Die Namenaktien von Logitech stehen am Mittwoch unter starkem Abgabedruck. Darf man Berichten aus dem Berufshandel Glauben schenken, dann treffen vor allem aus dem angelsächsischen Raum grössere Verkäufe ein.
Dabei wird das Westschweizer Unternehmen vom Markt für die Ergebnisenttäuschung bei Dell Computers Computers vom Vorabend in Sippenhaft genommen. Mit einem Umsatz von 14,4 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 0,43 Dollar je Aktie verfehlte der amerikanische PC-Hersteller die bei einem Umsatz von 14,9 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 0,46 Dollar pro Titel liegenden Konsensschätzungen im ersten Quartal klar. Auch die firmeneigenen Prognosen für das laufende Quartal fallen ziemlich ernüchternd aus: Die angestrebte Umsatzbandbreite von 14,7 bis 15 Milliarden Dollar bleibt deutlich hinter den bei 15,4 Milliarden Dollar liegenden Markterwartungen zurück.
Enttäuschend entwickelte sich bei Dell Computers insbesondere der Absatz im Geschäft mit Privatkunden. Eigenen Angaben zufolge hatte das Unternehmen gegen Ende des zurückliegenden Quartals vermehrt mit einer Kanibalisierung durch Smartphones und Tablet-PC zu kämpfen. Im Jahresvergleich brach der Umsatz mit Privatkunden um 13 Prozent ein. Und die Prognosen für das laufende zweite Quartal lassen vermuten, dass sich der Absatzrückgang ungebremst fortsetzen könnte.
Für mich ist gut nachvollziehbar, dass die Entwicklung bei Dell Computers hierzulande in Bezug auf das Kerngeschäft von Logitech mit PC-Peripheriegeräten Ängste schürt. Anlässlich der Quartalsergebnispräsentation von Ende April gelang es den Westschweizern zwar, die Skeptiker eines Besseren zu belehren. Zudem versuchen die Firmenverantwortlichen dem strukturellen Druck mit Kosteneinsparungsmassnahmen Herr zu werden. Eine Schwalbe macht allerdings noch keinen Frühling. Erst das kommende Weihnachtsgeschäft wird zuverlässige Anhaltspunkte liefern, ob der Turnaround an Fahrt gewinnt.
Seit Ende April kauft Logitech wieder aggressiv eigene Aktien über die zweite Handelslinie zurück. Diese Aktienrückkäufe waren meines Erachtens denn auch der eigentliche Grund hinter den jüngsten Kursavancen. Rein rechnerisch geht den Westschweizern das Pulver für weitere Rückkäufe zunehmend aus. Meinen Berechnungen zufolge kann Logitech nur noch für gut 60 Millionen Dollar eigene Aktien erwerben. Das Unternehmen wird das Aktienrückkaufprogramm im Hinblick auf die kommende Ergebnispräsentation sowieso irgendwann in der ersten Hälfte Juni einstellen müssen. Spätestens ab dann könnten die Papiere weiter im Kurs zurückfallen.
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In der Öl- und Gasförderung hat sich in den letzten Jahren so einiges getan. Nicht zuletzt dank neuen Fördermethoden für Erdgas ist Nordamerika mittlerweile zum Nettoexporteur von Mineralölerzeugnissen geworden. Einigen Experten zufolge könnte der Kontinent sogar zum neuen Nahen Osten werden.
Der für die Bank Vontobel tätige Experte greift die neuen Fördermethoden für Erdgas in einer Studie auf. Dank neuer Bohrmethoden in Verbindung mit hydraulischem Fracking stünden in den USA nun riesige Erdgasreserven zur Verfügung, die in Schiefer gebunden seien. Derzeit werde rund 23 Prozent des Erdgases aus Schiefer gewonnen. Bis Ende 2035 sei mit einer Verdoppelung dieses Anteils auf 49 Prozent zu rechnen, so der Experte weiter.
In der Folge seien in den USA rund 90 Prozent der Projekte für LNG-Terminals verschoben oder storniert worden. Diese Entwicklung wirke sich hierzulande insbesondere bei Burckhardt Compression eher belastend aus. Ausserdem sei fraglich, ob das Unternehmen mit seinem Dual-Fuel-Antrieb für LNG-Schiffe am Markt rasch Erfolg haben werde, da das Produkt den neuen Marktbedürfnissen nicht gerecht werde. Die Aktien werden deshalb mit «Reduce» und einem 185 (160) Franken lautenden Kursziel zum Verkauf empfohlen.
Im Gegenzug zählt der für die Bank Vontobel tätige Experte das Winterthurer Traditionsunternehmen Sulzer zu den möglichen Gewinnern der Schiefergasproduktion. Die Divisionen Sulzer Pumps und Sulzer Chemtech würden wichtige Lösungen für das Wassermanagement bei Bohrungen anbieten. Bisher mache der Schiefergasbereich beim Unternehmen allerdings erst rund 2 Prozent des Jahresumsatzes aus, so der Experte. Die Aktien von Sulzer werden mit «Buy» und einem Kursziel von 145 (150) Franken eingestuft.
Auch von einer Branchenkonferenz in Florida treffen positive Rückmeldungen für Sulzer ein. Die von den amerikanischen Mitbewerbern an der Konferenz gemachten Aussagen lassen ermutigende Rückschlüsse für die Nachfragesituation in den Absatzmärkten zu – für mich ein klarer Hinweis darauf, dass man diese Aktien nach dem jüngsten Kursrückgang im Auge behalten sollte.
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Deutlich verhaltener fallen die von ABB anlässlich der Branchenkonferenz gemachten Aussagen aus. Teilnehmern der Konferenz zufolge äusserte sich CEO Joe Hogan etwas vorsichtiger als in der Vergangenheit. Aufgrund der jüngsten politischen Entwicklungen scheint Hogan die Aussichten im Schlüsselmarkt China etwas vorsichtiger als seine Kollegen bei anderen Arbeitgebern einzuschätzen. Dasselbe gilt für seine Aussagen in Bezug auf die Preisentwicklung im Strominfrastrukturgeschäft. Hogan geht eigenen Angaben zufolge nur von einer Stabilisierung, nicht aber von einer Erholung aus.
Die Aktionäre von ABB befinden sich weiterhin in einem Wechselbad der Gefühle. Schon seit Wochen geben sich Ängste und Hoffnungen gegenseitig die Türklinke in die Hand. Wichtig für das Sentiment in der europäischen Investitionsgüterindustrie bleibt China. Nur wenn sich die Regierung in Peking zu neuen Wirtschaftsstimuli durchringen kann, ist in unseren Breitengraden eine Stimmungsaufhellung möglich.
Ich bleibe auf längere Sicht jedoch zuversichtlich für die Aktien von ABB. Anders als andere Mitbewerber hat das Schweizer Unternehmen die Weichen auf der Kostenseite rechtzeitig gestellt. Zudem bleiben die strukturellen Wachstumsaussichten im spätzyklischen Strominfrastrukturgeschäft gut.

