Börsenlexikon

Herzlich Willkommen beim Börsenlexikon von cash

Um einen Begriff nachzuschlagen, können Sie wahlweise einen Suchbegriff eingeben oder auf einen Buchstaben klicken.

All + 1 2 3 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T Ü V W X Z
Beschreibung
1. Säule (Schweiz)

Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung (AHV). Staatliche Vorsorge der Schweiz, genannt auch 1. Säule.

2. Säule (Schweiz)

Pensionskasse (berufliche Vorsorge). Die 2. Säule der Vorsorge in der Schweiz. Geregelt im Gesetz zur beruflichen Vorsorge (BVG).

3. Säule

Private Altersvorsorge, welche die obligatorischen Säulen 1 und 2 ergänzt. Aufgeteilt wird sie in die Säule 3a (gebundene Vorsorge) und die Säule 3b (freie Vorsorge).

Abfindung

Gesamte Auszahlung, die bei Ablauf einer Versicherung fällig wird, oder die Auszahlung des Pensionskassenguthabens.

Abgeld

Bei Neuemissionen ist das Abgeld (häufig in Prozent angegeben) der Abschlag, um welchen der Ausgabepreis unter dem entsprechenden Normpreis, meist unter dem Nennwert liegt. Beim Optionsscheinhandel ist dies der in Prozent genannte Betrag, um welchen der Bezug der Aktie über den gekauften Optionsschein billiger ist, als ein direkter Kauf der Aktie. Im Gegensatz hierzu steht das Aufgeld/Prämie. 

ABS

Forderungsbesicherte Wertpapiere (engl.: asset-backed securities, kurz ABS). Es sind Anleihen, die ein Forderungsportfolio einer Zweckgesellschaft verbriefen.

Absolute Return

Strategie, bei der konstant positive Renditen angestrebt werden – und zwar unabhängig von der Entwicklung der Märkte. In der Absolute-Return-Strategie misst sich der Anlageerfolg in absoluten Zahlen. Herkömmliche Anlagestrategien zielen hingegen auf relative Rendite, das heisst, sie messen sich an einem Vergleichsindex und versuchen, diesen zu schlagen.


 

Abwertung

Herabsetzung des Aussenwerts einer Währung, gemessen an den bestehenden Wechselkursverhältnissen. Zweck ist eine Stimulierung der Exporte. Ausgeführten Waren und Dienstleistungen werden nun im Ausland billiger. Die Importe werden dagegen teurer, was sich mittelfristig ungünstig auf die inländische Preisstabilität auswirken kann.

Ad-hoc-Publizität

Ereignisse, die den Kurs einer Aktie massgeblich verändern können, müssen unverzüglich von der Aktiengesellschaft bekanntgemacht werden, um Insidergeschäfte zu verhindern.

ADR

Abkürzung für American Depository Receipts.
Hinterlegungsscheine für Aktien, die an Stelle der Aktien selbst an der Börse gehandelt werden.

Advance-Decline

Die A/D-Linien, oder die A/D-Balken, eignen sich dazu, die Situation des Gesamtmarktes quantitativ zu erfassen und zu beurteilen. Der Advance-/Decline-Chart wird üblicherweise aus der Differenz der Anzahl gestiegener zu den gefallenen Aktien erstellt. Diese Charts geben keinerlei Auskunft über den Wert der Kursveränderung, sondern zeigen lediglich die Anzahl der gestiegenen, unveränderten und gefallenen Aktien in Prozent. Die A/D-Darstellung sollte hauptsächlich in Verbindung mit einem Aktienindex betrachtet werden, um eine Bestätigung zu bekommen, ob der Trend noch stimmt.

Agio

kommt aus dem italienischen und heisst Aufgeld oder Aufpreis. Das Agio ist die Differenz zwischen dem Nennwert einer Aktie und dem Ausgabepreis (beispielsweise bei einem Börsengang). Der Gegensatz ist das Disagio oder Abgeld. 

AHV

Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung. Staatliche Vorsorge der Schweiz, die so genannte 1. Säule.

Akquisition

Übernahme eines Unternehmens durch ein anderes.  Geschieht der Verkauf nicht freiwillig, so spricht man von einer feindlichen Übernahme (Takeover).

Aktienanalyse

Unterschiedliche Verfahren zur Bewertung der Ertragskraft eines Unternehmens bzw. der Kurschancen der entsprechenden Aktien. Dabei werden bestimmte Kennzahlen erarbeitet, denen je nach Anlageschule ein unterschiedliches Gewicht beigemessen wird. So legen die sogenannten Fundamentalisten ihr Hauptaugenmerk auf den Verlauf der Konjunktur, den Auftragseingang, die Höhe der Zinsen, die Preisstabilität, die Auslastung der Unternehmenskapazitäten, das Kurs-Gewinn-Verhältnis, den Cashflow und die Rendite einer Aktie. Die Markttechniker dagegen versuchen anhand von Kursverläufen und Daten über die Umsätze typische Formationen o. ä. zu erkennen, die sie als Signale für den Kauf oder Verkauf einer Aktie interpretieren. Die Marktpsychologen schliesslich untersuchen insbesondere das gegebene Konsumverhalten, die Entwicklung des Geschäftsklimas sowie die allgemeine Stimmung unter den professionellen wie den nicht professionellen Börsianern.

Aktiengesellschaft (AG)

Die AG ist ein Unternehmen, an welchem deren Teilhaber (Aktionäre) über den Kauf von Aktien am Grundkapital dieser Firma beteiligt sind. Die Gesellschafter haften lediglich bis zur Höhe ihrer Beteiligung für die Verbindlichkeiten des Unternehmens, nicht aber mit dem übrigen Vermögen. Sinn und Zweck einer Aktiengesellschaft (AG) ist es, über die Ausgabe von Aktien erhebliche Kapitalsummen für Investitionen o. ä. zu besorgen und das Unternehmensrisiko auf viele Schultern zu verteilen. Die Mitwirkungsrechte an Entscheidungen des Unternehmens beschränken sich für den Aktionär im wesentlichen auf seine (mögliche) Stimmabgabe in der Generalversammlung, an der  über die Verwendung des Bilanzgewinns und die Entlastung der Aufsichtsgremien entschieden wird.

Aktienindex

Ein Aktienindex beinhaltet ein Portfolio aus Aktien eines bestimmten Marktes. Die einzelnen Aktienkurse (Indexbestandteile) werden, meist nach einer bestimmten Gewichtung wie z. B. der Börsenkapitalisierung addiert und ergeben als Total den Wert des Indexes. Veränderungen des Indexes  dienen als Barometer die betreffenden Märkte. Die wichtigsten Schweizer Aktienindizes heissen Swiss Market Index (SMI) und Swiss Performance Index (SPI). Die wichtigsten internationalen Indizes sind der Dow Jones Industrial Index der New York Stock Exchange, der Nikkei Index der Börse von Tokio, der Financial Times Index der Londoner Börse und der Deutsche Aktienindex (DAX).


 

Aktienkapital

Grundkapital einer Aktiengesellschaft (auch: Nennwert- oder Nominalkapital), an der ein Aktionär im Verhältnis des Nennwertbetrags seiner Aktien zu diesem Kapital beteiligt ist. Die Nennwertbeträge müssen nur einen Rappen betragen.

Aktienrückkaufprogramm

Aus bilanztechnischen Gründen oder zur Unterstützung des Kurses der eigenen Aktie kann es den Firmenverantwortlichen sinnvoll erscheinen, eigene Aktien zu kaufen. Diese Absicht wird mitgeteilt, bevor die entsprechenden Käufe beginnen.

Aktionär

Inhaber von Aktien einer Aktiengesellschaft (AG) und somit Teilhaber am Unternehmen. Zu den wichtigsten Rechten des Aktionärs zählen das Recht zur Teilnahme an der Generalversammlung, das Stimmrecht und bestimmte Auskunftsrechte. Er hat ferner Anspruch auf einen Anteil am Unternehmensgewinn. Einen direkten Einfluss auf die Geschäftsführung der Gesellschaft hat der Aktionär nicht. Für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet nur seine Einlage. Rechte und Pflichten des Aktionärs sind im Aktiengesetz geregelt.

Aktionärsbrief

Freiwilliger Zwischenbericht einer Aktiengesellschaft an die Aktionäre. Er ist Teil der Investor Relations und ergänzt die Berichterstattung der Unternehmung.

All-in-fee

Gebühr, die alle Kosten beinhaltet. Beispielsweise die Pauschalgebühr eines Fonds, die jedes Jahr abgezogen wird.

Allfinanz

Kombination von Bank- und Versicherungsprodukten, z.B. in fondsgebundenen Lebensversicherungen.

Alte Aktie

Im Gegensatz zu den jungen, neu herausgegebenen Aktien voll dividendenberechtigte Aktien eines Unternehmens. Aus diesem Grund notieren sie in der Regel über dem Kurs der jungen Aktien, die ihrerseits nur so lange separat an der Börse gehandelt werden, wie dieser Unterschied besteht.

Amortisation

(Ratenweise) Tilgung einer Schuld/Hypothek.

Analyst

Analysten oder genauer eigentlich Finanzanalysten werten meist im Dienste einer Bank systematisch Finanzmarktinformtionen aus, um Anlageinstrumente wie Aktien, Obligationen, Immobilien usw. zu bewerten und zum Kauf oder Verkauf zu empfehlen.

 

Anlagefonds

Ein Fonds ist ein Vermögen, das aus Einlagen vieler einzelner Anleger besteht. Das Fondsvermögen wird je nach Fonds von Anlageexperten auf den internationalen Wertschriftenmärkten in Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen investiert.Entsprechend der Höhe Ihrer Einlage besitzen die Anleger Anteile am Fonds. Der Wert dieser Anteile richtet sich nach dem Kurs der Wertpapiere im Fondsvermögen. Fondsanteile können in der Regel jederzeit dazugekauft oder wieder veräussert werden. Weil das Fondsvermögen rechtlich als Sondervermögen gilt, geniesst der Anleger einen erhöhten Konkukrsschutz.

 

Anlagepolitik

Die Anlagepolitik dient der Realisierung der Anlageziele. Zum Instrumentarium gehören z.B. die Auswahl der Wertpapiere, die Festlegung der Kauf- und Verkaufszeitpunkte und die Steuerung der Barreserve.

Anlagerendite

Siehe Angaben unter dem Stichwort (Renditekennzahlen).

Anleihe

Sammelbegriff für festverzinsliche Schuldverschreibungen mit vertraglich fixierter Tilgung, die den Schuldnern langfristige Finanzierungsmittel bereitstellen. Man unterscheidet zwischen öffentliche Anleihen (Bund, Kantone, Gemeinden usw.), Unternehmensstanleihen und Anleihen von Hypothekenbanken (Pfandbriefe). Je nach Güte (Bonität) des Schuldners und allgemeinem Zinsniveau schwanken die Kursnotierungen für solche Anleihen. Bei insgesamt fallendem Zinstrend steigen die Kurse, bei steigendem Trend fallen sie. Je länger dabei die verbleibende Zeit bis zur restlosen Rückzahlung des Anleihebetrags (Restlaufzeit), desto stärker die Schwankungen.

Anteil(schein)

Wertpapierrechtliche Verbriefung der Anschprüche des Kapitalanlegers gegenüber der Fondsleitung auf Beteiligung am Vermögen und am Ertrag des Anlagefonds. Der Anleger erhält nach neuem AFG einen physischen Anteilschein nur noch auf ausdrückliches Verlangen.

Anteilsschein

Anteilspapier an einem Anlagefonds, auch Zertifikat.

Anteilswert

Der Anteilswert ist die Summe aller im Fonds enthaltenen Vermögenswerte bereingt um allfällige Verbindlichkeiten des Anlagefonds bezogen auf einen Anteilschein. Der Anteilswert wird börsentäglich ermittelt und ist gleichbedeutend mit dem Rücknamepreis exklusive allfälliger Rücknahmekommisionen.

Antizylisches Investieren

Kauf und Verkauf von Wertpapieren gegen den vorherrschenden Trend.

Assekuranz

Versicherung

Asset Management

Übersetzt: Vermögensverwaltung. Die Betreuung der  Kundenvermögen und der eigenen Vermögen durch Finanzinstitute und Vermögensverwalter.

Asset-Allocation

Vermögenszusammensetzung. Aufteilung eines Wertschriftendepots in Aktien, Obligationen, Geldmarktanlagen, Währungen, Rohstoffen, Immobilien usw. Es wird zwischen der strategischen und der taktischen Asset Allocation unterschieden. Die strategische legt den langfristigen Rahmen resp. die Bandbreiten fest. Die taktische richtet sich kurzfristig an den Entwicklungen der Märkte aus, wobei sie sich innerhalb der Bandbreiten der strategischen Asset Allocation bewegen muss.

 

Asset-Backed Security

Abkürzung: ABS. Obligationsähnliches Wertpapier, das durch einen Pool von Finanzaktiva (z.B. Forderungen aus Hypotheken, Konsumentenkrediten usw.) gedeckt ist. Der Forderungspool wird von einer Finanzierungsgesellschaft treuhänderisch verwaltet, welche ihrerseits die Investoren aus dem Cashflow des Pool bedient.

Aufgeld, Agio

Meist in Prozent ausgedrückter Wert, um den z. B. der Ausgabekurs eines Wertpapiers über einem bestimmten Normpreis, in der Regel dem Nennwert, liegt. Unter dem Aufgeld versteht man aber auch den Betrag (in CHF oder Prozent gemessen), den der Käufer für ein entsprechendes Recht (Optionspreis, Option, Bezugsrecht) über den rechnerischen Wert hinaus zu bezahlen bereit ist. Wenn eine Aktie z.B. bei 40 CHF notiert und der Optionsschein bei einem Basiskurs von ebenfalls 40 CHF momentan vier CHF kostet, beträgt das Agio zehn Prozent.

Aufgeschobene Rente

Rente, deren Auszahlung erst ein paar Jahre nach Einzahlung des Kapitals oder des Vertragsabschlusses gilt.

Aufsichtsbehörde

Staatliche Aufsichtsbehörde zur Überwachung der Tätigkeit von Anlagefonds. In der Schweiz ist die Finanzmarktaufsicht Finma,  in Luxemburg das Institut Monétaire du Luxemburg und in Deutschland die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin .

Aufwertung

Heraufsetzung des Außenwerts einer Währung, gemessen an den jeweiligen zu den anderen Währungen bestehenden Wechselkursverhältnissen, im internationalen Handels- und Zahlungsverkehr. Im allgemeinen geht sie zu Lasten der Exportwirtschaft des entsprechenden Landes, da die ins Ausland ausgeführten Waren dort bei sonst gleichbleibenden Verhältnissen teurer werden, während eingeführte Waren günstiger erstanden werden können.

Ausgabeausschlag

Aufgeld beim Erwerb von Fondsanteilen.

Ausgabekommission

Die Differenz zwischen Ausgabepreis und Rücknahmepreis bezeichnet man als Ausgabekommission. Die Ausgabekommission dient der Deckung der Vertriebskosten.

Ausgabepreis

Der Ausgabe- oder Emissionskurs ist der Kurs, den Anleger bei der Ausgabe von Wertpapieren (Emission) zahlen müssen. Er wird börsentäglich ermittelt und in der einschlägigen Presse (Wirtschaftsteil) publiziert.

 

Ausschüttende Anlagefonds

Bei einem ausschüttenden Anlagefonds werden ordentliche und ggf. ausserordentliche Erträge (siehe Erträge) in der Regel einmal pro Jahr ausgeschüttet. Die Erträge werden bis zum Ausschüttungstag im Fondsvermögen angesammelt und erhöhen damit im Jahresverlauf den Anteilwert. Gegensatz: Thesaurierende Anlagefonds. Einige Fondsgesellschaften bieten Anlagefonds an, welche mit den Tranchen A (ausschüttend) und B (thesaurierend dem Anleger die Wahl lassen.

Ausschüttung

An die Eigner ausbezahlte Erträge. Bei Aktiengesellschaften: Zahlung von Dividende(n) an die Aktionäre. Bei Anlagefondsgesellschaften: ausbezahlte Erträge eines Fonds an die Inhaber der Anlagefondszertifikate. Bei Obligationen: Zahlung von Zins.

 

Ausübungspreis (Strike)

Auch Strike-Price. Betrifft Warrants/Optionen. Fixierter Kurs, zu dem ein Basistitel gekauft oder verkauft werden kann. Der Ausübungspreis eines Strukturierten Produkts wird üblicherweise durch die Optionskomponente bestimmt.


 

B2B

Business to Business, Abwicklungen von Geschäften von Unternehmen zu Unternehmen im Internet.

B2C

Business to Consumer, Abwicklungen von Geschäften von Unternehmen zu Konsumenten im Internet.

Back-end load

Kommission, welche beim Verkauf der Anteilswerte belastet wird. Die meisten Fondsgesellschaften verzichten auf eine solche Kommission.

Backwardation

Begriff aus dem Rohstoffmarkt. Bei "Backwardation" liegt der Kassapreis höher als der Preis für Terminware; der umgekehrte Fall wird "Contango" genannt.

Baisse

Periode mit stark und anhaltend fallenden Kursen. Das Gegenteil einer Hausse. Oft wird für Baisse auch der englische Begriff Bear Market verwendet. Bären (Bears) sind an der Börse Pessimisten. Im Gegensatz zu den optimistischen Bullen.

Balkenchart

Grafische Darstellung des Tiefst-, Höchst- und des Schlusskurses eines Anlageinstruments. Durch die detailliertere Dokumentation wird das Ausmaß der Kursschwankungen deutlich, und es lassen sich feine Veränderungen in der Angebots- /Nachfragesituation erkennen.

Barausgleich

Bereits in den Emissionsbedingungen für Optionscheine wird festgelegt, ob der Differenzbetrag zwischen aktuellem Kurs und dem Basispreis in bar ausbezahlt wird (Barausgleich), oder ob der zugrundeliegende Basiswert bei einem Call bezogen (Put: veräußert) werden muß.

Bärenfalle

Als Bärenfalle bezeichnet man die Situation, in der die Anleger einen fallenden Markt erwarten und nicht investieren, während der Markt jedoch steigt.


 

Barrendite

Siehe Angaben unter dem Stichwort (Renditekennzahlen).

Basisinstrument

Der Titel, auf den sich die Option bezieht. Oft spricht man auch vom "Underlying", also dem Anlagevehikel, das einer Option "zugrunde liegt.

Basisinstrument (z.B. Basisaktie)

Jener Titel, auf den sich die Option bezieht. Oft spricht man auch vom "underlying". Also dem Anlagevehikel, das einer Option "zugrunde liegt".

Basispunkt

Preiseinheit oder Messgrösse für die Veränderung, z. B. eines Zinssatzes um 0,01% oder eines Devisenkurses um 0,0001.

Bear

Übersetzt Bär. Bären sind für den aktuellen Börsentrend pessimistisch gestimmt. Optimisten heissen dagegen: Bullen (Bull).

Begünstigte

Die Person(en), die im Erlebensfall/Todesfall die Auszahlung der Versicherungssumme erhalten. Siehe auch Konkursprivileg.

Beige Book

Das Beige Book ist eine Zusammenfassung des wirtschaftlichen Zustandes der 12 Bezirke der US Notenbak Fed. Die Daten sind in der Regel eher qualitativer Natur als ein Zahlenwerk. Das Beige Book wird rund zwei Wochen vor der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) erstellt und dient diesem als Grundlage für den Zinsentscheid. Für den Investor bietet das Beige Book die Möglichkeit, bereits vor der FOMC-Sitzung einen der vielen Einflussfaktoren der Zinsentscheidung beim Handel zu berücksichtigen.

 

Belegschaftsaktie

Aktiengesellschaften bieten häufig eigene Anteile, sog. Belegschaftsaktien,  den Mitarbeitern zum Kauf an. Der Kaufpreis liegt üblicherweise unter dem aktuellen Börsenkurs. Belegschaftsaktien bieten dieselben Rechte wie andere Aktien. Belegschaftsaktien dürfen oft nicht vor dem Ablauf einer Sperrfrist verkauft werden. 
 

Bestens-Auftrag

Ist tendenziell zu vermeiden; es droht das Risiko, zu überhöhtem Kurs zu kaufen oder zu untersetztem Kurs zu verkaufen. Gegensatz: Limitierter Auftrag.

Beta-Faktor

Masszahl, um wieviel eine Aktie stärker (Zahl über 1) oder schwächer schwankt (Zahl unter 1) als die Gesamtbörse.

Beteiligungsgesellschaft

Aktiengesellschaft, deren Zweck es ist, sich an verschiedenen anderen Unternehmungen zu beteiligen. Beispiele an der Schweizer Börse sind BB Biotech oder HBM Healthcare. Beteiligungsgesellschaften können sich im Gegensatz zu Fonds auf weniger Beteiligungen konzentrieren.

Bewertung

Beurteilung eines Wertpapiers aufgrund verschiedener Bewertungsmassstäbe. Bei Aktien z.B. anhand des Kurs/Gewinn-Verhältnisses KGV, der Aktienrendite, der PEG-Ratio usw.

Bezahlt

Zum angegebenen Kurs konnten alle vorliegenden Aufträge abgewickelt werden (vgl. Kurszusätze). Der Kurszusatz "bezahlt Brief" besagt, daß zum angegebenen Kurs alle unlimitierten Verkaufsaufträge und jene Verkaufsaufträge, deren Limit darunter lag, vollständig, die zum festgestellten Kurs limitierten Verkaufsaufträge aber nur teilweise ausgeführt werden konnten, weil weiteres Angebot vorlag. Der Kurszusatz "bezahlt Geld" besagt, daß zum angegebenen Kurs alle unlimitierten Kaufaufträge und jene Kaufaufträge, deren Limit darunter lag, vollständig, die zum festgestellten Kurs limitierten Kaufaufträge aber nur teilweise ausgeführt werden konnten, weil weitere Nachfrage bestand. (vgl. Kurszusätze)

Bezugskurs

Der zum Bezug der neuen (jungen) Aktien festgelegte Kurs.

Bezugsrecht

Das einem Aktionär zustehende Recht, bei einer Kapitalerhöhung eines Unternehmens mit neuen Aktien bedacht zu werden, und zwar im Verhältnis seines bisherigen Anteils am Grundkapital zur vorgenommenen Erhöhung. Rein rechnerisch ermittelt man das Bezugsrecht nach der Formel: (Kurs der alten Aktie - Bezugskurs der jungen Aktie) : (Bezugsverhältnis + 1).

Bezugsverhältnis

Am Aktienmarkt, das Verhältnis der Alten Aktien zu den Jungen Aktien. Ein Verhältnis von 2:1 bedeutet zum Beispiel bedeuten, daß auf 2 Alte Aktien 1 Neue gekauft werden kann.


Am Optionenmarkt gibt das Bezugsverhältnis die Anzahl der Basisinstrumente an, die mit einem Warrant erworben werden können.





 

Bilanz

Gegenüberstellung der Aktiva und Passiva eines Unternehmens am Ende des Geschäftsjahres. Aus der Bilanz geht die Vermögenslage der Gesellschaft hervor.

Billigst

Ausdrücklicher Zusatz bei der (unlimitierten) Aufgabe einer Kauforder, wenn der Anleger bereit ist, jeden sich am Markt zum gegebenen Zeitpunkt herausbildenden ("günstigsten") Kurs zu akzeptieren, um auf jeden Fall zu einem Kaufabschluß zu kommen. An den Börsen gehen diese Aufträge den limitierten Aufträgen vor.

Blue Chip

Der wertvollste Chip im Pokerspiel ist blau. An der Börse: erstklassige Aktie einer multinational tätigen, führenden Unternehmung. In der Schweiz gelten jene Aktien als Blue Chips, die im Swiss Market Index (SMI) enthalten sind.

Bogen

Das bei Aktien aus Gewinnanteilsscheinen (Coupons), bei Anleihen aus Zinsscheinen und dem jeweiligen Erneuerungsschein (Talon) bestehende Wertpapier zur Geltendmachung der entsprechenden Rechte.

Bond

Amerikanisch für Obligation/Rente/Anleihe/Schuldverschreibung.

Bonität

Qualität eines Schuldners/Schuldpapiers.

Bonus

Gewinnbeteiligung in einer Kapitalversicherungspolice, wird manchmal auch als Prämienvergünstigung ausgezahlt.

Börse

Physischerr oder elektronischer Handelsplatz für Beteiligungspapiere an Aktiengesellschaften (Effektenbörsen), Währungen (Devisenbörsen) oder bestimmten Waren (Rohstoffbörsen).

Börsencrash

Dramatischer Verfall der Börsenkurse innerhalb kurzer Zeit. Meistens in Zusammenhang mit entsprechenden Entwicklungen am Anleihemarkt (Zinsanstieg). Hauptgrund ist oft die Angst vor einer weltweiten Wirtschaftskrise. Der erste Börsencrash dieser Art fand 1929 an der New Yorker Börse statt; er riß alle übrigen Finanzplätze mit sich und läutete die Depression der dreißiger Jahre ein. Am 19. Oktober 1987 kam es ebenfalls zu einem dramatischen Kurseinbruch an der New Yorker Börse mit Auswirkungen auf die gesamte Welt. Der jüngste Börsencrash von 2007 war die Folge der weltweiten Finanz- und Schuldenkrise.

Börsengang

Der Gang eines Unternehmens an die Börse. Eine bereits bestehende AG beschliesst, ihre Aktien an einer Börse kotieren zu lassen.  Eine Personengesellschaft oder einer GmbH in muss vor einem Börsengang zuerst in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden.
 


 

Börsengesetz

Regelt die Voraussetzungen für die Errichtung und den Betrieb von Börsen, um für den Anleger Transparenz und Gleichbehandlung sicherzustellen. Aufsichtsbehörde ist die Finma. Vollumfänglich ist das Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel (BEHG) seit 1999 in Kraft.

Börsenkapitalisierung

Wert aller Aktien einer Unternehmung. Theoretisch der Wert, den man zahlen müsste, um die Unternehmung vollständig zu kaufen. Konkret: Aktueller Kurswert der einzelnen Aktien multipliziert mit der Zahl der Aktien.

Börsenprospekt

Vor Zulassung eines Wertpapiers zum Handel an einer Börse hat das entsprechende Unternehmen unter anderem mit einem Börsenprospekt zu informieren: Dieser muss bestimmte Kriterien erfüllen, z.B. Informationen enthalten zur bisherigen und erwarteten Entwicklung des Unternehmens, zur Produktpalette, zur letzten Bilanz u. ä. Börsenprospekte, die wissentlich falsche oder stark geschönte Angaben enthalten, können im kritischen Fall zu Ansprüchen geschädigter Anleger gegenüber den an der Emission Beteiligten (Banken o. ä.) führen.

Börsenregeln

Oft recht brauchbare Faustregeln, die dem Anleger zu einer besseren Orientierung im Börsengeschehen verhelfen sollen. Zum Beispiel: Wie der Januar, so das ganze Jahr, sell im May and go away, nie alle Eier in den gleichen Korb usw. Eine Regel, wie man todsicher ohne Risiko reich wird, gibt es aber  leider nicht.

Börsentendenz, -trend

Die allgemeine Richtung, die ein Wertpapiermarkt zum gegebenen Zeitpunkt aufweist und in standardisierten Formeln ausgedrückt werden kann. Börsentendenzen sagen dem Anleger, ob die Wertpapierkurse steigen oder fallen. Geläufige Bezeichnungen: gehalten / behauptet / knapp behauptet / widerstandsfähig (geringe Kursveränderungen); freundlicher / freundlich / fest / fester / sehr fest (ansteigende bis stark ansteigende Kurse); nachgebend / schwächer / schwach / sehr schwach (fallende bis stark fallende Kurse). Halten solche Tendenzen über einen längeren Zeitraum vor, spricht man von einem Börsentrend.

Bottom Fishing

Frei übersetzt der Versuch, eine Aktie vom Boden "abzufischen". Nach oder in einem längeren und steilen Abwärtstrend mit Kursverlusten von mindestens 50 Prozent und mehr, besteht die Hoffnung, die Aktien habe einen Boden gefunden und drehe nun bald in einen Aufwärtstrend.

Bottom up

Übersetzt: von unten nach oben. Investmentstil, bei dem vor allem auf die Auswahl einzelner Titel und erst in zweiter Linie auf das makroökonomische Umfeld geachtet wird. Gegensatz: Top down.

Branchenfonds

Aktienfonds, die in einzelnen Branchen wie Energie, Rohstoffe, Pharma usw. oder in ein (Thema) wie Wasser investieren.

Break-Even

Gewinnschwelle von Verlust zu Gewinn. Der Moment, von dem an Gewinn erwirtschaftet wird. Im  Optionshandel dient der "Break Even" als Hinweis darauf, dass der Investor bei Ausübung des Optionsrechts - unter Beachtung der Zahlung der Optionsprämie - keinen Verlust erleidet. Bei einem Call-Optionsschein wird beispielsweise ein Gewinn erzielt, wenn der Kurs des Basiswerts bei Nutzung des Optionsrechts über dem Break-Even steht (ohne die Transaktionskosten zu rechnen). Im Falle eines Put-Optionsscheins muß der Kurs des Basiswerts unter den Break-Even fallen, um einen Gewinn zu erzielen. 
 

Brief

Kurszusatz, auch "B". Zum angegebenen Kurs lagen nur Verkaufsangebote im entsprechenden Wertpapier vor, ein Umsatz kam mangels Nachfrage aber nicht zustande (vgl. Kurszusätze). Bei dem Zeichen "bB" hinter dem Kurs - für bezahlt Brief - sind Aufträge abgewickelt worden, es stehen aber noch Aktien zum Verkauf.

Broker

Vermittler oder Händler von Wertpapieren, Versicherungen und anderen Finanzdienstleistungen.

Bruttodividende

Der Betrag, den ein Unternehmen als Dividende ausschüttet. Abzüglich der Verrechnungssteuer ergibt sich die Nettodividende.

Bruttosozialprodukt BSP

Der Wert aller innerhalb einer Periode in einer Volkswirtschaft produzierten Güter und Dienstleistungen, abzüglich dem Saldo der Erwerbs- und Vermögenseinkommen zwischen Inländern und der übrigen Welt. Zieht man vom Bruttosozialprodukt die darin enthaltenen Abschreibungen und indirekten Steuern ab und zählt die staatlichen Subventionen hinzu, so erhält man das Nettosozialprodukt zu Faktorkosten, auch Volkseinkommen genannt.

Buffett, Warren

Erfolgreichster Privatanleger der Welt: Gründer der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Der Aktienkurs von Berkshire Hathaway kletterte seit 1965 jedes Jahr um durchschnittlich 20 Prozent.

Bullefalle

Engagieren sich Investoren mit Käufen am Markt, weil sie auf steigende Kurse hoffen, und werden dann von fallenden Kursen überrascht, so bezeichnet man das als Bullenfalle.

Bullish

Optimistisch. Gegensatz: bearish, pessimistisch.

Businessplan

20- bis 50-seitiges Papier, das die Geschäftsidee und die konreten Massnahmen zu deren Umsetzung enthält. Ein Businessplan ist vor allem bei der Gründung einer neuen Firma nötig.

BVG

Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge-Gesetz: Grundlage zur Regelung der Pensionskassen (2. Säule).

Cashflow

Der Cashflow gibt Auskunft über die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens. Er wird aus dem Jahresgewinn zuzüglich der Abschreibungen auf Sachanlagen und den Veränderungen der langfristigen Rückstellungen berechnet. In der Praxis werden je nach Betrachtungsweise verschiedene Arten von Cashflows unterschieden (operativer Cashflow, Free Cashflow usw.).

Chart

Charts sind grafische Darstellungen der Kurs- und Umsatzbewegungen von Anlageinstrumenten bzw. Märkten.

 

 

Chartanalyse

Auch Technische Analyse genannt. Analyse des Kursverlaufs von Anlageinstrumenten ohne Berücksichtigung fundamentaler Aspekte. Anhand verschiedener Trends (Primär-, Sekundär-,Tertiärtrend), angenommenen Widerstands- und Unterstützungszonen, Durchschnittslinien, typischen Kursformationen usw. versucht der Chartanalytiker den günstigsten Zeitpunkt zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers ausfindig zu machen. Zu den bekanntesten grafischen Formationen zählen Kopf-Schulter-Formationen, Dreiecke, Keile und Wimpel.

Closed-End-Fund

An der Börse wie eine Aktie gehandelter Aktienfonds. Closed-End heisst, es werden keine zusätzlichen Anteile herausgegeben.

Compound Yield

Gesamtrendite aus Kursgewinn/verlust plus Zins- oder Dividendenertrag.

Contango

Begriff aus dem Rohstoffhandel. Bei "Contango" ist er Kassapreis ist tiefer als der Preis der Terminware. Den umgekehrten Fall nennt man "Backwardation".

 

Contrarian-Methode

Investieren gegen den vorherrschenden Trend, antizyklisches Handeln.

Convertibles

Wandelobligationen

Coppock

Der Coppock-Indikator ist ein modifizierter, linear gewichteter gleitender Durchschnitt. Als Datenpunkte dienen die prozentualen Kursveränderungen des Wertes. Dabei wird eine Reihe von x-Tagesveränderungen herangezogen. Der neueste Wert wird am stärksten gewertet, der letzte Wert der x-Tageperiode am wenigsten. Die Summe der Produkte teilt man durch die Anzahl der Tage und erhält als Ergebnis den Coppock-Indikator. Da er als Trend-Folge-Indikator ausgelegt ist, kann man ihn analog den gleitenden Durchschnitten verändern. Der Coppock liefert ein Kaufsignal, wenn er nach einem längeren Rückgang nach oben dreht. Die Umkehr sollte unterhalb der Null-Linie stattfinden. Ein Verkaufssignal entsteht, wenn der Coppock nach einem längeren Aufstieg sich wieder nach unten dreht, wobei die Umkehr über der Null-Linie stattfinden muß. Auf Kaufsignale sollte man umgehend reagieren, während man sich im Falle eines Verkaufsignals durchaus noch etwas Zeit lassen kann.

Corner

In der angelsächsischen Börsensprache bezeichnet ein Corner der Versuch einer Gruppe von Börsianern oder eines einzelnen Großspekulanten, alle verfügbaren Stücke eines Anlageinstrumentes aufzukaufen, um sie vom Markt zurückzuhalten und den Käufern den Preis diktieren zu können bzw. die Kurse in die Höhe zu treiben.

Corporate Bond Market

Markt der Unternehmens-Anleihen.

Cost averaging

Durchschnittspreis-Methode.

Courtage

Vermittlungsprovision an die Börsenmakler/Banken im Wertpapierhandel. Die Höhe der Courtage variiert von Bank zu Bank. Grössere Aufträge sind jedoch bei den meisten Banken anteilmässig günstiger als kleinere.

Covered Warrant

Zu Beginn des Optionshandels und auch heute noch versteht man unter den so genannten "gedeckten Optionsscheinen" Aktien-Optionsscheine, die das Recht zum physischen Bezug von Aktien verbriefen, die sich während der Laufzeit des Optionsscheins in einem gesondert gehaltenen Bestand befinden. In neuerer Zeit wird immer mehr auf das Instrumentarium des Deckungsbestandes verzichtet. Stattdessen stellen die Emittenten durch den Abschluss von weiteren Finanztransaktionen sicher, dass Lieferansprüche des Optionsscheininhabers bei Ausübung des Optionsrechts erfüllt werden. Darüber hinaus werden mittlerweile auch solche Optionsscheine vom Begriff "Covered Warrants" erfaßt, bei denen statt der physischen Lieferung ein Barausgleich möglich ist.

 

Crash

Extremer Kursrückgang: Börsensturz an einem Tag von über 20%.

Dachfonds

Dachfonds sind Fonds, die sich nicht aus einzelnen Wertpapieren zusammensetzen, sondern aus verschiedenen anderen Fonds. Dadurch wird für den Anleger eine größere Risikostreuung erreicht. Der Nachteil solcher Fund-of-Funds-Produkte ist, dass es oft zu einer doppelten Spesenbelastung für den Anleger kommt.

DAX

Der DAX-Index enthält als gewichteter Index 30 Aktien führender Unternehmen, die an deutschen Börsen amtlich gehandelt werden. Der Wert des DAX®-Index wird jede Sekunde an der Börse ermittelt. Im Gegensatz zum SMI ist der DAX ein Performance-Index. Die Dividenden werden also mitberücksichtigt.

Day-Trading

Spekulation auf Tagesschwankungen von Börsenkursen. Normalerweise werden keine Positionen über Nacht gehalten, sondern alles an einem Tag gekauft und wieder verkauft.

Default

Schuldnerverzug.

Deflation

Dauerhaft sinkendes Preisniveau. Käufe werden angesichts der Erwartung zukünftig niedrigerer Preise aufgeschoben, was zu einem weiteren Preisverfall und einer Fortsetzung der Abwärtsspirale führt. Rückläufige Preise in einzelnen Branchen, insbesondere aufgrund des technischen Fortschritts, gelten nicht als Deflation. Gegenteil: Inflation

 

Dekotierung

Aufgabe des öffentlichen Börsenhandels.

Demand

Der Demand-Index berechnet sich aus Volumen- und Kursdaten. Seine Zielsetzung ist es, Wechsel im Kursverlauf vorwegzunehmen. Bei der Konstruktion des Demand-Index (Nachfrage-Index) ging man von der Beobachtung aus, daß die Wechsel in dem Volumen oft vor den Trendwechseln der Kurse stattfinden. Diese Überlegung, die dem Demand-Index zugrunde liegt, ist einleuchtend, da Angebot und Nachfrage den Kurs bestimmen. Größere Kaufkraft bedeutet steigende Kurse, größerer Verkaufsdruck fallende Kurse. Der Demand-Index ist der Quotient aus Kaufkraft durch Verkaufsdruck. Der Techniker soll nun aus dem Verlauf des Aktienkurses und der Demand-Index-Kurve Handelssignale erkennen, bzw. einen Aufschluß darüber erhalten, wie die technische Stärke der Kursbewegung ist. Laufen beide Linien in entgegengesetzte Richtungen, läßt sich auf eine technische Schwäche schließen. Gewöhnlich folgt einer extremen Spitze im Demand-Index eine weitere Rallye des Kurses zu einem neuen Hoch. Der Durchbruch der Demand-Index-Linie durch ihren Trend ist ein Trendwendesignal für den Kurs.

Depot

Aufbewahrungsort für Wertpapiere bei der Bank.

Depotbankvergütung

Die Depotbank eines Fonds erhält für ihre Tätigkeit die banküblichen Depotgebühren sowie eine Vergütung, die sich nach Massgabe des Fondsreglements ergibt.

Depotgebühr

Meist jährliche Gebühr der Bank für das Führen des Depots.

Depotstimmrecht

Das im Einzelfall nach genau spezifizierten Weisungen oder mittels einer Pauschalerklärung des Aktionärs der depotführenden Bank eingeräumte Recht zur Stimmabgabe im Rahmen der Generalversammlung einer Aktiengesellschaft.

Depression

Andauernde Wirtschaftskrise mit schrumpfendem Wachstum und sinkenden Preisen.

Deregulierung

Ausdünnen oder Abschaffen von Gesetzen, Normen und Regeln.

Derivate

Abgeleitete Anlageprodukte wie beispielsweise Optionen und Futures.

Devisen

Alle ausländischen Währungen, insofern sie als Guthaben oder Wertpapiere Forderungen gegenüber dem Ausland darstellen. Nicht dazu ausländisches Bargeld, das als Sorten bezeichnet wird.

Devisen-Mittelkurs
Für die Umrechnung von einer Währung in eine andere verwenden wir Devisen-Mittelkurse.
 
Bitte beachten sie, dass die effektiv von der Bank oder einer Kreditkartenorganisation abgerechneten An- und Verkaufskurse vom Devisen-Mittelkurs abweichen.
Besonders gross ist die Abweichung bei Banknoten.
 
Beispiel:
 
Devisen-Mittelkurs Euro (gegen Franken): 1.10
Ankauf Euro als Banknoten (Briefkurs/Verkaufskurs aus Sicht der Bank): 1.13
Das heisst Sie bezahlen pro Euro 1.13 Franken
Verkauf Euro als Banknoten (Geldkurs/Ankaufskurs aus Sicht der Bank): 1.08
Das heisst Sie bekommen für einen Euro 1.08 Franken
 
Devisenbörse

Ort, an dem fremde Währungen gehandelt werden. Ausserbörslich handeln die Banken Devisen untereinander im Telefonverkehr.

Devisenmarkt

Markt für den Handel mit ausländischen Währungen. Am Devisenmarkt bildet sich der Devisenkurs (Wechselkurs) als Preis (Gegenwert) einer ausländischen Währung im Verhältnis zur inländischen.

Devisentermingeschäfte

Kauf- oder Verkaufsverträge für Devisen, bei denen die gegenseitigen Leistungen nicht sofort, sondern zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Direktinvestitionen

Direkte Geldanlagen in Aktien, Gold, Immobilien, Kunst Obligationen oder Geldmarkt. Indirekte Anlagen sind zum Beispiel Anlagefonds, Derivate oder Zertifikate.

Diskontsatz

Zinssatz, zu dem die Nationalbank Wechsel ankauft, die von den Banken angeboten werden. Die Banken können sich auf diese Weise kurzfristig Liquidität verschaffen.

Dividendenkontinuierungsmodell

Rechenmodell, das die künftigen Dividenden bei der Berechnung des fairen Aktienkurses berücksichtigt.

Dollar-Sensivität

Abhängigkeit von der Höhe des Dollarkurses: Je nach Industrie und Exportanteil ist der Einfluss eines hohen Dollars unterschiedlich. Beispiele: Die Schweizer Tourismusindustrie ist stark vom Dollar abhängig, die Bauindustrie hingegen kaum, da sie ihre Materalien nicht in den USA kauft und in den Staaten normalerweise keine Aufträge hat.

Dow-Jones-Index

Bekanntester Aktienindex der US-Börse: Er enthält allerdings bloss die 30 Aktien der führenden Industriefirmen.

Downgrading

Herabstufung einer Aktie oder Obligation durch die Analysten.

DTB

Die Deutsche Terminbörse (DTB) ist die Vorgängerin der europäischen Terminbörse Eurex.

Duration

Die Duration (auch als Macauley Duration bekannt) beschreibt die mittlere Kapitalbindungsdauer. Die Duration berücksichtigt im Gegensatz zur Restlaufzeit die unterschiedlich hohen Coupons der Anleihen, die auf Zinsänderungen naturgemäss unterschiedlich reagieren. Je grösser die Duration ist, desto stärker wirken sich Veränderungen im Zinsniveau auf den Kurs einer Anleihe aus, sowohl im positiven als auch im negativen Sinn.

Durchschnittliche Restlaufzeit

Die Laufzeit eines Geldmarktpapiers wie auch einer Obligation wird aufgrund des frühest möglichen Rückzahlungszeitpunktes ermittelt. Die durchschnittliche Restlaufzeit eines Anlagefonds ergibt sich aus dem Mittel der Laufzeiten der einzelnen Titel vom Bewertungszeitpunkt bis zur Rückzahlung.

Durchschnittspreis-Methode

Regelmässig gestaffelter Einkauf von Anlagen, z.B. Aktienfonds, für stets denselben Geldbetrag.

EBIT

Betriebsgewinn. EBIT: Abkürzung von Earnings before Interest und Taxes. Einkommen vor Zinsen und Steuern. Der Betriebsgewinn wird oft im Verhältnis zum Umsatz gesetzt. Dies ergibt die Betriebsgewinnmarge.

Effekten

Ältere Bezeichnung für Wertpapiere. Neben Aktien bezeichnet man z. B. auch Anleihen und Investmentanteile als Effekten. Vielfach wird heute noch die Wertpapierbörse als Effektenbörse und die Wertpapierabteilung als Effektenabteilung bezeichnet.

Effektenfonds

Anderer Begriff für Anlagefonds

Effektive Stücke

Tatsächlich physisch vorhandene Wertpapiere mit Mantel, Bogen, Zins- oder Dividendenschein.

Effektivverzinsung

Die tatsächliche Verzinsung, die ein Wertpapier unter Berücksichtigung aller Ankaufs- und Verkaufsgebühren, des Erwerbs- und Rückzahlungskurses, eventueller Ab- oder Aufschläge (Agio, Disagio), der Laufzeit und der Form der Tilgung usw. erbringt.

Eidgenossen

Schweizer Staatsobligationen

Eigenhandel

Der auf Rechnung und Konto der Kreditinstitute vorgenommene Handel mit Wertpapieren. Neben dem normalen Kundengeschäft handeln die Banken auch auf eigene Rechnung, insbesondere bei nicht amtlich notierten Wertpapieren. Vielfach sind auch sogenannte Stützungskäufe zu beobachten: Wenn eine Aktie stark fällt und die Bank ein Interesse an stabilen Kursen hat, wird der Kurs des Papiers mit Käufen auf eigene Rechnung gestützt.

Eindecken

Hat ein Börsianer z. B. Aktien verkauft, in der Hoffnung, sie bei einem erwarteten Kursabschwung billiger erwerben zu können (Leerverkauf), muß er diese Leerposition baldmöglichst glattstellen, indem er sich mit den entsprechenden Papieren "eindeckt".

Einmaleinlage, Einmalprämie, Einmalbeitrag

Einmalige Einzahlung in eine Versicherungspolice gleich bei Vertragsbeginn im Unterschied zur regelmässigen Prämienzahlung.

Einzahlplan

Regelmässige Einzahlung auf ein Fondskonto und regelmässiger Fondskauf. (Auch Fondssparplan).

Emerging Markets

Schwellenländer, junge aufstrebende Wirtschaftsnationen.

Emissionspreis

Preis, zu dem eine Aktie oder Obligation auf den Markt kommt.

Entnahmeplan

Regelmässige Auszahlung aus dem Investmentdepot.

Eröffnungskurs

Der bei Beginn der Börse im variablen Handel festgestellte erste Kurs.

Erstausgabepreis

Preis, zu welchem ein Fondsanteilschein bei der Erstausgabe verkauft wird.

Ertragslage

Gesamtheit aller fundamentalen Daten bezüglich der Gewinne einer Gesellschaft.

Eskomptieren

Vorwegnehmen eines erwarteten Ereignis (z. B. Dividendenanhebung, Zinssenkung usw.) im Kurs. Ahnt ein Börsianer zum Beispiel eine Dividendenanhebung, so wird er versuchen, die entsprechende Aktie vorher zu kaufen. Dadurch können Kurssteigerungen entstehen, das heißt: Die im Augenblick der Bekanntgabe einer höheren Dividende zu erwartende Kurserhöhung wird bereits vorweggenommen (eskomptiert).

ETF

Exchange Traded Funds ETF sind börsengehandelte Fonds und sind daher ein mit Aktien vergleichbar flexibles und liquides Anlageinstrument. ETFs bilden die Kurs- und Renditeentwicklung eines zugrunde liegenden Index ab.

Ethische Anlagen

Geldanlagen, die neben den wirtschaftlichen Anlagezielen Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit auch ethische Wertvorstellungen des Anlegers berücksichtigen. Oft wird auch von ethisch-nachhaltiger Geldanlage, nachhaltigem, ökologischem und sozial verantwortlichem Investment gesprochen. Oft wird mit einer Ausschlussliste gearbeitet. Bestimmte Branchen z.B. Rüstung, Alkohol, Tabak usw. werden bei den Investitionen ausgeklammert.

Eurex

Europäische Optionenbörse (Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen und der Schweizer Börse).

Euro

Gemeinschaftswährung der Europäischen Währungsunion. Fix zusammengesetzt aus den einzelnen Währungen wie D-Mark, französischen Franc etc. Ersetzte ab 1. Januar 1999 den Ecu 1 : 1.

Euro-Stoxx-50

Index für die 50 grössten Aktien des Eurolands (Schweden, UK und Schweiz sind also nicht enthalten).

Eurobonds

Am Euromarkt gehandelten Anleihen, die von internationalen Emissionskonsortien (Bankengruppen) begeben und in mehreren Ländern gleichzeitig zum Verkauf angeboten werden. Die Anleihe lautet meistens auf eine von den Anlegern bevorzugte Währung, z.B US-Dollar, Euro oder Pfund Sterling. Emittenten sind große Unternehmen, Staaten sowie internationale Institutionen.

Euromarkt

Der unter Banken und Großunternehmen im wesentlichen im europäischen Raum beheimatete, nicht ortsgebundene Markt für den Handel mit fest und variabel verzinslichen Anleihen. Die Geschäfte werden im allgemeinen in einer international akzeptierten Währung abgewickelt. Da dieser Markt nationalen Reglementierungen nicht unterliegt, übt er die Funktion einer Drehscheibe des internationalen Geld- und Kapitalverkehrs aus.

Ex-Dividende

Sobald eine Aktie Ex-Dividende gehandelt wird, besteht beim Kauf des entsprechenden Titels kein Anrecht mehr auf die letzte Dividende, sondern erst wieder auf die nächste Auszahlung. Dementsprechend wird die Aktie mit einem Abschlag gehandelt.

Fairer Wert

Gibt den richtigen Preis einer Option an, der nach der Optionspreistheorie ermittelt wird. Hier fließen auch Parameter ein, die sich nicht aus dem Kurswert oder dem inneren Wert eines Optionsscheins ableiten lassen: Die Volatilität des Basisinstruments, das Zinsniveau und die Dividendenrendite.

Festgeld

Geld, das der Kunde der Bank für eine im Voraus fixierte Dauer zu einem bestimmten Zinssatz zur Verfügung stellt. Die Laufzeit in der Schweiz beträgt in der Regel 3–24 Monate, bei grösseren Beträgen sind kürzere Laufzeiten möglich.

Festverzinsliche

Wertpapiere, die zu einem fest vereinbarten (unveränderlichen) Satz während ihrer Gesamtlaufzeit verzinst werden, wie z. B. Kassenobligationen, Pfandbriefe oder Obligationen. Im Gegensatz dazu stehen Dividendenwerte wie Aktien, deren Erträge nicht festgelegt sind.

Fibonacci-Zahlenreihe

Eine Zahlenfolge, die mit 1 beginnt und sich unendlich fortsetzen läßt, wobei sich jede Zahl aus der Summe der beiden vorangegangenen Zahlen zusammensetzt. Damit lautet der Anfang der Zahlenreihe 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89 etc. Der Quotient von zwei aufeinanderfolgenden Zahlen (z.B. 55 und 89) läuft immer mehr gegen 0,618, je höher die Zahlen werden. Der Quotient aus einer Zahl und der jeweils übernächsten (z.B. 21 und 55) nähert sich dabei immer mehr 0,382 an. Diese beiden Quotienten 0,618 und 0,382 werden häufig benutzt, um das Korrekturpotential nach vorangegangenen Kursbewegungen zu bestimmen.

Financial Futures

Angelsächsischer Ausdruck für Termingeschäfte in Aktien, festverzinslichen Wertpapieren, Devisen oder Edelmetallen (vgl. Termingeschäft).

Finma

Abkürzung für Eidgenössische Finanzmarktaufsicht. Sie ist Aufsichtsbehörde über die Anlagefonds. Sie erteilt die Bewilligung zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit als Fondsleitung und Depotbank, als Vertriebsträger und Vertreter eines ausländischen Anlagefonds, genehmigt das Fondsreglement, überwacht die Einhaltung des Gesetzes und des Fondsreglements. Bei Misständen erlässt sie zur Herstellung des rechtmässigen Zustands notwendigen Verfügungen. Bei einer groben Pflichtverletzung kann sie die erteilte Bewilligung zur Geschäftstätigkeit entziehen.

Fixing

Offfizielle Preis- oder Kursfestsetzung.

Floater

Obligation mit variablem Zinssatz, der dem Marktzins angepasst wird.

Fonds, gemischter

Anlagefonds welcher in verschiedene Anlagekategorien (Aktien, Obligationen, Geldmarkt etc.) investiert. Man spricht auch von Portfolio-Fonds.

Fondsanteil

Anteilsschein an einem Anlagefonds. Der Wert des Anteilsscheines ist vom aktuellen Fondsvermögen abhängig.

Fondsgebundene Versicherung

Kapitalversicherung, bei der Sparteil oft gemäss der Strategie des Versicherten in eine Auswahl von Anlagefonds investiert wird.

Fondsleitung

Die Fondsleitung: Die Fondsleitung verwaltet den Anlagefonds auf Rechnung der Anleger. Sie entscheidet insbesondere über die Ausgabe von Anteilen, die Anlagen sowie die Gewinnauschüttungen und macht alle zum Anlagefonds gehörenden Rechte geltend. Sie kann Anlageentscheide sowie weitere Teilaufgaben delegieren, haftet für Handlungen der Beauftragten aber wie für eigenes Handeln.

Fondspicking

Kauf einzelner Fonds auf Basis einer Anlagestrategie oder des Bauchgefühls.

Fondsreglement

Basis für die Geschäftstätigkeit eines Anlagefonds. Regelt Rechte und Pflichten der Vertragsparteien im Anlagefondsgeschäft (Anleger, Fondsleitung, Depotbank). Der Mindestinhalt ist gesetzlich zwingend vorgeschrieben.

Fondssparplan

Planmässiger Erwerb von Anteilen an Anlagefonds durch periodische Einzahlungen, z. B. monatliche Investition von 100 Franken in einen Anlagezielfonds. Dadurch kann der Durchschnittpreiseffekt ausgenutzt werden, was einen rascheren Kapitalaufbau ermöglicht.

Free float

Als Free Float bezeichnet man den Anteil der Aktien einer Aktiengesellschaft, die nicht in festem Besitz sind und frei gehandelt werden können, gemessen an der Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien.

 

Front-end load

Siehe Angaben unter dem Stichwort (Ausgabekommision).

Fund-of-Funds

Siehe Angaben unter dem Stichwort (Dachfonds).

Fundamentalanalyse

Aktien- bis Länderanalyse gemäss den Fundamentaldaten wie Gewinn, Cashflow, Umsatz, Einnahmen, Ausgaben, bis zu Export, Import.

Garantierter Zins

Garantierte Mindestverzinsung auf dem Sparteil einer Versicherungspolice.

Geld

Kurszusatz (auch "G"), der besagt, dass zum angegebenen Kurs nur Kaufaufträge für das entsprechende Wertpapier vorlagen, ein Umsatz mangels Angebot aber nicht zustande kam. Dieser Kurszusatz ist relativ selten, häufiger ist der Zusatz "bezahlt Geld" ("bG") zu finden. Dies bedeutet, daß die zum festgestellten Kurs limitierten Kaufaufträge nur teilweise ausgeführt werden konnten, da zu diesem Kurs noch weitere Nachfrage bestand. Die darüberliegenden Kaufaufträge wurden vollständig ausgeführt (vgl. Kurszusätze).

Geldmarkt

Im Gegensatz zum Kapitalmarkt ist der Geldmarkt ein Markt für kurzfristige Gelder mit Laufzeiten bis 12 Monaten, wie z.B. Tagesgelder oder Monatsgelder.

Geldmarktfonds

Anlagefonds, die ausschließlich oder überwiegend in Geldmarkttitel und liquiden Papieren mit sehr kurzen Laufzeiten investieren. Der Vorteil gegenüber Termingeldern oder Spareinlagen besteht darin, dass man nicht an bestimmte Fristen von 30, 60 oder 90 Tagen gebunden ist, sondern jederzeit über das Geld verfügen kann.
 


 

Geldmenge

Von der Nationalbank nach unterschiedlichen Gesichtspunkten definiertes und im Zuge ihrer Geldpolitik angestrebtes Geldvolumen.

Geldwerte

Zinstragende Schuldpapiere: Festgeld, Obligationen, Kassaobligationen, Sparanlagen, Kapitalversicherung. Der Schuldner garantiert Kapital und Zins.

Gemischte Versicherung

klassische Kapitalversicherung mit Versicherungsteil gegen Todesfall und Sparteil.

Generalversammlung GV

Versammlung der Teilhaber einer Aktiengesellschaft und deren oberstes Beschlussorgan. Entsprechend seinem Aktienbesitz ist jeder Aktionär zur Stimmabgabe an der GV berechtigt. Soweit er diese nicht selbst wahrnehmen kann, kann er seine depotführende Bank beauftragen, ihn zu vertreten. Zu den wichtigsten Befugnissen der GV gehört die Bestellung des Verwaltungsrates, der seinerseits die Leitung des Unternehmens bestimmt. Darüber hinaus entscheidet die GV über die Verwendung des Gewinns, die Entlastung von Verwaltungsrat und Unternehmensleitung sowie über Kapitalmassnahmen.

Genussschein

Steht als Anlageform zwischen Aktie und festverzinslichen Wertpapieren. Er verbrieft Rechte verschiedener Art, z. B. das Recht, am Reingewinn oder am Liquiditätserlös einer Gesellschaft teilzuhaben. Nur des Stimmrecht wird dem Genussscheininhaber vorenthalten; dafür übersteigt die Erfolgsbeteiligung in der Regel die Rendite festverzinslicher Wertpapiere.

Geschäftsbericht

Bericht zur Bilanz und zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung einer Firma. Er muß innerhalb von drei Monaten nach Beginn des neuen Geschäftsjahres erarbeitet und den Abschlußprüfern vorgelegt werden. Da er wichtige Hinweise auf die vergangene, gegenwärtige und zukünftige Entwicklung eines Unternehmens gibt, ist er eine der wichtigsten Informationsquellen für den Aktionär und steht im Mittelpunkt der Beratungen der Generalversammlung, dem obersten Entscheidungsorgan der Aktiengesellschaft.

Gewerbsmässiger Kursgewinn

Privatanleger müssen die Kursgewinne von Aktien nicht als Einkommen versteuern. Wer dagegen berufsmässig oder gewerblich mit Wertpapieren handelt (bsp. Banken) müssen diese Gewinne versteuern (sie dürfen allerdings auch Verluste abziehen).

Gewinn pro Aktien

Wichtige Kennzahl zur Aktienbewertung: Unternehmensgewinn dividiert durch Anzahl ausstehende Aktien.

Gewinnmitnahme

Wenn Anleger ihre Wertpapiere verkaufen, um Kursgewinne einzustreichen, spricht man von Gewinnmitnahme. 
Der Hinweis auf Gewinnmitnahmen ist oft die einfachste Erklärung der Börsianer, wenn Kurse mitten in einem Aufwärtstrend ohne ersichtlichen Grund leicht zurückgehen.

Glattstellung

Glattstellen ist die Bezeichnung für den Kauf oder Verkauf von Wertpapierbeständen (auch: Devisenbestände) eines Händlers, um ein bestehendes Börsenengagement (Verpflichtung) durch ein Deckungsgeschäft (Gegengeschäft) auszugleichen (auch: abzuwickeln oder zu lösen).

 

Gleitende Durchschnittslinie

Trendindikator in der Chartanalyse, abgekürzt GDL. Die (geglättete) Kursverlaufslinie, die sich ergibt, wenn man die Kurse einer bestimmten Anzahl (200, 100, 38 usw.) zurückliegender Tage addiert und durch die Anzahl dieser Tage teilt. Je länger der Zeitraum, um so größer die Verzögerung, mit der diese Linie reagiert. Je weniger Tage eingesetzt werden, um so enger verläuft die GDL an den Kursen entlang. Die gleitende Durchschnittslinie bewegt sich also moderater als der tägliche Kursverlauf; sie hinkt quasi hinterher. Kursbewegungen werden auf diese Weise geglättet, und der Trend wird mit der GDL je nach Steigung oder Gefälle sichtbar.

Going private

Rückzug eines Unternehmens vom öffentlichen Börsenhandel. Ein Going private geschieht meist durch Rückkauf der Anteile der Minderheitsaktionäre und durch eine anschliessende Dekotierung der Aktien.

Going public

Gang eines bisher privaten Unternehmens an die Börse Börse. Eine Personengesellschaft oder eine GmbH muss dazu zuerst in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, eine bereits bestehende AG lässt ihre Aktien an einer Börse kotieren. Auch: IPO

 

Goldparität

Der fixierte Wert einer Währungseinheit gegenüber dem Goldpreis. Also die Menge Gold in Gramm, die man für eine Währungseinheit erhält.

Goodwill

Wenn eine Firma eine andere Gesellschaft übernimmt, zahlt sie zumeist mehr als den Substanzwert (Buchwert plus stille Reserven). Diese Differenz zwischen Kaufpreis und Buchwert wird als Goodwill bezeichnet. Man könnte sagen, der Goodwill ist alles, was rein buchhalterisch betrachtet (zu viel) bezahlt wurde.

Gratisaktie

Irreführende Bezeichnung für Berichtigungsaktien, die dem Aktionär nicht gratis gegeben werden, sondern aus Gesellschaftsmitteln stammen, an denen er ohnehin schon beteiligt war. Wenn eine Aktiengesellschaft ihr Aktienkapital aus eigenen Mitteln (z.B. den Reserven) erhöht, so erhalten alle Aktionäre für eine bestimmte Zahl von Aktien je eine Zusatzaktie. Nach der Ausgabe von Gratisaktien reduziert sich der Kurs der Aktien fast automatisch. Wurde zum Beispiel eine Zusatzaktie auf je drei alte Aktien ausgegeben, so haben die vier Aktien zusammen etwa den selben Kurswert wie vor Ausgabe der Zusatzaktie die drei alten Aktien allein. Die Dividende erhält der Aktionär jedoch künftig für vier Aktien. Die Ausgabe von Gratisaktien dient häufig dazu, eine "schwer" gewordene Aktie (sehr hoher Kurs) leichter zu machen.

Gratisdepot

Gratis-Aktienaufbewahrung bei der jeweiligen Aktiengesellschaft selbst.

Greenback

Bezeichnung für den US-Dollar. Die Dollarnoten sind auf der Rückseite grün (Green back).

Greenshoe

Der Emittent von neuen Aktien darf im Fall einer starken Emissionsnachfrage Aktien zusätzlich Aktien in die Emission geben.

Grenzsteuer

Oberster Progressionssatz bei der Einkommenssteuer.

Growth-Investor

Investor, der auf wachstumsstarke, im Trend liegende Branchen und Aktien setzt.

Handel per Erscheinen

Der außerhalb der Börse stattfindende Handel mit neu emittierten Wertpapieren, bevor diese geliefert und abgerechnet werden können. Wegen des mitunter mehrere Monate dauernden Zeitraums bis zur ersten offiziellen Notierung bzw. der erfolgten Abrechnung bietet dieser Handel dem Anleger Spekulationsmöglichkeiten quasi ohne Einsatz von Kapital.

Harte Währung

Eine Währung, die gegenüber anderen Währungen ein Aufwertungspotential besitzt, weil das betreffende Land eine tiefere Inflationsrate hat als die übrigen Länder.

Hausse

Phase mit stark und anhaltend steigenden Kursen.

Hebeleffekt

Vor allem im Zusammenhang mit der Bewertung von Optionsscheinen und Optionen gebräuchliche Kenngröße. So würde ein dreifacher Hebel bei einem Optionsschein besagen, daß für diesen Optionsschein nur ein Drittel dessen investiert werden muß, was der entsprechende Bezugswert (also etwa eine bestimmte Aktie) kostet. Je größer dieser Hebel, desto größer auch der damit verbundene Hebeleffekt. Berechnungsformel: aktueller Hebel = Aktienkurs : (Bezugsverhältnis x Optionsscheinkurs)

Hedge Funds

Aggressive und spekulative Anlageform mit freier Wahl der Anlage, also auch Optionen und Terminkontrakte möglich.

Hedging

Die Absicherung von Kurs-, Währungs-, Preisrisiken o. ä. durch den Abschluß eines Options- oder Termingeschäfts, das die Risiken des Grundgeschäfts weitgehend abdeckt. So könnte ein Anleger zum Beispiel eine hochverzinsliche, zwei Jahre laufende US-Dollaranleihe gegen CHF erwerben und zum selben Zeitpunkt den entsprechenden Gegenwert über eine Dollar-Verkaufsoption zum Tilgungstermin gegen Kursrisiken absichern.

Heisses Geld

Geldkapital, das in Zeiten spekulativer Devisen- oder Geldbewegungen von einem in ein anderes Land in Erwartung kurzfristiger Gewinne fließt ( Kapitalflucht). Wenn aus politischen, wirtschaftlichen oder steuerlichen Gründen die Kapitalflucht einen großen Umfang erreicht, kann sich dies durchaus negativ auf die Kursentwicklung der Wertpapiermärkte oder die Zahlungsbilanz eines Landes auswirken.

High Flyers

Bezeichnung für ein Wertpapier mit sehr hohem Kursanstieg. Es handelt sich meistens um eine spekulative Aktie, deren Kurs sich weniger am derzeitigen Ertrag als an künftigen Ertragsaussichten und Erwartungen orientiert. Beispiele sind die Aktien von Facebook, Twitter oder Google.

High-Water-Mark

Die High Watermark-Methode beschreibt ein Prinzip, das oft bei der Berechnung von Gebühren zum Einsatz kommt  Als High Watermark (dt.: Höchststand, eigentlich: Hochwasser), gilt dabei zumeist das bis dato beste Ergebnis, ermittelt zum Beispiel in Form von Index-Punkten. Dieser Punktestand wird dann zur Messlatte für die künftige Arbeit der Fondsmanager bestimmt. Bleibt der Wert eines Fondsanteils unterhalb der Marke, erhält die Gesellschaft keine performanceabhängige Gebühr vom Anleger. Erst wenn die alten Höchstkurse wieder erreicht wurden und die Rendite anschliessend weiter steigt, fliesst wieder eine erfolgsabhängige Vergütung.
 


 

High-Yield-Bonds

hoch rentierende Obligationen, Schrott-Obligationen, Junk Bonds

Holding

Gesellschaft ohne eigenen Produktionsbetrieb, die an zahlreichen Unternehmen finanziell beteiligt und etwa für die effiziente Führung eines Konzerns zuständig ist. Während die rechtliche Selbständigkeit der beherrschten Unternehmen erhalten bleibt, geht der wirtschaftliche Erfolg weitgehend oder ganz auf die Holding über.

Implizierte Volatilität

Sie reflektiert die Erwartung der Marktteilnehmer bezüglich der künftigen Kursausschläge eines Wertpapiers.

Importierte Inflation

Von importierter Inflation wird gesprochen, wenn die Hauptursache der Teuerung bei den teureren, importierten Gütern liegt.

Index-Zertifikat

Schuldverschreibung, die sich auf einen bestimmten Aktien- oder sonstigen Index, wie zum Beispiel den DAX, beziehen kann. Im Gegensatz zu Optionsscheinen verfügen Index-Zertifikate über keinen Hebel. Damit fehlt ihnen das spekulative Element. Mit einem Index-Zertifikat kann ein Investor direkt seine Markteinschätzung umsetzen. Bei einer positiven Markteinschätzung kauft der Anleger den gesamten Index, und schwenkt seine Meinung um, kann er direkt auf die Verkäuferseite wechseln. Nach gegenwärtiger Rechtsauffassung sind Kursgewinne außerhalb der Spekulationsfrist von sechs Monaten steuerfrei. Die Versteuerung ist also vergleichbar mit der eines Aktienengagements.

Indexaktie

Indexfonds, der wie eine Aktie während der ganzen täglichen Börsenzeit gehandelt wird.

Indexierung

Anpassung eines Preises an einen Index, zum Beispiel an den Index der Konsumentenpreise. Dies zur Absicherung der Inflationsrisiken.

Indikatoren

Kennzahlen, die einen Vergleich unterschiedlicher Werte ermöglichen sollen. In der Fundamentalanalyse von Wertpapieren z. B. das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs/Cashflow-Verhältnis (KCV), die Dividendenrendite usw.

Inflation

Fachbegriff für Teuerung: Mit einer jährlichen Inflationsrate von 3,5% verdoppeln sich die Preise alle 20 Jahre. Oder die Kaufkraft eines Frankens/Euro halbiert sich.

Inhaberaktie

Aktie, bei welcher der jeweilige Inhaber als Aktionär anerkannt wird. Die Inhaberaktie muss vorgewiesen werden, damit die Vermögens- oder Mitgliedschaftsrechte wahrgenommen werden können. Inhaberaktien sind leicht handelbar, da die Rechte mit dem Wertpapier übergeben werden.

Insider

Als Insider werden jene Marktteilnehmer verstanden, die aufgrund ihrer Tätigkeit oder besonderen Stellung vertrauliche, nicht allgemein zugängliche Informationen über Daten, Zusammenhänge, Vorhaben eines Unternehmens besitzen und diese zum eigenen Vorteil durch entsprechende Börsengeschäfte fast ohne Risiko ausnutzen können. Solche Insidergeschäfte sind heute in den meisten Ländern untersagt.

Insolvenz

Die Zahlungsunfähigkeit (Illiquidität) eines Unternehmens, die bei Anhalten der Situation zur Eröffnung eines Vergleichs- oder Konkursverfahrens führen kann.

Institutionelle Anleger

Sammelbegriff für Grossanleger wie Versicherungen, Pensionskassen und Fonds.

Interbanken-Handel

Ein nicht börsenmäßig standardisierter, gleichwohl organisierter Handel mit Devisen und Geld zwischen internationalen Banken. Der Devisenhandel geht von Wellington (Neuseeland) am Montagmorgen (in unserer Zeitzone erst Sonntagabend) über die ganze Woche bis zum Freitagabend in San Francisco (in unserer Zeitzone bereits samstags früh morgens) mit der Sonne ununterbrochen im 24-Stunden-Rhythmus um den Globus. Dabei wird täglich bis zu einer Billion Dollars gehandelt.

Internationaler Währungsfonds IWF

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wurde 1944 in Bretton Woods gegründet. Mitglieder sind Regierungen. Zweck: Förderung der internationalen währungspolitischen Zusammenarbeit und vorübergehende Gewährung von finanziellen Mitteln als Vorschüsse.

Interventionen

Eingriffe der Notenbank, vor allem auf den Devisen- und Kapitalmärkten, um bestimmte, für wichtig erachtete Relationen oder Zielgrößen (bestimmter Devisenkurs, bestimmte Umlaufrenditen bzw. Zinsen o. ä.) zu verteidigen oder ein "Signal" in die eine oder andere Richtung zu geben.

Intra-Day-Handel

Der Versuch, die Tagesschwankungen der Kurse an der Börse auszunutzen. Positionen werden am gleich Tag gekauft und verkauft.

Inventarwert

Gibt an, wieviel Wert die verschiedenen Anlagen eines Fonds, einer Aktiengesellschaft oder eines Depots zusammen haben (englisch: Net asset value NAV).

Inverse Zinskurve

Die kurzfristigen Zinsen sind höher als die langfristigen Zinsen. Meist ein Vorzeichen für eine Rezession. In einer normalen Zinskurve sind die Zinsen je länger die Laufzeit desto höher.

Investition

Langfristige Anlage von Kapital in Sachgütern, meistens in Produktionsmitteln (Maschinen, Anlagen, Fabrikhallen). Im weiteren Sinn auch Anlage in Wertpapieren.

Investmentanteile

Recheneinheiten für die Bemessung des Anteils eines Anlegers am Fondsvermögen eines Investmentfonds.

Investmentapproach

Siehe Angaben unter dem Stichwort (Anlagepolitik).

Investmentclub

Einfache Gesellschaft, welche die gemeinsame Anlage von Ersparnissen bezweckt. Die Mittel stammen aus einmaligen und/oder regelmässigen Einzahlungen. Der Investmentclub untersteht nicht dem KAG, sofern er durch seine Mitglieder selbst verwaltet wird.

Investmentfonds/-trust

Im englischen gebräuchlich für Anlagefonds.

Investmentzertifikat

Anteilschein an einem Anlagefonds.

IPO

Initial Public Offering, erstmalige Ausgabe/Emission von Aktien, auch Going public genannt.

Jahresabschluss

Vorlage von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens. Bei einer Aktiengesellschaft wird der Jahresabschluss vom Verwaltungsrat vorgelegt und durch einen staatlich vereidigten Wirtschaftsprüfer auf seine Ordnungsmäßigkeit geprüft.

Jahresüberschuss

Der Gewinn einer Aktiengesellschaft vor möglichen Zuweisungen von Teilbeträgen zu den Rücklagen.

Jensen Alpha:

Gibt die Differenz zwischen dem effektiven Ertrag eines Anlagefonds und jenem Ertrag an, der erzielt worden wäre, wenn der Anlagefonds das gleiche Marktrisiko (Beta) wie seine Benchmark ausgewiesen hätte.

Joint Venture

Kooperationsvereinbarung über den gemeinsamen Betrieb von Unternehmen, die einzubringenden Kapitalien, das zu liefernde Know-how, die aufzuteilenden Gewinne usw.

Junge Aktie

Die im Zuge einer Kapitalerhöhung einer Aktiengesellschaft (zunächst den Altaktionären) angebotenen Aktien, die nach Aufnahme des Börsenhandels so lange als junge Aktien notieren, wie sie noch nicht voll dividendenberechtigt sind.

Junk Bonds

«Schrott»-Obligationen, Anleihen von schlechter Qualität/Bonität. Das erhöhte Risiko wird mit einem besseren Zins abgegolten.

KAG

Das Parlament hat am 23. Juni 2006 das neue Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG) verabschiedet. Es löst das Anlagefondsgesetz (AFG) ab und ist 2007 in Kraft getreten.Das KAG bezweckt den Schutz der Anlegerinnen und Anleger sowie die Transparenz und Funktionsfähigkeit des Marktes für kollektive Kapitalanlagen (Anlagefonds, ETF, ETSF).


 


 

Kapitalauszahlung

Auszahlung der Pensionskasse, Stiftung oder Versicherung bei Pensionierung, Kündigung oder Ablauf des Vertrags.

Kapitalerhöhung

Erhöhung des Grundkapitals eines Unternehmens, bei Aktiengesellschaften im wesentlichen durch Ausgabe junger Aktien, für die den Altaktionären ein Bezugsrecht eingeräumt werden muß. Wird eine solche Aufstockung nur formell vorgenommen und durch Umwandlung von Rücklagen in Grundkapital "bezahlt", ohne daß der Aktiengesellschaft neue Mittel zufließen, stehen den Altaktionären Berichtigungsaktien zu (vgl. junge Aktien, Berichtigungsaktien, Bezugsrecht).

Kapitalertragssteuer

Form der Einkommenssteuer auf Erträge aus Aktien, Genußscheinen, GmbH-Anteilen usw. Bei der Auszahlung von Dividenden wird sie in einer Höhe von 25% auf den Ertrag sogleich von der Gutschrift abgezogen, wobei dieser Betrag auf die zu zahlende Einkommenssteuer des Anlegers verrechnet wird. In bestimmten Fällen kann sich der Anleger vom Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung besorgen, die er bei seinem Kreditinstitut einreichen muß, wenn er den Steuerabzug verhindern will. Zinsen von festverzinslichen Wertpapieren werden nicht direkt bei der Auszahlung, also nicht "an der Quelle" besteuert, sondern müssen vom Empfänger in der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

Kapitalgewinn

Gewinne aus der positiven Kursentwicklung von Anlageinstrumenten sind in der Schweiz als private Kapitalgewinne steuerfrei. Zinsen, Dividenden sind dagegen Kapitalerträge und unterliegen der Einkommenssteuer.

Kapitalmarkt

Markt für mittel- und langfristige Zinsanlagen. Markt für kurzfristige Zinsanlagen = Geldmarkt.

Kapitalschnitt

Herabsetzung des Kapitals einer Aktiengesellschaft, wenn dieses infolge von gravierenden Verlusten o. ä. "aufgezehrt" ist.

Kapitalversicherung

Lebensversicherung mit einem zusätzlichen Sparteil für die Äufnung von Privatkapital. Andere Namen dafür: Gemischte Versicherung/Police, Anlage-Police, Investmentpolice.

Kassahandel

Im Gegensatz zum Terminhandel alle Geschäfte, die unverzüglich nach Geschäftsabschluß, spätestens aber zwei Börsentage danach, zu erfüllen sind.

Kassakurs Reserve 85

Im Gegensatz zur fortlaufenden Notierung nur einmal während der Börsensitzung amtlich ermittelter Kurs. Bei Wertpapieren, die nicht zum variablen Handel zugelassen sind, erfolgt die Kursfeststellung nur einmal am Tag etwa zur Mitte der Börsensitzung. Auch bei variabel gehandelten Aktien wird ein Einheitskurs ermittelt. Der Einheits- oder Kassakurs ist für alle Börsenaufträge maßgebend, die eine bestimmte Stückzahl (in der Regel 100 Stück) nicht erreichen, die auf Kundenwunsch ausdrücklich zum Kassakurs abgerechnet werden sollen oder Wertpapiere betreffen, die gar nicht zum variablen Handel zugelassen sind.

Kassaobligationen

Laufend neu herausgegebene Obligationen von Banken mit Laufzeiten von 3 bis 8 Jahren. Sie werden nicht an der Börse gehandelt.

Kaufkraftparität

Vergleich der Kaufkraft verschiedener Währungen anhand eines genau fixierten Warenkorbs. Können mit den einzelnen Währungen identische Warenkörbe gekauft werden, besteht Kaufkrafparität.

Klumpenrisiko

Ein Klumpenrisiko entsteht, wenn in einem Anlageportfolio ein Übergewicht an bestimmten Wertpapieren, Branchen, Ländern resp. Währungen oder Anlageklassen besteht.

Kommission

Courtage, Händlergebühr.

Konsolidierung

Börsenphasen, in denen aufgrund einer vorangegangenen, möglicherweise schnellen Entwicklung (nach oben oder unten) die Kurse über einen gewissen Zeitraum eine Gegenbewegung vollziehen oder um ein neu gefundenes Niveau herum schwanken, um sich an dieses Niveau zu "gewöhnen".

Konsortium

Eine zu einem zeitlich und sachlich begrenzten Zweck gegründete Gesellschaft, die im Wertpapiergeschäft z. B. die Einführung neuer Aktien oder die Unterbringung (Plazierung) einer Anleihe betreibt.

Kontrakt

Vertrag, z. B. im Rahmen des Handels mit Optionen, mit bestimmten, häufig standardisierten Merkmalen, der beiden Vertragsparteien bestimmte Rechte und Pflichten einräumt.

Konvergenz

Zusammentreffen von zwei oder mehr Ereignissen.

Konvertibilität

Konvertible Währungen sind solche, die unbeschränkt zum an den Devisenbörsen gehandelt werden können. Nach den Bestimmungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist eine Konvertibilität insbesondere dann gegeben, wenn ein Land Zahlungen aus grenzüberschreitendem Geschäftsverkehr unbeschränkt zulässt und einen Umtausch seiner in anderen Ländern angesammelten Währung garantiert.

Konzern

Zusammenschluß mehrerer rechtlich selbständig bleibender Unternehmen unter einer zumeist einheitlichen Leitung.

Körperschaftsteuer

Die Körperschaftssteuer ist die Einkommensteuer juristischer Personen, also auch die von Aktiengesellschaften. Sie wird beim Unternehmen auf den Ausschüttungsbetrag erhoben und beläuft sich auf 56%. Um eine doppelte Besteuerung bei der Aktiengesellschaft und beim Aktionär zu vermeiden, erhält der Anleger daher zusätzlich zu seiner Bardividende eine Steuergutschrift von 9/16 des Dividendenbetrags; dies ist der Betrag, der ihm gewissermassen als Steuervorauszahlung auf seine eigene Einkommensteuer angerechnet wird. Wird ein Anleger nicht zur Einkommensteuer veranlagt, kann er sich eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt ausstellen lassen, so daß ihm die anrechenbare Körperschaftssteuer gutgeschrieben wird.

Korrektur

Rückschlag bei Aktienkursen nach Übertreibungsphasen.

Kotierung

Aufnahme eines Wertpapiers in den Börsenhandel.

Kulisse

Bezeichnung für jene, die sich berufsmäßig auf eigene Rechnung am Börsenhandel beteiligen, im Gegensatz zu den Bankenvertretern (Effektenhändlern), die nur im Auftrag einer Bank oder deren Kunden Geschäfte abschließen.

Kurs

Preis für ein an der Börse eingeführtes Wertpapier, festgestellt in Währungseinheiten pro Stück oder Prozentsätzen vom Nominalwert.

Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV)

Aktienkurs einer Unternehmung geteilt durch den geschätzten, nächstjährigen Gewinn pro Aktie. Ein tiefes KGV signalisiert eine tiefe Börsenbewertung. Englisch: Price/Earning-Ratio oder kurz PE.

Kursabschlag

Bei Börsenkursen der rein rechnerische Kursrückgang aufgrund einer vorgenommenen Ausschüttung (Dividendenabschlag) am Tage der Auszahlung oder nach Fortfall des Bezugsrechts (Bezugsrechtsabschlag). Die Kurse werden an diesem Tage "ex Div(idende)" bzw. "ex B(ezugsrecht)/ex BR" notiert.

Kursbildung

Der Kurs eines Wertpapiers ist der Preis, den die Marktteilnehmer in einer gegebenen Situation für die mit diesem Papier verbundenen Rechte zu zahlen bereit sind. Er richtet sich an der Börse nach Angebot und Nachfrage. Die Kursfestsetzung durch die amtlichen oder auch freien Makler geschieht dabei nach der Maßgabe des größten möglichen Umsatzes. Der Makler stellt also die vorliegenden Kauf- und Verkaufaufträge einander gegenüber und ermittelt den Kurs, zu dem die größte Stückzahl abgewickelt werden kann.

Kursgewinn

Positive Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs eines Wertpapiers siehe auch Kapitalgewinn.

Kurspflege

Stützung eines Kurses, um das entsprechende Wertpapier auf einem bestimmten Niveau zu halten, z. B. im Zusammenhang mit der Ausgabe neuer Aktien durch das jeweilige Bankenkonsortium. Wenn sich zum Beispiel an einem bestimmten Börsentag für wenige kleine Verkaufsaufträge eines Papiers keine Käufer finden, andererseits aber Nachfrage für große Posten besteht (oder umgekehrt), so kauft oder verkauft das Emissionsinstitut für eigene Rechnung die angebotenen oder gesuchten Spitzenbeträge, um für einen Ausgleich zu sorgen.

Kurssicherung

Absicherung eines erreichten Kursniveaus durch entsprechende Gegengeschäfte am Options- oder Terminmarkt (vgl. Options-/Termingeschäfte)

Kurswert

Betrag, den ein bestimmter Posten Wertpapiere an einem bestimmten Tag wert ist. Bei Stücknotierung ist der Kurs eines Papiers mit seinem Kurswert identisch. Wird der Kurs in Prozenten des Nennwertes angegeben, so errechnet man den Kurswert nach der Formel (Nennwert x Kurs).

Kurszusätze

Um eine möglichst hohe Transparenz am Wertpapiermarkt zu gewährleisten, werden die an der Börse ermittelten Kurse je nach gegebener Marktlage unter Umständen mit besonderen Zusätzen versehen. Kurszusätze geben dem kundigen Leser Aufschluß über den Verlauf.

Kurzläufer

Anleihen mit kurzer Gesamt- oder Restlaufzeit, in der Regel bis zu vier Jahren. Im Gegensatz zu "Langläufern" weniger kursanfällig und deshalb in Phasen mit unsicherer oder nach oben gerichteter Zinsentwicklung von den Anlegern bevorzugt.

Länderfonds

Die Anlagen konzentrieren sich auf ein geographisch fest umschriebenes Land, beispielsweise die Schweiz, Regionen oder Kontinente.

Langläufer

Anleihen mit langer Gesamt- oder Restlaufzeit bis zur Tilgung. Im Gegensatz zu "Kurzläufern" stärker kursanfällig und deshalb in Phasen mit unsicherer oder nach oben gerichteter Zinsentwicklung von den Anlegern vernachlässigt; in Phasen mit fallenden Zinsen dagegen wegen der möglichen Kurschancen bevorzugt.

Large caps

Aktiengesellschaften mit grosser Börsenkapitalisierung, meist Blue-Chips.

Laufzeit

Zeitraum zwischen der Ausgabe einer Anleihe o. ä. bis zu deren Tilgung; bei Optionsscheinen und Optionen bis zum letzten möglichen Ausübungstag. Für die Bewertung eines Optionsscheins ist die Berücksichtigung der Laufzeit von besonderer Bedeutung, da diese Scheine bei möglicherweise hohen Aufgeldern (Prämien) und sonst gleichbleibenden Kursverhältnissen diese Aufgelder bis zum letzten Ausübungstag in der Regel kontinuierlich abbauen. Optionsscheine mit (hohen) Aufgeldern und kurzer Restlaufzeit verlieren daher bei Kursrückgängen der ihnen zugrundeliegenden Werte überproportional.

Lebensversicherung

Die reine Lebensversicherung ist eine Risikoversicherung ohne Sparteil und deckt während einer vereinbarten Anzahl Jahre nur das Risiko des Todesfalls.

Leerverkäufe

Verkauf von Wertpapieren die man gar nicht besitzt (man ist leer). In der Hoffnung sie später zu tieferem Kurs zurückkaufen zu können. Englisch auch (short gehen). Ist höchstens Profis zu empfehlen.

Leibrente, private Rentenversicherung

Einmal eine grosse Summe einzahlen, dann garantiert lebenslang oder während einer bestimmten Anzahl Jahre eine Rente beziehen: Nach diesem Prinzip funktioniert die Leibrente.


 

Leichte Aktie

Aktien mit niedrigem Kurswert, die den Anlegern aus diesem Grunde optisch besonders attraktiv erscheinen. (vgl. auch penny stocks).

Leitbörse

Börse, an deren Entwicklung sich andere Börsen stark orientieren; so gelten die Börsen von New York und Tokio für die meisten übrigen Finanzmärkte als Leitbörse.

Letzter Handelstag

Letzter Tag, an dem der Handel in einer Kontraktfälligkeit stattfinden kann.

Leverage

Übersetzt "Hebel". Mit vergleichsweisem geringerem Kapitaleinsatz werden grössere Summen bewegt. Beispielsweise durch den Einsatz von derivativen Instrumenten. Der Begriff Leverage wird auch für den Fremdkapitaleinsatz gebraucht, mit zusätzlichem Fremdkapital kann die Eigenkapitalrendite erhöht werden.

Libor-Zinsatz

Die Abkürzung für London Interbank Offered Rate, ein Durchschnitt von Zinsen verschiedener Banken: Täglich um 11 Uhr (Londoner Zeit) melden zwölf der wichtigsten international tätigen Banken der British Bankers Association in London die Zinssätze, zu denen sie am Markt Gelder von anderen Banken aufnehmen bzw. angeboten erhalten. Der Libor wird häufig als Referenzzinssatz verwendet, beispielsweise bei Hypothekarverträgen.

Lieferung

Bei Optionen stellt die Lieferung die Erfüllung der Pflichten des bei Zuteilung bestimmten Call-Stillhalters bzw. des ausübenden Put-Inhabers dar. Bei Futures werden durch die Lieferung die Pflichten der Kontraktpartei in Short-Position erfüllt. Bei bestimmten Options- und Futures-Kontrakten (z. B. Index-Futures und oder Optionen) werden Lieferung und Zahlung durch den sogenannten Barausgleich (Cash Settlement) ersetzt.

Limite

Feste Kursangabe in einem Börsenauftrag (Kauf oder Verkauf). Die Limite ist der Betrag bis zu dessen Höhe ein Auftrag ausgeführt werden soll.

Limitierter Auftrag

Kauf oder Verkauf nur unter bestimmten Preis-Bedingungen. Empfehlenswerte Form der Kauf- und Verkaufsorders an den Börsen.

Linienchart

Beim Linienchart werden nur die Kassa- oder Schlußkurse eines Titels auf der Zeitachse des Charts fortlaufend eingetragen. Dadurch entsteht eine kontinuierliche Linie, die den Kursverlauf des Wertes wiedergibt. Nachteil ist jedoch, daß Tageskursschwankungen, die sich in den variablen Kursnotierungen niederschlagen, nicht berücksichtigt werden.

Liquider Markt

Ein Wertpapier kann einfach und ohne grosse Verzögerung verkauft werden. Es gibt viele Käufer und Verkäufer für ein bestimmtes Produkt.

Liquidität

Geld, das kurzfristig verfügbar ist (Konto oder Geldmarkt).

Lock-up-Periode

Abschliessperiode : Zeitraum nach einem Börsengang (meist 6 Monate), während der die Gründer- oder Altaktionäre ihre Aktien nicht verkaufen dürfen.

Lombardkredit

Bankkredit, zu dessen Sicherheit Wertpapiere hinterlegt oder verpfändet sind.

Lombardsatz

Zinssatz, zu dem die Nationalbank den Geschäftsbanken Kredite gegen Verpfändung von Wertpapierbeständen zur Verfügung stellt. Neben dem Diskontsatz gilt der Lombardsatz als einer der wichtigsten Mittel der Notenbank zur Steuerung der Geldmenge.

Long-Position

Position, die durch den Kauf eines Kontraktes/Basiswertes entstanden ist. Man erwartet Kurssteigerungen.

Makro-Ökonomie

Gesamtwirtschaft eines Landes, Kontinents.

Mantel

Bei Aktien und Anleihen die Urkunde, in der die mit dem Besitz am Wertpapier verbundenen Rechte verbrieft sind, im Unterschied zum Bogen mit den Zins- und Dividendenscheinen und dem Erneuerungsschein (Talon).

Marchzins

Zins auf einer Obligation, der seit dem letzten Zinstermin bis zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgelaufen, aber noch nicht fällig ist.

Marge

Der Unterschied zwischen dem Zinsaufwand im Passivgeschäft und dem Zinsertrag im Aktivgeschäft eines Kreditinstitutes, auch Zinsmarge genannt. An den Warenbörsen bei Termingeschäften als Sicherheit zu leistender Einschuss.

Margin

Zu hinterlegender Betrag: Um jederzeit in der Lage zu sein, Verbindlichkeiten, die aus Termin-Positionen entstehen können, zu begleichen, haben Inhaber von Termin-Kontrakten Sicherheiten bereitzustellen. Bei der Margin handelt es sich also um den Betrag, der zum Erstellen einer Future-Position hinterlegt werden muß.

Market-Maker

Börsenteilnehmer, der für Marktliquidität sorgt, indem er für die ihm zugewiesenen Aktien, Anleihen, Währungen, Terminkontrakte oder Optionsklassen ständig verbindliche Brief- und Geldkurse stellt.

Market-Performer

Aktie die gleich abschneidet wie der Börsenindex.

Marktzins

Aktuell marktüblicher Zins je nach Laufzeit einer Zinsanlage (Kassaobligation, Obligation, Geldmarktpapier).

MDAX

Der Midcap-Index der Deutschen Börse. Er setzt sich aus 70 liquiden Aktienwerten der zweiten Reihe zusammen und besteht aus allen Werten, die im DAX 100, aber nicht im DAX enthalten sind. Die Zusammensetzung des Index wird zweimal jährlich durch den Vorstand der Deutsche Börse AG auf Empfehlung des Arbeitskreises Aktienindizes überprüft (vgl. DAX)

Micro caps

Kleinste Aktiengesellschaften und solche, die erst an den Aktienmarkt kommen.

Mid caps

Mittelgrosse Aktiengesellschaften.

Mindestreserve

Der Betrag, den jedes Kreditinstitut bei der Nationalbank hinterlegen müssen. Jede Bank ist verpflichtet, einen bestimmten Teil seiner kurz- und mittelfristigen Einlagen (Giro-, Termin- und Spareinlagen) nicht wieder auszuleihen, sondern als unverzinsliches Guthaben bei der Nationalbank zu unterhalten. Die Mindestreservepolitik ist eines der Instrumente der Notenbank zur Beeinflussung der Geldmenge. Die Nationalbank kann die Höhe der Mindestreserven (den Prozentsatz) innerhalb bestimmter Grenzen verändern. Sie kann so die Geldmenge verändern, die den Banken für Kreditgeschäfte zur Verfügung steht. Dies wiederum dient der Beeinflussung der Zinshöhe, der Steuerung des Konjunkturverlaufs und damit der Erhaltung der Geldwertstabilität.

 

Mindestschluss

Mindestbetrag in Stück oder Nennwert pro Geschäft, ab dem eine Kursnotierung erfolgt. Im variablen Aktien- und im Optionshandel z. B. 50 Stück.

Mindeststückzahl

Vorgeschriebene, nicht unterschreitbare Handelseinheit, vor allem beim Kauf von Optionen.

Minusankündigung

Kurszusatz im vorbörslichen, börslichen oder nachbörslichen Handel, der eine Veränderung des Wertpapierkurses nach unten um mindestens 5% bei Aktien, Wandelanleihen, Optionsanleihen und Optionsscheinen signalisiert (-), bei Doppelminusankündigung (--) um mindestens 10%.

Momentum-Methode

Dem Trend folgen; kaufe hoch, verkaufe höher.

Money Market Fund

Englisch für Geldmarktfonds: Diese Fonds legen in kurzfristige festverzinsliche Papiere an.

MSCI

MSCI steht für Morgan Stanley Capital International Indices. Der amerikanische Finanzdienstleister hat für verschiedene Börsen der Welt Indizes entwickelt. Der bekannteste ist der MSCI World (umfassender Weltindex).

Multi-Manager-Fonds

Aktienfonds, der von mehreren Managern verwaltet wird oder der aus mehreren Aktienfonds (Fund of Funds) besteht.

Mutual Funds

Amerikanische Bezeichnung für offene Wertpapier-Investmentfonds.

 

Nachbörse

Wertpapierhandel, der nach Schluss der offiziellen Börsenzeit getätigt wird. Er wird im wesentlichen über die Banken abgewickelt.

Namenaktie

Aktien, die auf den Namen des Aktionärs lauten. Als Aktionär gilt, wer im Aktienregister des Unternehmens eingetragen ist. Es sind Orderpapiere, die durch Indossament und Übergabe der Urkunde übertragen werden können.

Nasdaq

Abkürzung für: National Association of Securities Dealers Automated Quotations. Es ist die vollelektronische Börse der US-Freiverkehrshändler in New York. An ihr werden besonders wachstumsträchtige, aber auch spekulative, weil schwankungsanfällige Werte gehandelt. Der Index, der die Wertentwicklung der an der Nasdaq gehandelten Werte wiedergibt, heißt Nasdaq-Composite.

Nationalbank,, Schweizerische

Zentralbank der Schweiz, die für die Geldpolitik und währungspolitische Aufgaben verantwortlich ist. Die SNB ist als Aktiengesellschaft organisiert.


I

Nebenwerte

Aktien von mittleren und kleineren börsennotierten Gesellschaften.auch: Small/Mid Caps genannt. Gegensatz dazu sind die Standardwerte, oft auch Blue Chips genannt. Im Vergleich zu den Standardwerten werden Nebenwerte deutlich weniger gehandelt.

Nennwert

Der auf dem Mantel eines Wertpapiers genannte Betrag. Bei Aktien ist es ein Teilbetrag des Grundkapitals der Aktiengesellschaft (AG). Seit Mai 2001 beträgt der Mindestnennwert einer Aktie in der Schweiz einen Rappen. Der Nennwert und der Kurswert (Marktwert) weichen in der Regel weit voneinander ab, denn der Marktwert hängt von der Nachfrage ab.
 

Net Asset Value NAV

Siehe Angaben unter dem Stichwort Nettoinventarwert.

Netto-Portefeuillerendite

Rendite nach Abzug aller Kosten, Steuern etc.

Nettodividende

Der tatsächlich dem Anleger pro Anteil gutgeschriebene Dividendenbetrag, abzüglich Verrechnungssteuer.

Neuemission

Eine Neuemission ist die erstmalige Platzierung eines Wertpapiers am Kapitalmarkt. Die Erlöse aus der Emission fliessen im allgemeinen dem Unternehmen für weitere Investitionen oder den bisherigen Gesellschaftern zu. 

New High / New Low

Index, der die Anzahl der Aktien angibt, die einen neuen Höchst-/Tiefstwert der letzten x Tage erreicht haben. Die New High/New Low Darstellung eignet sich dazu, den aktuellen Trend zu erkennen. Solange die New-Highs über den New-Lows liegen, geht man von einer Fortsetzung des Aufwärtstrends aus, und umgekehrt. Achtung ist geboten, wenn ein Indexhoch nicht von einem Hoch in den New-Highs bestätigt wird. Dies zeigt eine technische Schwäche an und deutet auf einen Trendwechsel hin. Trendbestätigend ist ein Indexhoch, das von einem New-High begleitet wird.

No-Load-Fonds

Amerikanische Bezeichnung für Fonds, die ohne Ausgabekommission verkauft werden.

Nominalzins

Der Nominalzins (im Gegensatz zum Realzins) ist der für einen Kredit vereinbarte oder bezahlte Zinssatz. Der Realzins ergibt sich, wenn die Inflationsrate abgezogen wird.

Nullprozenter

Obligation mit einem Zinscoupon von 0%, auch Zerobond genannt. Anstelle eines Zinses wird die Obligation heute günstiger verkauft und am Ende der Laufzeit zu 100 Prozent zurückbezahlt.

NYSE: New York Stock Exchange

Noch immer die grösste Börse der Welt. Aufgrund ihrer Adresse wird sie auch Wallstreet genannt. An der New York Stock Exchange erfolgt der Handel noch traditionell auf dem Börsenparkett, wo sich die Händler die Kurse und Aufträge zurufen. An den meisten übrigen Börsen spielt sich der Handel ausschliesslich am Computer ab.

OBOS-Oszillator

Der Überkauft-/Überverkauft-Indikator zeigt die Börsensituationen an, in denen der Markt überkauft oder überverkauft ist. Ist der Markt durch massive Käufe überkauft, so tritt danach meist eine Verkaufswelle ein, in der die Kurse wieder zurückfallen. Ist der Kurs durch massive Verkäufe überverkauft, so tritt eine Kaufwelle ein, in der die Kurse steigen. Diese Situationen versucht der OBOS-Oszillator aufzuzeigen. Werte über 90% lassen einen Kursrückgang, Werte unter 10% eine Kurssteigerung erwarten.

Offener Anlagefonds (open-end fund)

Fonds, beim dem die Zahl der Anteile unbestimmt ist. Die Fondsgesellschaft gibt je nach Bedarf neue Anteile heraus und nimmt ausgegebene Anteile zum Inventarwert zurück. In der Schweiz ist dies der gebräuchliche Fondstyp.

Offshore Fund

Anlagefonds mit Sitz in Ländern, die Steuerfreiheit oder Steuervorteile bieten. Fehlende oder unzureichende Fondsgesetzgebungen in diesen Ländern bedeuten oft für die Anleger ein erhebliches Risiko. In der Schweiz werden nur Offshore Funds aus Ländern zum Vertrieb zugelassen, die über eine mit der Schweiz vergleichbare Fondsaufsicht verfügen.

Open end

Anlageinstrument ohne Verfall, d.h. es ist kein Laufzeitende fixiert.

Optionsanleihe

Anleihe mit Zusatzrechten. Der Inhaber hat innerhalb einer festgelegten Frist ein Recht (Option) zum Bezug von Aktien oder festverzinslichen Wertpapieren in einem bestimmten, vor Ausgabe der Optionsanleihe festgelegten Verhältnis zum Nennwert der Anleihe. Die Obligation wird bei Fälligkeit zu 100% zurückgezahlt. Der Optionsschein schwankt mit den Börsenkursen.

Optionsgeschäft

Inhalt des Optionsgeschäfts ist der Erwerb oder die Veräusserung des Rechts, eine bestimmte Anzahl von Wertpapieren einer bestimmten, zum Aktienhandel zugelassenen Aktienart (Optionspapiere) jederzeit während der Laufzeit der Option zu einem im voraus vereinbarten Preis (Basispreis) entweder vom Kontrahenten (Stillhalter) zu kaufen oder an ihn zu verkaufen. Für dieses Recht hat der Käufer bei Abschluss des Optionsgeschäfts den Optionspreis (Prämie) zu zahlen. Gehandelt werden Kauf- und Verkaufsoptionen. Der Käufer einer Kaufoption erwirbt das Recht, jederzeit während der Laufzeit der Option vom Stillhalter die den Gegenstand des Geschäfts bildenden Aktien zu dem vereinbarten Basispreis zu kaufen. Er wird in der Regel von diesem Recht Gebrauch machen, wenn der Kurs der Aktien innerhalb der Laufzeit der Option steigt. Bleibt er gleich oder fällt er, wird die Option nicht ausgeübt; allerdings ist dann der Optionspreis verloren. Der Verkäufer einer Kaufoption (Stillhalter in Stücken) muss während der Optionszeit auf Verlangen des Käufers die Aktien zu dem vereinbarten Basispreis liefern. Da er deshalb die Aktien im Prinzip vorzuhalten hat, erhält er für diese Leistung den Optionspreis. Der Käufer einer Verkaufsoption erwirbt das Recht, bis zur Fälligkeit der Option jederzeit die Aktien an den Stillhalter zu dem vereinbarten Basispreis zu verkaufen. Er rechnet mit fallendem Kurs und wird die Option dann nicht ausüben, wenn der Kurs der Aktien gegenüber dem Basispreis gleichgeblieben oder gestiegen ist. Der Verkäufer einer Verkaufsoption (Stillhalter in Geld) muss bis zum Ende der Optionszeit auf Verlangen des Käufers die Aktien abnehmen; er erhält für die Eingehung seiner Abnahmeverpflichtung den Optionspreis.


Das Optionsgeschäft wird also in zwei Phasen abgewickelt. Der erste Teilakt besteht aus dem Abschluß des Optionsvertrages und der Zahlung des Optionspreises. Macht der Optionskäufer von seinem Gestaltungsrecht Gebrauch, kommt es zum eigentlichen Wertpapiergeschäft. Bei der Kaufoption muss der Stillhalter die Aktien liefern und der Käufer den vollen (Basis-)Preis bezahlen. Wenn er, was die Regel sein dürfte, über diesen Betrag nicht verfügt, stellt er seine Verbindlichkeiten durch Abschluss eines Gegengeschäftes glatt. Er veräußert die gekauften Aktien zum (gegenüber dem Basispreis) höheren Tageskurs und begleicht mit dem Erlös seine Zahlungsverpflichtungen aus dem Kaufgeschäft. Die Differenz zwischen dem höheren Verkaufserlös und dem (niedrigeren) Einkaufspreis verbleibt ihm. Einen Gewinn erzielt er allerdings nur, wenn der Differenzbetrag den Optionspreis und die bei der Durchführung des Geschäfts entstehenden Kosten übersteigt.

Optionspreis

Der Optionspreis ist der Preis für die Kauf- oder Verkaufsoption, den der Käufer der Option bei Abschluß des Geschäftes zu zahlen hat. 

 

Optionspreismodell

Mathematisches Modell zur Berechnung des fairen Preises einer Option. Kann rückwirkend auch zur Berechnung der implizierten Volatilität benutzt werden. (vgl. Implizierte Volatilität)

Optionsschein

Nicht standardisierte Option, z.B. aus einer Optionsanleihe. Englisch auch Warrant genannt.

Order

Bezeichnung für einen Kauf- oder Verkaufsauftrag, insbesondere für Wertpapiere.

Outperformer

Als "Outperformer" werden jene Aktien bezeichnet, die nach Meinung der Analysten abschneiden werden als der Gesamtmarkt.

Over-the-counter-market

Aus dem Englischen: über den Ladentisch. Bezeichnung für den ausserbörslichen Handel mit börsennotierten Wertpapieren. Im Optionshandel: Over-the-counter-Optionen zeichnen sich aus durch eine individuelle Laufzeit, fehlende Börsennotierung, wenig Transparenz und eine geringe Zugangsmöglichkeit für den privaten Investor.

p.a.

per annum. Jährlich, auf einen Zeitraum von einem Jahr bezogen oder gerechnet.

Paket

Jede größere (nicht genau umrissene) Menge von Aktien eines bestimmten Unternehmens, die sich im Besitz einer einzelnen Person oder eines anderen Unternehmens befindet. Der geschlossene Verkauf eines Paketes wird Pakethandel genannt.

Parkett

Traditionelle Bezeichnung für den Ort, an dem der Börsenhandel stattfindet und den nur die zugelassenen Börsenfachleute (Makler, Händler usw.) betreten dürfen. Parketthandel (im Gegensatz zum Computerhandel) ist das Geschäft, welches über die Händler im Börsensaal, "auf dem Parkett", abgewickelt wird. 

Partizipationsschein (PS)

Auch stimmrechtslose Aktie genannt. Von einer Aktiengesellschaft ausgegebenes Beteiligungspapier, das zwar mit Vermögensrechten ausgestattet ist, jedoch im Gegensatz zur Aktie keine Mitgliedschaftsrechte, insbesondere Stimmrechte, gewährt.
 

Passives Investieren

Anlegen gemäss dem Börsenindex. Dies tun z.B. Indexaktien oder -fonds.

PE

Price Earnings Ratio = Kurs/Gewinnverhältnis KGV

PEG-Ratio

Die PEG-Ratio setzt das Price-Earnings-Ratio einer Aktie mit dem erwarteten Gewinnwachstum je Aktien in Beziehung und gibt damit einen guten Anhaltspunkt, ob die Bewertung einer Aktie vernünftig ist.

Penny Stocks

Amerikanische Bezeichnung für Aktien mit sehr niedrigem Kurswert von zumeist weniger als einem Dollar.  Schon kleine Kursschwankungen machen hier hohe prozentuale Unterschiede aus, weshalb diese Titel als hochspekulativ gelten. Häufig trifft man sie im nordamerikanischen, australischen und asiatischen Markt. 
 

Pfandbriefe

Festverzinsliche Wertpapiere, die von privaten oder öffentlich-rechtlichen Banken aufgelegt werden. Mit den Einnahmen aus der Emission von Pfandbriefen werden langfristige Hypothekendarlehen zur Finanzierung von Grundstücken und Gebäuden vergeben. Pfandbriefe werden mit erstklassigen Grundpfandbriefen besichert

Platzierung

Unterbringung von (zumeist neu herausgegebenen) Wertpapieren beim Anlagepublikum. Ziel ist eine breite Streuung der Titel.

Point-&-Figure-Analyse

Instrument der technischen Aktienanalyse, die sich von der herkömmlichen Analyse anhand von Balken- und Linien-Charts vor allem durch das Fehlen von Zeit- und Umsatzfaktoren, die Vernachlässigung kleinerer Kursbewegungen und die andersartige formale Darstellungsform unterscheidet.

Point-&-Figure-Chart

In diesem Chart werden Kursbewegungen, solange sie in einer Richtung verlaufen, vertikal in ihrem gesamten Ausmaß in die Graphik eingetragen. Erfolgt eine Richtungsänderung, wird eine neue Spalte rechts von der alten begonnen und dort wiederum vertikal eingetragen. In welcher Zeit die Kursbewegung stattfindet wird nicht berücksichtigt. Dadurch gibt der Point & Figure-Chart langfristigere Signale. Üblicherweise werden Aufwärtsbewegungen mit einem "X" je Einheit gekennzeichnet, während Abwärtsbewegungen mit einem "O" eingezeichnet werden. Eine entscheidende Größe beim Point-&-Figure-Chart ist das Umkehrminimum, das besagt, wann eine Richtungsänderung durch eine neue Spalte festgehalten wird. Da diese neue Spalte erst begonnen wird wenn das Umkehrminimum überschritten wird, wird die Kursentwicklung in ihrer optischen Erscheinung geglättet wiedergegeben.

Portefeuille

Siehe Portfolio.

Portfoliofonds

Fonds, der aus mehreren Anlageklassen besteht. Auch Anlagezielfonds genannt.

Preisindex

Von amtlichen Stellen (z.B. dem Bundesamt für Statistik) errechnete Messzahl, die Auskunft gibt über durchschnittliche Preisveränderungen in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft. Beispielsweise gibt der Index für Konsumentenpreise die Entwicklung der Preise für Güter und Leistungen des täglichen Bedarfs wieder. Errechnet wird er anhand eines Warenkorbs (der neben Waren auch Dienstleistungen umfasst) für eine Gruppe von Haushalten, die nach Personenzahl und sozialer Stellung repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind.

Preisspanne

Oberer und unterer Kurs eines Wertpapiers. Zum Beispiel bei einer Aktienemission ohne fixen Emissionspreis. Auch Spanne zwischen Geld- und Briefkurs, also zwischen dem Kurs, zu dem jemand kaufen will und jenem, zu dem ein anderer Marktteilnehmer kaufen möchte.

Price Earnings Ratio

Kurs/Gewinn-Verhältnis, kurz: KGV, PE oder PER.

Private Equity

ist eine Form des Beteiligungskapitals, bei der die vom Kapitalgeber eingegangene Beteiligung nicht an geregelten Märkten (Börsen) handelbar ist. Die Kapitalgeber können private oder institutionelle Anleger sein; häufig sind es auf diese Beteiligungsform spezialisierte Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Wird das Kapital jungen innovativen Unternehmen bereitgestellt, die naturgemäß ein hohes Risiko, aber auch entsprechende Wachstumschancen in sich bergen, so spricht man von Wagniskapitalprivates (Venture Capital).

Programmhandel

Das automatische Auslösen von Kauf- oder Verkaufsaufträgen auf der Basis entsprechender Computerprogramme, die z.B. auf temporäre Ungleichgewichte zwischen Aktienkassa- und Futuremärkten reagieren. Das so genannte Hochfrequenzhandel steht im Verdacht, die Talfahrt von Kursen automatisch zu beschleunigen. Nach dem Crash vom Oktober 1987 wurde der Programmhandel an der Wall Street und an den Terminbörsen in Chicago beschränkt und stärker kontrolliert. Auch andere Länder haben Einschränkungen eingeführt.

Prospekthaftung

Haftung von Emittent und Konsortialinstituten für Schäden, die dem Anleger wegen fahrlässiger, fehlerhafter oder absichtlich irreführender Angaben im Emissionsprospekt entstehen.

Protektionismus

Schutzmaßnahmen eines Staates für die eigene Wirtschaft vor ausländischer Konkurrenz (z. B. Importbeschränkungen für bestimmte Güter).

Provision

Bankgebühr für das Ausführen von Wertpapieraufträgen, zum Beispiel für Aktienkäufe oder -verkäufe. In der Schweiz spricht man häufiger von Courtage statt von Provision. 
 

Prozyklisch

Eine Bezeichnung für ein Anlageverhalten. Hierbei wird auf den Trend an der Börse spekuliert. Bei fallenden Kursen wird verkauf,  bei steigenden Kursen gekauft. Gegenteil: antizyklisch.

 

Publikumsfonds:

Fonds, dessen Anteile jedermann frei erwerben und jederzeit zurückgeben kann.

Publizitätspflicht

Unternehmen, die ihre Aktien an einer Börse handeln lassen wollen, unterwerfen sich damit einer besonderen Verpflichtung zur regelmässigen Bekanntgabe von Informationen über die Entwicklung ihrer Geschäfte. In der Regel geben Aktiengesellschaften zusätzlich und freiwillig weitere Informationen an die Öffentlichkeit, zum Beispiel über Forschung und Entwicklung, Investitionen usw., um eine breite Vertrauensbasis vor allem gegenüber den Aktionären zu schaffen.  Art und der Umfang der Publizitätspflicht richten sich nach den Bestimmungen, die für die verschiedenen Marktsegmente der Börse erlassen worden sind.

Pyramidensystem

Illegale Schneeball- oder Pyramidensysteme sind Geschäftsmodelle, welche nur funktionieren wenn sich die Zahl der Teilnehmer ständig erhöht, bis die Pyramide in sich zusammenfällt.

Quellensteuer

Die meisten Staaten erheben auf Kapitalerträgen Steuern, die an der «Quelle» abgezogen und zurückbehalten werden, bevor der Nettoertrag dem Gläubiger ausbezahlt wird. In der Schweiz beträgt diese Verrechnungssteuer 35% des Bruttoertrages. Der inländische Steuerpflichtige kann diesen Betrag zurückfordern, sofern Vermögen und Erträge richtig deklariert worden sind

Range-Warrant

Hochspekulativer Bandbreiten-Optionsschein (auch Korridor-Optionsschein genannt), der seinem Besitzer in dem Fall einen Ertrag bringt, wenn sich der Kurs des entsprechenden Basisobjektes innerhalb einer vorgegebenen Kursspanne bewegt. Eine genaue Beachtung der Konditionen ist für die Titelauswahl unbedingt notwendig, zumal bei der Auflegung von Range-Warrants eine Normierung keineswegs üblich ist. Der besondere Reiz an diesen Warrants besteht darin, daß auch in Seitwärtsbewegungen der Börse verdient werden kann, in der herkömmliche Optionsscheine ihre Laufzeitprämie reduzieren und Verluste aufweisen.

Rationiert

Kurszusatz (Abkürzung auch rat); im Sinne von "r" wie "repartiert" (vgl. Kurszusätze).

Realignment

Die Anpassung von Wechselkursen an veränderte Verhältnisse.

Realtime

Der englische Begriff Realtime steht für "Echtzeit". Die Echtzeit ist bedeutungsgleich mit den jeweils aktuellen Notierungen der Aktien an den Börsen. Normalerweise werden Kurse mit einer zeitlichen Verzögerung bekanntgegeben; bei der Echtzeit (Realtime) verfolgt man den Handel zeitgleich. 

Realzins

Rechnerischer Zins nach Abzug der Jahres-Inflationsrate.

Rechenschaftsbericht

Jährlicher Bericht, zu dem die Aktiengesellschaften verpflichtet sind und der die Aktionäre über den Geschäftsgang, den Jahresabschluss und die Ausschüttung informiert. 
 

Rechnerischer Wert

Wert, den eine Option, ein Bezugsrecht oder ein Optionsschein haben, unter Nichtberücksichtigung möglicher Aufgelder, die für ein entsprechendes Recht an der Börse bezahlt werden.

Rechnungswährung:

Währung, in welcher die Buchaltung des Fonds geführt wird und in welcher die Ausgabe- und Rücknahmepreise berechnet werden.

Referenzwährung

Währung, in der ein Depot geführt und abgerechnet wird. Währung, in der man denkt und lebt.

Regionenfonds:

Fonds, der sich auf Investitionen in einer bestimmten Region beschränkt.

Relative Stärke

Der Relative Stärke ist eine technische Aktienkennzahl und berechnet sich aus dem aktuellen Kurs in Relation zu einem gleitenden Durchschnitt z.B. für 5, 20 oder 250 Tage. Es entstehen dabei Werte, die um 100 Prozent herum schwanken. Erhält man einen Wert über 100 Prozent, so hat sich die Aktie im betrachteten Zeitraum positiv von ihrem gleitenden Durchschnitt entfernt, die Aktie befindet sich in einem Aufwärtstrend und umgekehrt. Der Relative-Stärke-Indikator kann auch das Kursverhalten eines einzelnen Titels im Vergleich zum Gesamtmarkt, der durch einen Aktienindex repräsentiert wird, darstellen. Dazu berechnet man für eine bestimmte zurückliegende Periode die prozentuale Kursveränderung zum einen für die Aktie, zum anderen für den Aktienindex. Je größer der Relative-Stärke-Wert ist, desto stärker war die Aktie im Vergleich zum Aktienindex gestiegen oder gefallen.

Rente

Regelmässiger Verzehr des Kapitalstocks oder Vermögens. Lebenslängliche private Rente = Leibrente. Auf einen bestimmten Zeitraum beschränkte Rente = Zeitrente. In Deutschland ist Rente auch ein Name für Obligation.

Rentenfonds:

In der Bundesrebublik Deutschland gebräuchliche Bezeichnung für Obligationenfonds.

Rentenmarkt

Teilbereich des Kapitalmarkts, der Markt für den Handel mit festverzinslichen Wertpapieren (Rentenwerten).

Repariert

Kurszusatz (Abkürzung auch: r, rep), der besagt, daß die vorgelegenen Aufträge nur in beschränktem Umfang ausgeführt werden konnten (vgl. Kurszusätze).

Restlaufzeit

Die bis zur Fälligkeit einer Forderung oder bis zum Verfall eines Rechts (zum Beispiel zum Bezug von Aktien über Optionen) verbleibende Zeitspanne.

Reuters

Englische Nachrichtenagentur, die sich auf die Wirtschafts- und Börsenberichterstattung spezialisiert hat.

Revisionsstelle:

Von der Fondsleitung und der Depotbank unabhängige Instanz, welche die Verwaltung der einzelnen Fonds und die Tätigkeit der Fondsleitung kontrolliert. Revisionsstellen müssen durch die Eidg. Finanzmarktaufsicht Finma anerkannt sein.

Rezession

Wirtschaftliche Abwärtsentwicklung. Zeitperiode, in der die Wirtschaft in zwei aufeinander folgenden Quartalen im Vergleichzu den Vorquartalen nicht wächst oder einen Rückgang zu verzeichnen muss (sinkendes Bruttoinlandsprodukt). Steigerung der Rezessionist die Depression. Gegenteil Aufschwung, Hochkonjunktur.

 

Risiko-Management

Das wirksame Begrenzen von Risiken durch strenge Disziplin, Kontrollmechanismen und Diversifikation. Hauptinstrumente zur Absicherung sind Futures und Optionen.

Risikobereitschaf

Die persönliche Einstellung eines Anlegers zu Rendite und Risiko wird als Risikobereitschaft bezeichnet. Während der eine auch kurzfristig keine Verluste riskieren möchte, strebt der andere hohe Renditen an und nimmt dafür auch hohe Risiken resp. Kursschwankungen in Kauf.

Risikofähigkeit

Die individuelle Risikofähigkeit eines Anlegers hängt davon ab, welche finanziellen Risiken er aufgrund seiner Lebens-, Einkommens- und Vermögenssituation tragen kann. Neben dem Anlagehorizont werden die Liquiditätsbedürfnisse und der Wissenstand analysiert.

Risikofreier Zinssatz:

Zinssatz, der für eine risikofreie Anlage bezahlt wird (z.B. Bundesobligationen oder ein Libor-Zinssatz). Wird zur Berechnung der Sharpe Ratio und anderer Kennzahlen benötigt.

Risikopämie

Die Differenz zwischen dem Zinssatz einer risikolosen Anlage und zum Beispiel der Aktienrendite

Risikoversicherung

Siehe Lebensversicherung.

Rückgewähr

Stirbt ein Versicherter mit einer Rentenversicherung «mit Rückgewähr» früh, erhalten seine Erben das noch nicht aufgebrauchte Alterskapital. «Ohne Rückgewähr» erhalten die Erben nichts, dafür ist die Rente höher.

Rücknahmepreis:

Kurs, den die Anleger bei Rückgabe ihrer Fondsanteile an die Fondsgesellschaft ausbezahlt erhalten. Je nach Fonds und Gesellschaft wird eine Rücknahmekommission verlangt.

S&P 500

Index der 500 grössten Aktien der USA. (S&P steht für Standard & Poors, eine der grössten Ratingagenturen der Welt).

Sachwerte

Anlagen, mit denen man Teilhaber und Mitbesitzer ist: Aktien(fonds), Immobilien(fonds), Edelmetall(fonds), Wertgegenstände. Im Gegensatz dazu ist der Besitzer von Geldwerten/Zinspapieren ein Gläubiger oder Kreditgeber an Banken, Staaten, Unternehmungen.

Säule 3a

Steuerlich begünstigte, freiwillige Selbstvorsorge.

Säule 3b

Private Selbstvorsorge.

Schachtelbeteiligung

Beteiligung einer Kapitalgesellschaft an einer anderen, die mindestens 25% des entsprechenden Gesellschaftskapitals umfaßt.

Schlusskurs

Der letzte Kurs, der im variablen Handel am Ende einer Börsensitzung ermittelt wird.

Schrott-Obligationen

«Junk Bonds». Obligationen von schlechter Qualität.

Schwarzer Montag, Freitag

"Schwarze" Tage in der Geschichte der Börse, an denen es zu dramatischen Kursverlusten kam. Am Freitag, 25. Oktober 1929, wurde auf diese Weise eine mehrjährige Hausse beendet und eine Wirtschaftskrise eingeläutet, die in der Folge auch alle übrigen Länder erfaßte. Am Montag, 19. Oktober 1987, unterbrach ein entsprechender Börsencrash die bis dahin längste Hausse-Bewegung der Nachkriegsgeschichte, ohne allerdings in der Folgezeit auch entsprechende Auswirkungen auf die übrige Wirtschaft zu gewinnen. Bereits ein halbes Jahr nach diesem Ereignis hatten einige Börsen bereits wieder den Stand vor dem "Schwarzen Montag" erreicht.

Schweizer Börse

Die SIX Swiss Exchange ist ein privates Unternehmen. Sie organisiert und kontrolliert den Börsenhandel in der Schweiz. Sie finanziert sich durch Gebühren und den Verkauf von Handelsdaten.

Schwellenländer

Länder, die an der Schwelle zur Industrialisierung stehen, auch aufstrebende Länder oder englisch emerging markets genannt. Diese Länder entwickeln sich stark und wachsen schnell, allerdings sind die Risiken dort auch entsprechend höher.

Schwere Aktie

Aktie mit hohem oder sehr hohem Kurswert wie z.B. die Lindt&Sprüngli-Aktie. Nachteil: Bei geringem Budget können nur wenige Stücke geordert werden, so dass beim Kauf oder Verkauf oft höhere Spesen fällig werden.

Selbstvorsorge

In der Schweiz die freiwilligen privaten Säulen 3a und 3b.

Shareholder Value

Der Shareholder-Value-Ansatz beinhaltet alle Aspekte einer Unternehmensführung, die sich an dem Aktionärsvermögen als Zielgrösse Nummer eins ausrichtet.

Shares

Englische Bezeichnung für Aktien und Anteile, auch "stocks" genannt.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Sie zeigt also auf, ob ein Anlageresultat mit viel oder wenig Risiko zustandekommen ist. Berechnung: In den Zähler kommt die sogenannte Überschussrendite. Darunter versteht man die über die sichere Geldanlage hinausgehende Rendite. Wenn also der risikolose Geldmarkt drei Prozent und der ausgewählte Fonds zehn Prozent abgeworfen haben, so hat letzterer eine Überschussrendite von sieben Prozent. Diese wird in das Verhältnis gesetzt zum Risiko, ausgedrückt als Volatilität. Eine positive Sharpe-Ratio zeigt an, dass gegenüber der risikolosen Geldmarktanlage eine Mehrrendite erwirtschaftet wurde. Zum anderen zeigt sie an, in welchem Verhältnis diese Mehrrendite zum eingegangenen Risiko steht.
Umgekehrt verdeutlicht eine negative Sharpe-Ratio kleiner Null, dass nicht einmal die Geldmarktverzinsung übertroffen wurde. 
 

SIX

Abkürzung für Schweizer Börse. Früher SWX.

Small-Caps

Kleine Firmen mit tiefer Börsenkapitalisierung.

SMI

Swiss Market Index: Wichtigster Schweizer Aktienindex der 20 meist gehandeltsten und grössten Aktiengesellschaften.

Sonderverwahrung

Im Wertpapiergeschäft die gesonderte Aufbewahrung der einem Kunden gehörigen Papiere im Streifbanddepot, im Unterschied zur allgemein üblichen Sammelverwahrung (vgl. Sammelverwahrung)

Sparplan

Regelmässige Einzahlung eines bestimmten Betrags in einen Anlagefonds. Vorteile: Eine Entscheidung über das richtige Timing ist nicht nötig und man profitiert vom Durchschnittspreiseffekt. 
 

Spekulation

Kauf von Wertpapieren, Immobilien usw. nicht zum Zwecke der langfristigen Anlage, sondern zum raschen Wiederverkauf mit Gewinn.

Spekulationssteuer

In Deutschland: Die auf Gewinne aus Börsengeschäften anfallende Einkommenssteuer, die auf alle Börsentransaktionen anfällt, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als sechs Monate (Spekulationsfrist) verstrichen sind.

Sperrminorität

Minderheitsbeteiligung an einem Unternehmen, mit dem Zweck wichtige Unternehmensbeschlüsse, z. B. die Änderung der Statuten des Unternehmens, zu verhindern.

Spesen

Die im Zusammenhang mit dem Abschluß eines Bank- bzw. Börsengeschäfts anfallenden Gebühren wie Courtagen, Kommissionen usw. Diese Spesen machen beim Kauf von Aktien zusammen etwa 1 Prozent des Kurswertes aus.

SPI

Swiss Performance Index: Index aller an der Schweizer Börse gehandelten Aktien.

Split

Eine Aktie wird in kleinere Einheiten aufgeteilt. Nach dem Split einer UBS-Aktie von 1:2 ist diese nur noch die Hälfte wert, dafür hat der Anleger jetzt zwei UBS-Aktien statt nur eine. Vorteil: Aktien mit tieferem Preis sind leichter handelbar.

Spread

In der Finanz- und Börsenwelt ist eine Vielzahl von Spreads bekannt, wobei für Anleger der kursbezogene Spread am bedeutendsten ist. Dabei gilt die absolute Differenz (auch Spanne genannt) zwischen dem Geld- und Briefkurs als Spread. Ein hoher Spread gilt als Indikator für (kurzfristig) fehlende Liquidität bei einem Produkt. Die Differenz zwischen Zinssätzen wird als Zins- Spread bezeichnet, die Spanne zwischen Renditen von Anleihen mit gleicher Laufzeit in verschiedenen Währungen ist der Rendite-Spread.

Stagnation

Konjunkturelle Phase, in der die wirtschaftliche Entwicklung stillsteht. Messgröße hierfür ist in der Regel das Bruttosozialprodukts. Auch über längere Zeit gleichbleibende Kurse (Seitwärtsbewegung).

Stammaktie

Die in Deutschland gebräuchlichste Form der Aktie. Im Gegensatz zu Vorzugsaktien Aktien eines Unternehmens mit vollem Stimmrecht in der Hauptversammlung.

Standard-&-Poors-Index

Einer der umfassendsten Aktienindizes des amerikanischen Wertpapiermarktes, in dem 100 bzw. 500 Aktienwerte enthalten sind.

Standardwert

Aktie einer grosskapitalisierten Publikumsgesellschaft mit hohen Börsenumsätzen. Im angelsächsischen Bereich spricht man von Blue Chips.

Stempel (steuer)

Abgabe auf neu herausgegebenen inländischen Wertpapiere und Versicherungspolicen sowie Umsatzabgabe beim Kauf und Verkauf von in- und ausländischen Wertpapieren. Sie beträgt 0,75 ‰ des effektiven Wertes für Titel schweizerischer Gesellschaften und 1,5 ‰ des effektiven Wertes für Titel ausländischer Gesellschaften. Die Stempelsteuer wird durch die Bank bei der Abrechnung dem Käufer und dem Verkäufer belastet. Sie liefert die einbehaltenen Abgaben dem Bund ab.


 

Steuerguthaben

Zusätzlich zur Dividende ein Teil des Aktienertrages. Es beträgt 9/16 (=56,25%) der Dividende und kommt dem Aktionär durch Anrechnung auf seine Einkommensteuerschuld oder Erstattung zugute (vgl. Anrechnungsverfahren).

Steueroptimierte Fonds:

Fonds, deren Anlagepolitik ausdrücklich auf die Nach-Steuer-Rendite ausgelegt ist.

Steuerprogression

Der Steuersatz steigt überproportional zum Anstieg des steuerbaren Einkommens. Gut Verdienende bezahlen also prozentual mehr Steuern als weniger gut Verdienende.

Stillhaltergeschäft

Bei Stillhaltergeschäfen werden Basiswerte (Aktie, Obligation oder Währung) gekauft und gleichzeitig eine Call-Option auf denselben Wert geschrieben. Dafür wird eine Prämie erstattet. Diese begrenzt bei einem Kurszerfall des Basiswerts den Verlust. Auf der anderen Seite ist die Gewinnaussicht auf den Wertzuwachs bis zum Ausübungspreis der Option begrenzt. Beim klassischen Stillhaltergeschäft muss der Basiswert als Sicherheit hinterlegt werden; somit wird man zum Stillhalter.

Stimmrecht

Das dem Inhaber einer Aktie zustehende Recht zur Stimmabgabe an der Generalversammlung der Aktiengesellschaft.

Stochastik

Der Hoch-Tief-Schluß-Stochastik-Indikator basiert auf der Beobachtung, daß die Kurse steigen, wenn die Schlußkurse näher bei den Tageshöchstkursen liegen. Entsprechend wird ein Kursrückgang erwartet, wenn die Schlußkurse mehr zu den Tagestiefstkursen tendieren. Dieser Indikator mißt das Verhältnis der Schlußkurse zu den Höchst- und Tiefstkursen. Es läßt sich sagen, daß die Häufigkeit der richtigen Stochastiksignale in einem klar beginnenden Auf- oder Abwärtstrend recht groß ist. Dabei liegt der Indikator umso eher richtig, je steiler der Winkelgrad der Bewegung ist. Bei der Interpretation sollte man auf Divergenzen zwischen der Stochastiklinie und dem Kursverlauf achten, da diese eine Signalwirkung auf einen bevorstehenden Trendwechsel haben.

Stock picking

Anlagestrategie, die davon ausgeht, dass mit gezielten Käufen von Einzeltiteln eine Performance erreicht werden kann, die jene des Gesamtmarktes übertrifft.

Stop-Loss

Verluste stoppen: Verkaufsauftrag mit einer bestimmten Limite. Fällt der Aktienkurs unter diese Limite, wird das Papier automatisch verkauft. Damit versuchen sich die Anleger gegen plötzliche Kursstürze abzusichern (z.B. bei Ferienabwesenheit).

Strategiefonds

Auch Anlagezielfonds oder gemischte Fonds: Je nach Strategie oder Anlageziel investieren diese Fonds in unterschiedliche Anlageinstrumente (Aktien, Geldmarkt, Obligationen usw.).

Streubesitz

Wenn sich die Aktien eines Unternehmens nicht in festen Händen befinden, sondern regelmässig über den Markt gehandelt werden, spricht man von Streubesitz. Je geringer der Streubesitz an einer Aktiengesellschaft, desto enger der Markt für die entsprechenden Papiere und umgekehrt (vgl. Marktenge).

Stückzins

Der seit dem letzten Zinstermin bis zum Kauftag aufgelaufene Betrag, den der Käufer eines festverzinslichen Wertpapieres dem Verkäufer bezahlen muß.

Stützungskäufe

Interventionen einer Notenbank am Devisenmarkt, um den Kurs einer Währung gegen den Markttrend auf einem bestimmten Niveau zu halten.

Sustainability, Sustainable Investment

Anlagekonzept der Nachhaltigkeit, das neben den Renditeaussichten auch ethische Aspekte (Gesellschaft, Umwelt) berücksichtigt. Kernaussage: Verantwortungsvoll handelnde Unternehmen rentieren langfristig besser.

Swap

(english: swap = austauschen) Fachausdruck für kombinierte Kauf- und Verkaufsoperationen.

Switchen

Von einem Fonds (oder einer Aktie) zu einem (einer) anderen wechseln.

Tafelgeschäft

Wertpapiergeschäfte am Bankschalter, bei denen die effektiven Wertpapiere, also die physischen Stücke selbst, dem Kunden ausgehändigt werden. In diesem Fall übernimmt der Anleger selbst die Verwahrung und Verwaltung der Wertpapiere, sorgt also auch für die Einlösung der mitgegebenen Zins- oder Dividendenscheine o.ä. Tafelgeschäfte dienen nicht selten der mehr oder weniger bewußt vorgenommenen, staatlicherseits aber tolerierten Steuerhinterziehung.

Taxkurs

Kurszusatz (T), der besagt, daß es zu keinerlei Umsatz im entsprechenden Wertpapier kam, weil keine Börsenaufträge vorlagen oder die vorliegenden Aufträge nach der gegebenen Marktsituation dem Makler unvertretbar erschienen.

Technische Indikatoren

Instrumente der Aktienanalyse, die eine bestimmte Entwicklung der Aktienkurse anzeigen sollen. Zur Errechnung eines technischen Indikators wird nur auf effektive Kurse zurückgegriffen. Die Zielsetzung der meisten Indikatoren ist es, Indikator, Relative Stärke, Trendoszillator, OBOS-Oszillator, Stochastik, Advance-Decline, New High/New Low, On-Balance-Volume, Coppock, Climax, Demand).

Technische Reaktion

Eine innerhalb eines gleichbleibend aufwärts oder abwärts gerichteten Trends stattfindende Gegenreaktion zur vorangegangenen Kursentwicklung.

Technologieaktien

Aktien von Unternehmen, die modernste Technologien herstellen oder einsetzen: Beispiele: Aktien Der Branchen Biotech, Internet, Telecom usw.

Telefonverkehr

Der zwischen Banken und freien Maklern stattfindende außerbörsliche Handel, unter anderem in der Vor- oder Nachbörse.

Tenderverfahren

Auktionsähnliches Verfahren bei der Emission von Wertpapieren, bei dem derjenige den Zuschlag erhält, der das höchste Gebot abgegeben hat. Dabei wird kein bestimmter Ausgabekurs festgelegt, sondern den Zeichnern nur ein Mindestkurs genannt. Je nach Interesse können die Zeichner ihre Gebote zu höheren Kursen abgeben. Ausgehend vom höchsten zum niedrigsten Gebot erfolgt dann die Zuteilung.

Termingeld

Alle Einlagen bei Kreditinstituten mit vereinbarter fester Laufzeit oder Kündigungsfrist.

Thesaurierende Anlagefonds:

Auch Akkumulierungs- oder Anreicherungsfonds gennant. Sämtliche Erträge werden laufend reinvestiert. So können die bei einer Ausschüttungen anfallende Spesen und allfälllige Probleme der Wiederanlage vermieden werden. Durch den so gennanten Zinseszinseffekt wird zudem die Wertsteigerung beschleunigt. Viele Fondsgesellschaften bieten Anlagefonds an, welche die Tranchen A (ausschüttend) und B (thesaurierend) enthalten.

Thesaurierung

Gewinne werden nicht ausgeschüttet, sondern reinvestiert.

Tick

Kleinstmögliche Einheit, um die sich der Kurs verändern kann.

Tiefcoupon-Obligationen

Obligation mit tiefem Zinscoupon. Kann steuerlich vorteilhaft sein.

Tilgung

Rückzahlung oder Rückkauf einer Anleihe durch den Schuldner. Bei gesamthaft fälligen Anleihen auf ein Mal, bei Tilgungsanleihen in Raten nach einem bestimmten Tilgungsplan bzw. durch Auslosung der jeweils betroffenen Stücke.

Timing

Der Versuch, Wertschriften zu tiefem Preis zu kaufen und zu hohem Preis zu verkaufen.

TMT

Branchentrio Technologie, Medien, Telekommunikation

Top down

Von oben nach unten : Investmentstil, bei dem zuerst die grossen (makroökonomischen) Entwicklungen, dann die Branche und schliesslich die Einzelunternehmungen analysiert werden. Gegensatz: Bottom up.

Total return

Gesamtertrag einer Anlage (meist zusammengesetzt aus Ausschüttungen wie der Dividende und dem Kursgewinn)

Total-Expense Ratio (TER)

siehe TER.

Tracking Error

Der Tracking Error ist eine Kennzahl für die Abweichung der Wertentwicklung eines Anlagefonds von seiner Benchmark. Ein niedriger Tracking Error steht für eine sehr ähnliche Wertentwicklung

Trading

Anlagestil, der auf das Ausnützen kurzfristige Kursschwankungen setzt.

Tranche

Teilbetrag einer Wertpapieremission, wenn diese nicht in einem Zug ,sondern in mehreren Teilbeträgen, zu verschiedenen Terminen und gegebenenfalls unterschiedlichen Zinssätzen vorgenommen wird.

Treasury

Amerikanische Staatsanleihen: Sie werden vom Schatzamt der USA entweder als Bills (Laufzeit bis 180 Tage) oder Bonds (Laufzeit mehr als fünf Jahre) herausgegeben.

Trend

Grundrichtung eines Aktienkurses. Auf Basis dieses Trends versuchen Marktbeobachter, die zukünftige Entwicklung eines Titels vorherzusagen.

Trend-Bestätigungs-Indikator

Der Trend-Bestätigungs-Indikator (TBI) ist in der technischen Analyse eine Verhältniszahl zweier gleitender Durchschnitte (GD). Dabei wird der Wert des kürzeren oder allgemein reagibleren GD durch den Wert des zweiten, längeren bzw. trägeren GD geteilt. Das Ergebnis wird mit 100 multipliziert, um keine Zahlen kleiner eins zu erhalten. TBI-Werte unter 100 bedeuten, daß der kurzfristigere GD unter dem längerfristigen liegt, somit eine technische Schwäche angezeigt ist, und ein bevorstehender Trendwechsel wahrscheinlich wird. TBI-Werte über 100 bedeuten, daß eine technische Stärke vorhanden und eine Fortsetzung des Kurstrends wahrscheinlich ist.

Trendkanal

Kurszone zwischen Unterstützungslinie (unten) sowie Widerstandslinie (oben). In der Regel als Parallele zwischen beiden Linien. Ein signifikanter Durchbruch durch eine der beiden Linien galt früher als starkes Kauf- (von unten nach oben) oder starkes Verkaufsignal (von oben nach unten).

Trendlinie

Durch das Verbinden von Tief- bzw. Hochpunkten miteinander entstehen auf dem Chart Trends. Eine Aktie hat einen Tiefpunkt erreicht und steigt von dort an bis zu einem Hochpunkt. Der Kurs wendet und fällt bis zu einem zweiten Tiefpunkt, an dem die Abwärtsbewegung zum stehen kommt und der Kurs wieder dreht. Liegt nun der zweite Tiefpunkt über dem ersten, so ergibt sich, wenn man die beiden Punkte miteinander verbindet, eine aufsteigende Gerade, und man spricht dabei von einer Aufwärts-Trend-Geraden. Auf gleiche Weise läßt sich der Abwärtstrend ermitteln, bei dem die jeweils tieferliegenden Hochpunkte verbunden werden. Eine Trendlinie entsteht, wenn der Kurs mindestens zweimal, besser natürlich dreimal eine gewisse Tendenz erkennen läßt. Dies kann man durchaus als "Chartdeuten" bezeichnen. Diese beiden oder drei Punkte stellen gewissermaßen den Beginn eines Trends dar.

Trendoszillator

Der Trendoszillator ergibt sich aus dem prozentualen Abstand der Kurse von einem beliebigen gleitenden Durchschnitt. Er zeigt damit die Bandbreite an, in der der Kurs bisher von seinem "Trend" (dem eingestellten gleitenden Durchschnitt) abgewichen ist. Oft bewegt sich der Kurs lange innerhalb einer Bandbreite. Man muß folglich versuchen zu kaufen, wenn die Oszillatorkurve im unteren Bereich angekommen ist und wieder nach oben dreht (Verkauf umgekehrt), um den Trendkanal auszunutzen. Der Trendoszillator ist dadurch gerade bei seitwärts errichteten Kursentwicklungen ein gutes Instrument für das eher kurzfristige Trading. Manchmal wird der Trendoszillator auch als "Relative Stärke nach Levy" bezeichnet.

Turnaround

Trendwende zur Verbesserung der Lage innerhalb einer Branche, des allgemeinen Börsentrends oder eines Unternehmens. Eine zuletzt sinkenden Aktie wechselt in einen Aufwärtstrend.

überbewertet

Gemessen am prognostizierten Geschäftsgang ist eine Aktie im Vergleich zu ähnlichen Titeln zu hoch bewertet. In der Regel dient das Kurs/Gewinnverhältnis KGV als Massstab.

Übernahmeangebot

Ein Kaufinteressent bietet den Aktionären eines Unternehmens ein Angebot zur Übernahme an. Meist liegt gebotene Aktienpreis deutlich über dem aktuellen Aktienkurs.

überverkauft

Eine Anlage/Aktie/Börse ist zu stark gesunken; eine Umkehr nach oben ist zu erwarten.

Überzeichnung

Bei neu ausgegebenen Wertpapieren übersteigt die Nachfrage nach den entsprechenden Werten das vorhandene Angebot, sogar mehrfach.

Übrige Fonds

Übrige Fonds für traditionelle und alternative Anlagen sind nach Gesetz für Kollektivanlagen (KAG) offene kollektive Kapitalanlagen, die weder Effektenfonds noch Immobilienfonds sind.

Ultimo

Börsendeutsch für den letzten Tag eines Monats. Beispiel: Wer ein Limit beim Aktienkauf setzt, kann es bis Ultimo, also bis zum Ende des Monats, aufrechterhalten.

Umbrellafonds:

(englisch: umbrella = Regenschirm) Übergeordnete Fondsstruktur, unter die belibig viele Segmente gegliedert werden können. Alle Segmente eines Umbrellafonds bilden rechtlich eine Einheit.

Underperform

Schlechter abschneiden als eine vergleichbare Anlage oder ein Index.

Unterbewertung

Gemessen am aktuellen Kursniveau erscheint eine Aktie oder ein Markt im vergleich zu ähnlichen Titeln als niedrig bewertet. Als Vergleichsmassstäbe dienen zum Beispiel das KGV oder das KCF.

Unterstützungslinie

Ein in der charttechnischen Analyse geläufiger Begriff für die Kursregion, in der es einem Wertpapier oder einem Gesamtmarkt besonders schwer gelingen dürfte, weiter zu fallen.

Usancen

Überkommene, aber nicht immer ausdrücklich festgelegte Regeln und Geschäftsgebaren, unter anderem die an einer Börse geltenden Regeln im Wertpapierhandel.

Value at Risk

Der Begriff Wert im Risiko oder englisch Value at Risk (VaR) entspricht dem Maximalverlust, der mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (bspw. 95 Wacko über einen bestimmten Zeitraum (bspw. 3 Monate) nicht überschritten wird.

Value-Investor

Investor, der auf unterbewertete Qualitätsaktien mit langfristig solider Gewinnentwicklung setzt.

Venture Capital

deutsch Wagniskapital. Beteiligungskapital für wachstumsträchtige, eher kleine und mittelständische Firmen, die in innovative Technologien wie z.B. Umweltschutz oder Computersysteme investieren. Häufig findet in diesem Zusammenhang eine Venture Capital-Finanzierung durch ein Kreditinstitut mit begleitender Managementberatung statt.

 

Verfalldatum

Tag, an welchem eine Option ausläuft.

Verkaufsprospekt:

Der Verkaufsprospekt enthält die Vertragsbedingungen des Anlagefonds und alle für die Beurteilung der Investition wesentlichen Informationen. Der Verkaufsprospekt muss dem Anteilerwerber zusammen mit dem Rechenschaftsbericht und ggf. dem Halbjahresbericht ausgehändigt werden.

Verrechnungssteuer

Quellensteuer auf Kapitalerträgen wie Dividenden, Zinsen oder Fondsausschüttungen. Sie wird an der "Quelle" abgezogen und zurückbehalten, bevor der Nettoertrag dem Gläubiger ausbezahlt wird. In der Schweiz beträgt die Verrechnungssteuer 35 Prozent des Bruttoertrags. Der Steuerpflichtige kann diesen Betrag zurückfordern, sofern alle Vermögen und Erträge richtig deklariert wurden.

Verwaltungskommission:

Entgelt an die Fondsleitung für die Verwaltung des Fonds. Die Kommission wird in Prozent des Fondsvermögens ausgedrückt und dem Fondsvermögen belastet.

Vinkulierte Namensaktie

Besondere Form von Namensaktie, deren Eigentumsübertragung von der Zustimmung der jeweiligen Aktiengesellschaft abhängig ist. Solche vinkulierte Namensaktien werden häufig zu dem Zweck ausgegeben, ein Unternehmen vor Überfremdung zu schützen oder die Übernahme durch unliebsame Konkurrenten zu verhindern.

Volumen

Umsatz. Anzahl umgesetzter Aktien und anderer Anlagen.

Vorbörse

Der sich im wesentlichen unter den Banken telefonisch abspielende Wertpapierhandel vor Beginn der eigentlichen Börsensitzung und außerhalb der Verantwortung der Börse. Die Tendenz der Vorbörse lässt schon erahnen, wie sich das Hauptgeschäft entwickeln wird.

Vorzugsaktie

Hat gemessen an der Inhaberaktie eine höhere Stimmkraft an der Generalversammlung und/oder eine garantierte Mindestdividende.

Vorzugsdividende

Die besondere, dem Inhaber von Vorzugsaktien gewährte Dividende, die in einer Dividendengarantie, aber auch aus einer gegenüber den Stammaktien mit einem zusätzlichen Bonus versehenen Ausschüttung bestehen kann.

WACC

Weighted average cost of capital: Durchschnittliche Kapitalkosten. Soviel bezahlt eine Firma für Eigen- und Fremdkapital in Prozent. Die durchschnittlichen Kapitalkosten sind wichtig für die Berechung der künftigen Erträge, respektive deren Umrechnung in vergleichbare "heutige" Erträge: Die künftigen Erträge werden mit dem WACC abdiskontiert.

Wachstumsaktien

Aktien mit einem grossen tatsächlichen oder potenziellen Wachstum bezüglich Geschäftsumsatz sowie Gewinn und deshalb günstigen Aktienperspektiven.

Währungsanleihe

Anleihe, die in einer anderen als der Landeswährung des Emittenten herausgegeben wird.

Währungsparität

Aufgrund internationaler Vereinbarungen oder inländischer Bestimmungen festgelegtes bestimmtes oder variables Verhältnis zwischen der Währung eines Landes und der eines anderen.

Währungsrisiko

Risiko, das durch Anlagen in Instrumente fremder Währungen entsteht. Verändert sich das Kursverhältnis von Referenzwährung zu fremder Währung, können daraus Kursverluste oder -gewinne entstehen. Die Unsicherheit bezüglich des Wechselkurses ist umso grösser, je stärker die zu beobachtende Wechselkursvolatilität ist.

Wallstreet

Synonym für US-Börsen. Kleine Strasse in New York, in welcher die bedeutendste Börse (New York Stock Exchange kurz NYSE) und viele Banken, respektive Broker beheimatet sind.

Wandelprämie

Gibt an, wieviel Prozent es teurer ist, eine Aktie via Wandelobligation statt direkt an der Börse zu kaufen.

Warenbörse

Markt, an dem Rohstoffe, landwirtschaftliche Produkte oder auch Nahrungsmittel gehandelt und entweder als Lokogeschäfte mit sofortiger Erfüllungspflicht oder als Termingeschäfte abgeschlossen werden.

Warrant

Teil einer Optionsanleihe. Ein Warrant gilbt dem Inhaber das Recht, innerhalb einer bestimmten Frist eine bestimmte Anzahl Aktien eines Unternehmens zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Entsprechend den Emissionsbedingungen kann er ab einem bestimmten Zeitpunkt von der Optionsanleihe abgetrennt und separat gehandelt werden.

Wechselkursrisiko

Das Risiko mit Fremdwährungsanlagen höhere Wechselkursschwankungen in Kauf zu nehmen.

Weiche Währung

Eine Währung, die gegenüber anderen Währungen stetig an Wert verliert, beispielsweise wegen einer anhaltend hohen Teuerungsrate oder instabilen politischen Verhältnissen.

Wertpapier

Ein Wertpapier ist jede Urkunde, mit der ein Recht derart verknüpft ist, dass es ohne die Urkunde weder geltend gemacht noch auf andere übertragen werden kann. Von der Rechtsform her unterscheiden sich Wertpapiere in Inhaber-, Namen- und Orderpapiere. Zu den Wertpapieren zählen Aktien, Obligationen, Pfandbriefe, Partizipations-und Genussscheine, Anteile von Anlagefonds, Warrants, aber auch Konnossement und Schuldbriefe usw.
 

Wertpapierkennummer

Die "Hausnummer" der Wertpapiere. Jede Aktie, jede Anleihe, jedes Investmentzertifikat und jeder Optionsschein ist durch eine sechsstellige Wertpapierkennummer (WKN) eindeutig identifizierbar. Um Verwechslungen auszuschließen, sollten Anleger bei jedem Kauf- oder Verkaufsauftrag die WKN des Papiers nennen.

Widerstandskennlinie

Ein in der charttechnischen Analyse geläufiger Begriff für die Kursregion, in der es einem Wertpapier oder einem Gesamtmarkt besonders schwer gelingen dürfte, sich weiter nach oben zu bewegen.

Wiederanlage

Möglichkeit, die Jahresauschüttung im gleichen Fonds zu günstigeren Konditionen wieder anzulegen. Dies führt zu einem höheren Wertzuwachs des eingesetzten Kapitals.

Window Dressing

Versuch institutioneller Anleger, ihre Performance durch Börsentransaktionen kurz vor Ablauf einer Rechnungsperiode, also am Quartals- oder Jahresende zu schönen

Xetra

Elektronisches Börsenhandelssystem der Deutschen Börse. Unter Xetra können theoretisch Aktien rund um die Uhr gehandelt werden.

Zeichnung

Kauf von Neuemissionen vor dem ersten Handelstag zum Bezugskurs.
 

Zeithorizont

Auch Anlagedauer, die entscheidend für die Wahl der Anlagen ist.

Zeitwert

Wert eines Vermögensgegenstandes zu einem bestimmten Zeitpunkt. Bei Optionen ergibt sich der Zeitwert aus der Differenz zwischen dem tatsächlichen Kurs eines Optionsscheines und seinem inneren Wert. Er ist immer positiv und nimmt mit abnehmender Restlaufzeit ab.

Zentralbank

Andere Bezeichnung für Notenbank wie z.B. die Schweizerische Nationalbank.

Zerobond

Ein Zerobond (deutsch: Nullcouponanleihe) ist eine Obligation, die nicht respektive nur indirekt verzinst wird. Die Anleihe wird unter pari emittiert und bei Fälligkeit zum Nominalwert zurückbezahlt. Je länger die Laufzeit des Zerobonds, desto tiefer also der Emissionspreis.

Zertifikate

Verbriefen das Recht, an der Entwicklung eines Indexes oder eines definierten Aktienkorbes zu partipizieren. Zertifikate haben im Gegensatz zu Fonds eine begrenzte Laufzeit.

Zins

Zins ist die Gegenleistung für die leihweise Überlassung von Kapital, beispielsweise der Sparzins. Seine Höhe richtet sich nach der jeweiligen Wirtschaftslage und der Geldpolitik der Notenbank.

Zinseszins

Verzinst man 10'000 Franken zu 5%, ergibt das in einem Jahr 10'500 Franken, also 500 Franken mehr. Legt man Zins jeweils ebenfalls an, werden aus den ursprünglich 10'000 Franken nicht 15‘000 Franken (10 mal 500 Franken Zins), sondern 16'290 Franken. Diese 1'290 Franken mehr sind die Folge des Zinseszinses, der Verzinsung der Zinserträge. Der Zinseszins für die langfristige Vermögensentwicklung eine grosse Bedeutung.

Zinsniveau

Der Zins für Leihkapital (Kredite) ist nicht zu allen Zeiten gleich, vielmenr richtet sich seine Höhe nach der jeweiligen Wirtschaftslage. Sie wird außerdem durch bestimmte Maßnahmen der Bundesbank beeinflußt (Diskontsatz, Lombardsatz, Mindestreservesatz). Im Rahmen eines so gebildeten Zinsniveaus richtet sich die Höhe des Zinses im Einzelfall nach Laufzeit und Risiko, das der Geldgeber eingeht. Ändert sich das Zinsniveau nachhaltig (z. B. als Folge einer Diskontsenkung), so passen sich alle Effektivzinssätze an.

Zinspapiere

Wertpapiere, deren Erträge hauptsächlich als Zins und nicht als Kursveränderung anfallen, z.B. Obligationen, Festgelder, Geldmarktpapiere uw.

Strukturiertes Produkt mit 100% Kapitalschutz. Der Coupon ist abhängig von der Entwicklung der Basiswerte

.

Zinstermin

Auf jedem festverzinslichen Wertpapier sind die entweder halbjährlichen oder jährlichen Zinstermine vermerkt. Es handelt sich in der Regel um Monatserste. Steht im Kursblatt hinter einem festverzinslichen Wertpapier die Bezeichnung J/J, so hat dieses Papier die Zinstermine 2. Januar/1. Juli. Entsprechend bedeuten F/A: Februar/August usw. Man kann ein größeres Wertpapierdepot so nach Zinsterminen mischen, daß an jedem Monatsersten Zinsen fällig werden.

Zusatzdividende

Zusätzliche, nicht eingeplante Dividende als Folge eines guten Geschäftsgangs, eines Sondergewinns usw.

Zuteilung

Die bei der Emission neuer Wertpapiere vorgenommene Aufteilung der Wertpapiere auf die verschiedenen Kaufinteressenten, wenn es zu Überzeichnungen gekommen ist.

Zwischendividende

Vor allem in angelsächsischen Gebieten gängige Vorauszahlung auf die Jahresdividende, z. B. als Quartalsdividende.

Zyklischer Wert

Die Kurse einer solchen Aktie bewegen sich parallel zu den Konjunkturzyklen. Geht es der Wirtschaft gut, steigen sie. In Rezessionszeiten fallen sie. Steht ein Aufschwung bevor, sollten Anleger zyklische Werte wie beispielsweise Chemie- oder Autoaktien kaufen.

Zyklus

Kreislauf der Wirtschaft, der Zinsen, der Börsenindices usw.