Der Prozess des Zurückweichens der Inflation verlaufe wie erwartet, sagte Lagarde am Dienstag dem Sender CNBC. «Wir müssen lediglich noch etwas mehr Vertrauen in diesen Prozess der Disinflation aufbauen», merkte sie an.

«Aber wenn sich dieser gemäss den Erwartungen entwickelt, wenn wir keinen grossen Schock in der Entwicklung haben, bewegen wir uns auf einen Moment zu, wo wir unsere restriktive Geldpolitik abschwächen müssen.» Dies werde einer angemessen kurzen Zeit geschehen.

Lagarde hatte am Donnerstag nach der Zinssitzung in Frankfurt die Finanzmärkte auf eine nahende erste Zinssenkung womöglich schon im Juni vorbereitet. Dabei komme es auf die Beurteilung der Inflationsaussichten, der Dynamik der zugrundeliegenden Teuerung und der Schlagkraft der Geldpolitik an, hatte sie gesagt.

Die Inflation war im März auf 2,4 Prozent gesunken, womit sie nicht mehr weit von der EZB-Zielmarke von 2,0 Prozent entfernt liegt. Die EZB werde nicht warten, bis alles zurückgehe auf zwei Prozent, um die Entscheidungen zu fällen, die notwendig sein würden, hatte die Notenbankchefin gesagt.

Der am Finanzmarkt richtungsweisende Einlagensatz, den Geldhäuser erhalten, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken, liegt seit September auf dem Rekordniveau von 4,00 Prozent. Der Leitzins steht bei 4,50 Prozent.

(Reuters)