11:45

Der Leitindex SMI notiert gegen Mittag um 0,01 Prozent tiefer bei 12'130,50 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, tritt mit 1998,43 Zählern (-0,03 Prozent) ebenfalls mehr oder weniger auf der Stelle. Und der breite SPI steht mit 16'653,85 Zählern (+0,04 Prozent) minim im Plus. Im SLI geben 17 Werte nach und 13 legen zu.

Dabei verlaufe das Geschäft eher in ruhigen Bahnen, heisst es. Die Marktteilnehmer schwankten zwischen Vorsicht und der Angst, etwas zu verpassen. «Das Resultat ist, dass wir uns nach der raschen Erholung vom Zollschock nunmehr seit einiger Zeit seitwärts bewegen», sagte ein Händler. Aber eine Konsolidierung tue ja nur gut.

Nun wollten die Marktteilnehmer sehen, wie stark die Wirtschaft bereits unter der US-Zollpolitik gelitten habe. Daher blickten sie bei den Firmenabschlüssen auch darauf, wie diese die weiteren Aussichten beurteilten. Dabei würden gute Ergebnisse die Anleger auch zu Gewinnmitnahmen verleiten. Die Aufmerksamkeit gelte aber auch den Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA, die am Berichtstag reichlich veröffentlicht werden. Derweil ist die hiesige Wirtschaft laut einer ersten Schätzung des Seco im ersten Quartal überraschend stark (+0,7 Prozent) gewachsen. Am Nachmittag gilt der Fokus unter anderem den US-Detailhandelsumsätzen, den Produzentenpreisen, dem Philly-Fed-Index und den Industrieaufträgen.

Unter Abgaben leiden vor allem zyklische Werte wie Adecco, Sika, VAT, Holcim und ABB mit Einbussen von -1,6 bis -0,5 Prozent. Bei Richemont (-1,4 Prozent) würden am Tag vor der Bîlanzpräsentation Gewinne mitgenommen, sagte ein Händler. In ihrem Sog neigten auch Swatch (-0,4 Prozent) zur Schwäche.

Nach wie vor wenig gefragt sind Medizintechnikwerte wie Sonova (-0,3 Prozent), Straumann (-0,2 Prozent) und Alcon (-0,3 Prozent). Letztere haben sich inzwischen von den Anfangsverlusten wieder gefangen. Der Augenheilmittelkonzern hatte in der Nacht auf Mittwoch den Quartalsbericht veröffentlicht und damit die Anleger schwer enttäuscht, so dass die Aktie 7,6 Prozent einbrach.

Fester sind SGS (+0,8 Prozent), Swisscom (+0,8 Prozent), Schindler PS (+0,7 Prozent) und Nestlé (+0,6 Prozent) und damit alles Aktien von Unternehmen mit einem eher defensiven Geschäftsmodell.

Dagegen verharrten die beiden Pharmawerte Roche GS (-0,1 Prozent) und Novartis (+0,04 Prozent) nahe der «Nulllinie». Die Branche leide weiter unter den Zolldrohungen von US-Präsident Trump. «Hier zeigt sich, dass aus einem defensiven Wert unter Umständen auch schenll ein risikoreicher werden kann», meinte ein Händler.

Bei den Finanzwerten sind die Anteile der UBS (+0,4 Prozent) fester. Swiss Re (+0,1 Prozent) legen am Tag vor dem Quartalsbericht leicht zu. Die Anleger rechnen mit einem Gewinnrückgang. Hier dürfte wohl das Ausmass der Schäden wegen der verheerenden Waldbrände in Kalifornien von Anfang Jahr im Mittelpunkt stehen.

Auf den hinteren Rängen stehen Avolta (-0,3 Prozent) im Fokus. Der Reisedetailhändler hat für das erste Quartal 2025 zwar gute Zahlen vorgelegt und sich auch trotz US-Zöllen und geopolitischen Unsicherheiten optimistisch für den weiteren Verlauf geäussert. Doch nähmen nun die Anleger den Bericht als Anlass für Gewinnmitnahmen, meinte ein Marktteilnehmer. Die Aktie war zuletzt stark gestiegen. Dies auch wegen Gerüchten, dass Finanzgesellschaften das Unternehmen kaufen könnten.

Gefragt sind dafür Lastminute (+6,5 Prozent). Der Onlinereiseanbieter hat im ersten Quartal Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert.

Bei den Aktien von Sunrise (-5,8 Prozent oder 2,62Fr.) belastet die Dividendenzahlung von 3,33 Franken je Aktie den Kurs. Auch bei Temenos (-1,1 Prozent oder 0,70 Fr.) drückt die Dividende (1,30 Fr.). Forbo (-5,6 Prozent) brechen nach einer Verkaufsempfehlung von Kepler Cheuvreux ein.

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10:30

Die Allianz hat mit ihrem Geschäftsbericht die Anleger nicht überzeugt. Die Titel des Versicherungsriesen geben fast drei Prozent nach.

Das operative Ergebnis der Allianz stieg im ersten Quartal zwar um sechs Prozent auf 4,24 Milliarden Euro und war damit so hoch wie nie. Vom Unternehmen befragte Analysten hatten das allerdings erwartet. Ein Händler verwies zudem auf Enttäuschungen beim Nettogewinn und der Solvenzquote. Die Kennziffer für die Kapitalstärke lag zum Jahresauftakt bei 208 Prozent, Experten hatten im Schnitt mit 211 Prozent gerechnet.

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10:00

Der Leitindex SMI notiert gegen 10 Uhr um 0,15 Prozent tiefer. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, ermässigt sich um 0,25 Prozent auf 1989,32 und der breite SPI um 0,17 Prozent auf 16'586,17 Zähler. Im SLI geben 24 Werte nach und sechs legen zu.

Unter Abgaben leiden vor allem zyklische Werte wie Adecco, Sika, Kühne + Nagel, ABB, VAT und Holcim mit Einbussen von -1,6 bis-0,9 Prozent. Richemont (-1,6 Prozent) und Swatch (-1,5 Prozent) litten unter Gewinnmitnahmen, heisst es.

Anschlussverkäufe belasten Alcon (-1,3 Prozent). Der Augenheilmittelkonzern hatte in der Nacht Mittwoch den Quartalsbericht veröffentlicht. Dabei hatten die Zahlen und der Ausblick die Anleger schwer enttäuscht.

Fester sind mit den Aktien von SGS, Schindler, Nestlé, Givaudan, Schindler und SIG Papiere von Unternehmen mit einem eher defensiven Geschäftsmodell. Sie gewinnen bis zu 0,7 Prozent hinzu.

Auf den hinteren Rängen stehen Avolta (-1,1 Prozent) im Fokus. Der Reisedetailhändler hat für das erste Quartal 2025 zwar gute Zahlen vorgelegt und sich auch trotz US-Zöllen und geopolitischen Unsicherheiten optimistisch für den weiteren Verlauf geäussert. Doch nähmen nun die Anleger den Bericht als Anlass für Gewinnmitnahmen, meinte ein Marktteilnehmer.

Bei den Aktien von Sunrise (-6,5 Prozent oder 2,90 Fr.) belastet die Dividendenzahlung von 3,33 Franken je Aktie den Kurs. Auch bei Temenos (-1,6 Prozent oder 1,00 Fr.) drückt die Dividende (1,30 Fr.) auf den Kurs.

Die Anleger zeigten sich angesichts der anhaltenden Unsicherheit bezüglich der Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump weiterhin vorsichtig, heisst es am Markt, dies trotz der erzielten Handelsabkommen zwischen den USA und China sowie den USA und Grossbritannien.

Da inzwischen viele Indizes ihre Verluste seit der von Donald Trump Anfang April losgetretenen weltweiten Zoll-Lawine aufgeholt hätten, wollten Anleger nun zuerst sehen, wie stark die Wirtschaft bereits unter der US-Zollpolitik gelitten habe, und neigten derzeit halt eher zu Abgaben. Impulse für das Tagesgeschehen dürften von den zahlreichen Konjunkturdaten ausgehen. Dabei stehen diverse Makrodaten aus der Eurozone sowie den USA im Fokus. Derweil ist die hiesige Wirtschaft laut einer ersten Schätzung des Seco im ersten Quartal überraschend stark (+0,7 Prozent) gewachsen.

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09:30

Die Ölpreise haben am Donnerstag weiter unter Druck gestanden. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete zuletzt 64,63 US-Dollar. Das waren 1,46 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Juni fiel um 1,47 Dollar auf 61,68 Dollar zurück.

Zum Wochenanfang hatte noch eine Annäherung der USA und China in deren Handelsstreit die Konjunktursorgen vieler Investoren etwas gemildert; die Ölpreise waren in der Folge gestiegen. Mittlerweile aber werde die Zoll-Entspannung zwischen China und den USA einem Realitätscheck unterzogen, schrieb der Marktexperte Stephen Innes von SPI Asset Management. So hatten China und die USA zwar eine Senkung ihrer gegenseitigen Zölle beschlossen, allerdings gilt die Regelung erst einmal nur vorübergehend für 90 Tage - damit bleibt Ungewissheit.

Händler verwiesen mit Blick auf die schwächeren Ölpreise zudem auf Signale des Ölstaates Iran, im Gegenzug für eine Erleichterung bei Wirtschaftssanktionen im Atomstreit mit den USA Zugeständnisse zu machen.

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09:00

Der SMI startet 0,3 Prozent tiefer bei 12'096 Punkten. Dabei gibt die Mehrheit der Titel nach.

An der Spitze positionieren sich Nestlé und Givaudan mit rund 0,3 Prozent Zuwachs. Auch Swisscom sind knapp im Plus.

Grössere Einbussen gibt es für Alcon (-1 Prozent), Lonza (-0,75 Prozent) und Richemont (-1,6 Prozent). Bei Alcon dürfte es sich um Anschlussverkäufe nach dem Quartalsbericht handeln. Die Q1-Zahlen und der Ausblick hatten die Aktionäre des Augenheilmittelkonzerns schwer enttäuscht.

Bei den Aktien von Sunrise (-6,6 Prozent oder 2,97 Fr.) belastet die Dividendenzahlung von 3,33 Franken je Aktie den Kurs. Auch bei Temenos (-2,3 Prozent oder 1,46 Fr.) drückt die Dividende (1,30 Fr.) auf den Kurs.

«Der Schwung am Aktienmarkt scheint nun etwas nachzulassen», sagte ein Händler. Denn inzwischen hätten viele Indizes ihre Verluste seit der von Donald Trump Anfang April losgetretenen weltweiten Zoll-Lawine aufholen können. Nun müssten die Zahlen zeigen, wie stark die Wirtschaft bereits unter der US-Zollpolitik gelitten habe. Und an entsprechenden Daten herrscht am Berichtstag kein Mangel. Das Seco publiziert eine erste Schätzung zum Schweizer BIP im ersten Quartal, zudem werden auch BIP- und Industriedaten aus der Eurozone und Grossbritannien sowie Industriedaten und Frühindikatoren aus den USA veröffentlicht.

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08:05

Der SMI wird bei Julius Bär 0,3 Prozent tiefer erwartet. Alle 20 SMI-Titel notieren im Minus. 

Lonza bildet mit 0,9 Prozent das Schlusslicht, während Swisscom sich mit 0,16 Prozent Verlust abfinden muss.

Auch am breiten Markt gibt die Mehrheit der Titel nach. Einzig Siegfried (+0,25 Prozent) und Avolta (+2,5 Prozent) können vorbörslich zulegen. 

Händler verweisen auf die uneinheitlichen Vorgaben aus den USA. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit bezüglich der Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump verhielten sich die Anleger vorsichtig. Der Schwung aus den erzielten Handelsabkommen zwischen den USA und China sowie den USA und Grossbritannien scheine jedenfalls zunehmend nachzulassen.

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07:25

Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:

Alcon: Basler KB senkt auf 78 (83) Fr. mit ÜBERGEWICHTEN.

Clariant: Bernstein Société Générale senkt auf 10.10 (12) Fr. mit MARKET PERFORM. 

Forbo: Kepler Cheuvreux geht auf REDUCE (Hold) bis 790 (885) Fr. 

Logitech: Kepler Cheuvreux erhöht auf 88 (75) Fr. mit BUY. $

Medartis: Bryan Garnier für Kaufen bis 98 (95) Fr.

Sonova: Goldman Sachs senkt auf 310 (335) Fr. – Neutral

 

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06:00

Der SMI steht bei der IG Bank vorbörslich 0,1 Prozent tiefer.

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05:00

Die asiatischen Aktien geben am frühen Morgen nach. Die Anleger warten auf neue Impulse und Schlagzeilen zum Thema Handelskrieg. Aus Sicht vieler Analysten ist noch nicht klar, wie es etwa zwischen den USA und China nach den zunächst vereinbarten Zollsenkungen für 90 Tage weitergeht. «Die US-Zölle auf chinesische Waren sind immer noch viel höher als noch vor einigen Monaten», sagte Wei He, China-Ökonom bei Gavekal Research. «Die Aussichten sind nach wie vor sehr ungewiss.»

In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,1 Prozent auf 37.705,74 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix notierte 1,0 Prozent niedriger bei 2.736,47 Zählern.

Die Börse Shanghai verlor 0,3 Prozent auf 3.392,85 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,5 Prozent auf 3.924,67 Punkte.

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04:00

Die Ölpreise verlieren im frühen Handel fast 1 Dollar. Die Anleger erwarten ein mögliches Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran. Ein Berater des Oberhaupts des Iran hatte im US-Fernsehen erklärt, Iran sei bereit, einem Atomabkommen mit den USA im Gegenzug für die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen zuzustimmen. Damit könnte mehr iranisches Öl auf den Markt kommen. Zudem drückte ein Anstieg der US-Lagerbestände den Preis.

Am Rohstoffmarkt verbilligte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 2,1 Prozent auf 64,69 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 2,2 Prozent schwächer bei 61,75 Dollar.

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03:00

Der US-Dollar ist aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit weiterhin unter Druck.

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,3 Prozent auf 146,27 Yen und legte leicht auf 7,2148 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,2 Prozent niedriger bei 0,8397 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,2 Prozent auf 1,1191 Dollar und gab um 0,1 Prozent auf 0,9395 Franken nach.

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02:00

Der US-Standardwerteindex Dow Jones verabschiedete sich mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 42.051,06 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 notierte kaum verändert bei 5.892,58 Zählern, und der technologielastige Nasdaq zog um 0,7 Prozent auf 19.146,81 Stellen an.

Die Anleger warteten nun auf neue Impulse und Schlagzeilen zum Thema Handelskrieg, sagte Fiona Cincotta, leitende Marktanalystin bei City Index. Aus Sicht vieler Analysten ist noch nicht klar, wie es etwa zwischen den USA und China nach den zunächst vereinbarten Zollsenkungen für 90 Tage weitergeht. Ungewiss ist bislang auch, wie es nach Ablauf der 90-tägigen Zollpause auf europäischer Ebene weitergeht.

Viele Tech-Konzerne wurden von der Aussicht auf lukrative Geschäfte mit Saudi-Arabien getragen. «US-Präsident Donald Trump tritt wie ein Super-CEO in Saudi-Arabien auf», sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. «Das bringt US-Firmen grosse Aufträge.»

Aktien des KI-Server-Herstellers Super Micro Computer schnellten um 15,7 Prozent nach oben. Die Chipkonzerne Nvidia und Qualcomm legten um 4,2 und 1,1 Prozent zu. Der Halbleiter-Hersteller AMD konnte zudem mit einem Aktienrückkaufprogramm bei Anlegern punkten. Die Aktie stieg um 4,7 Prozent.

Unter Druck gerieten hingegen die Titel der Modefirma American Eagle, die 6,4 Prozent einbüssten. Angesichts der durch US-Zölle entstandenen unsicheren Wirtschaftslage sei es nicht möglich, eine zuverlässige Prognose für das Gesamtjahr zu treffen, teilte das Unternehmen mit. Die anhaltend hohe Inflation in den USA und zollbedingte Preissteigerungen haben die Verbraucher dazu veranlasst, ihre Ausgaben für nicht zwingend benötigte Produkte zurückzufahren. «Wir sind enttäuscht von unserer Leistung im ersten Quartal», sagte Konzernchef Jay Schottenstein. «Unsere Verkaufsstrategie hat nicht wie geplant gegriffen. Deswegen mussten wir stärker rabattieren und blieben auf hohen Lagerbeständen sitzen.» 

Im Rampenlicht bei den Unternehmen stand unter anderem das Börsendebüt des Online-Brokers eToro. Die US-notierten Titel des israelischen Unternehmens kletterten um 28,8 Prozent. Für eToro ist dies der zweite Anlauf zum Sprung auf das Börsenparkett. Das 2007 gegründete Online-Broker hatte 2021 versucht, unter das Dach eines Börsenvehikels (SPAC) zu schlüpfen, wobei eToro mit 10,4 Milliarden Dollar bewertet worden wäre. Doch der Versuch verlief ein Jahr später im Sande, nachdem Börsengänge via SPAC bei Investoren aus der Mode kamen.

(cash/AWP/Reuters)