Vom Gewinn profitieren - Vier Dividenden-Aktien für Anfänger

Stabile Dividendenzahlungen eines Unternehmens bedeuten für Anleger nicht nur Einkommen: Gerade unerfahrenere Börsianer erhalten durch sie eine gewisse Sicherheit. Vier Aktien, bei denen sich auch Anfänger wohl fühlen.
19.04.2017 06:47
Von Marc Forster
Coca-Cola ist ein «Dividendenkönig» unter den US-Aktien - Auch die Schweiz hat ein paar Dividendenperlen.
Coca-Cola ist ein «Dividendenkönig» unter den US-Aktien - Auch die Schweiz hat ein paar Dividendenperlen.
Bild: Pixabay

Es gibt mehrere Arten, mit Aktien viel Geld zu machen: Wagemutige oder analystisch Begabte kaufen die Titel von Unternehmen, denen sie eine grosse Zukunft voraussagen. Dies nennt man eine Wachstumsstories, die Investoren mit einem stark steigenden Aktienkurs belohnen sollen.

Aber dazu muss man, wie gesagt, gut informiert sein oder über gute Polster verfügen, sollten sich Rückschläge einstellen. Wer sich erst an Aktien herantastet, sollte lieber sicherere Werte suchen. Eine Orientierungshilfe bieten dabei die Dividenden. Ein Unternehmen, das Jahr für Jahr in vergleichbarer Höhe einen Teil des Gewinns an die Aktonäre weitergibt, fördert ein gewisses Grundvertrauen. Eine stabile Dividende ist oft ein Zeichen dafür, dass ein Unternehmen nachhaltige Margen erwirtschaftet und über einen ansprechenden Cash-Flow verfügt.

Eine regelmässige, gute Dividende bietet für Anleger Jahr für Jahr Einkommen, auch wenn der Aktienkurs schwankt. Folgende Unternehmen sind auch für jene interessant, die noch nicht zu den "alten Hasen" im Börsengeschäft gehören.

Zurich Insurance Group

Ein sicherer Wert, vor allem, was die Ausschüttung betrifft. Der grösste Schweizer Vertreter der Branche bezahlt 17 Franken pro Aktie, was derzeit eine Dividendenrendite von im Vergleich sehr hohen 6,4 Prozent bedeutet.

Darüber hinaus verspricht die Zurich, diese Ausschüttung weiter beizubehalten. Für Anleger wichtig zu wissen ist: Auf der einen Seite sind solche Zusicherungen schnell ad acta gelegt, wenn die Zeiten schlechter werden. Andererseits wäre für das Zurich-Management eine Abkehr von der bisherigen Dividendenpolitik ein schwerwiegender Schritt, der zum Vertrauensverlust in die Aktie und das Unternehmen führen würde. Auch nach den krisenhaften Geschäftsjahren 2014 und 2015 behielt die Zurich die 17 Franken bei.

Operativ hat sich der Weltkonzern etwas gefangen, seit Mario Greco im März des vorigen Jahres als CEO das Ruder übernommen hat. Das wissen auch die Finanzmärkte, die den Kurs in den vergangenen zwölf Monaten um 27 Prozent nach oben trieben: In nächster Zeit dürfte die Aktie daher keine grossen Sprünge mehr machen. Als geduldiger Anleger fährt man mit der Zurich aber gut, mindestens bis zur nächsten Dividendenzahlung.

Swiss Re

Der Rückversicherer vom Zürcher Mythenquai eilt von Erfolg zu Erfolg, schwimmt im Geld und weiss nicht, wohin damit – daher bekommen es meist die Aktionäre. Dieser Satz stimmt nicht ganz, denn das Traditionsunternehmen hat durch die tiefen Zinsen und innovative Konkurrenten Gegenwind bekommen; Schwere Naturkatastrophen sowie andere grosse Schäden können die Gewinne schnell stark schrumpfen lassen. Operativ ist Swiss Re eher ein Auf und Ab.

Die Swiss Re verfügt aber über grosse Eigenkapitalbestände und darüber hinaus ein Überschusskapital. Dieses speist sich aus den Gewinnen aus dem Rückversicherungsgeschäft, aber auch aus unrealisierten Gewinnen aus dem Anleihenportfolio. Investieren kann oder will das Management diese Milliardensummen nicht. Dafür gibt es Aktienrückkäufe und schon mehrmals hintereinander Sonderdividenden: Die Rendite auf der Ausschüttung beläuft sich aktuell auf 5,4 Prozent.

Vom Kurs her ist Swiss Re eine Aktie für Anleger mit langem Horizont: Seit April 2016 hat sie 3,9 Prozent an Wert verloren. Trotz schwankenden Gewinns ist das Unternehmen aber solide geführt und dabei, in seinem Kerngeschäft effizienter zu werden. Überschüssiges Kapital wird das Unternehmen weiterhin haben.

Roche

Nestlé, Novartis und Roche sind die drei Schwergewichts-Aktien, die zusammen mehr als die Hälfte der Gewichtung im SMI ausmachen. Alle drei sind anständige Dividendenzahler: Bei Nestlé beträgt die Rendite 3 Prozent, bei Novartis 3,8 Prozent und bei Roche 3,2 Prozent. Roche hat sich als Dividendentitel insofern einen besonderen Namen gemacht, als dass 2017 die Ausschüttung auf den Genussschein zum 30. Mal in ununterbrochener Folge angehoben wurde.

Als defensiver Titel, also als Papier, das beim Kursverlauf relativ schwach auf Konjunkturschwankungen reagiert, war die Roche lange von Wertzuwächsen verwöhnt. 2016 war dagegen ein schlechtes Jahr für Roche-Anteilseigner. Seit Dezember erholt sich der Kurs mit einem Anstieg um 16,5 Prozent wieder.

Analysten empfehlen Roche grossmehrheitlich zum Kauf. Auch deswegen, weil Medikamente und Diagnostik aus dem Hause Roche weltweit weiter gefragt sein werden.

The Coca-Cola Company

Ausländische Aktien sind für Börsen-Anfänger grundsätzlich heikel. Wenn, dann sollten Anleger nur zu Titeln greifen, die bekannt sind und operative Stabilität unter Beweis stellen können. Eine nachhaltige Ausschüttungspoltik hilft zusätzlich.

Denn es gibt Dividendenperlen (gute Dividendenzahler), es gibt Dividendenaristokraten (Dividenden werden schon seit langem erhöht) und Dividendenkönige (die Ausschüttung erhöht sich seit einer gefühlten Ewigkeit). Coca-Cola bezahlt seit 1920 die Dividende einmal im Quartal. Seit 55 Jahren ist die Höhe der Ausschüttung dabei Mal für Mal erhöht worden. Für das erste Quartal 2017 gab es 37 amerikanische Cent. Der Hersteller des schwarz-dunkelroten Erfrischungsgetränks gehört also zum Uradel der dividendenzahlenden Unternehmen. Die Dividende gilt als stabil und wird empfohlen für langjährige Anleger, die von der Rendite profitieren wollen - wie etwa der berühmte Warren Buffett, seit langem Coca-Cola-Aktionär. 

Weil die Gewinne dünner geworden sind, sollten Aktionäre kein zweistelliges Dividendenwachstum erwarten. Mit weltberühmten Marken (neben Coca-Cola unter anderem auch Fanta, Sprite oder Schweppes) ist der Konzern überall präsent und in der Lage, Margen und Cash-Flow zu schützen.