind oft im Interesse des Versicherers, aber nicht der Kunden. Behauptungen, fünf Jahre Laufzeit seien üblich, stimmen nicht. 

Das Einsparpotential bei einem gründlichen Vergleich der Anbieter beträgt bei Vollkasko 250 bis 300 Franken im Jahr. Weil gerade Lenkerinnen und Lenker in der Schweiz - ähnlich wie bei Banken - ihrem Anbieter traditionell treu sind und jahrelang nicht wechseln, kann verpasstes Sparpotential schnell 600 Franken im Jahr betragen. Zu beachten ist dabei, dass abseits der grossen Namen im Schadengeschäft mehr und mehr kleinere, aber innovative Versicherer auf den Markt kommen. 

Aus Sicht von Christoph Biveroni, Experte vom Vergleichsportal Verivox, hat man den grössten Spar-Hebel aber bei der Wahl Vollkasko oder nicht. Der Rundumschutz ist etwa doppelt so teuer wie die einfache, obligatorische Haftpflicht. Auch mit einem Selbstbehalt könne grosses Sparpotential ausgeschöpft werden.

Dabei verhält es sich allerdings ähnlich wie mit der Franchise bei der Krankenkasse: Für den Notfall muss genügend Geld zur Verfügung stehen: "Man trägt – ähnlich wie beim Verzicht auf Vollkasko – einen grösseren Teil des Risikos selbst", sagt Biveroni.