Zukunftstechnologien - Intel-Firma Mobileye hofft auf Robotaxi-Dienst in Deutschland ab 2022

Die Intel -Tochterfirma Mobileye kann sich den Start ihres ersten Robotaxi-Dienstes in Deutschland 2022 vorstellen.
18.04.2021 12:08
Die Intel-Tochter Mobileye an der Consumer Electronics Show 2020 in Las Vegas.
Die Intel-Tochter Mobileye an der Consumer Electronics Show 2020 in Las Vegas.
Bild: imago images / UPI Photo

"Wenn alle Voraussetzungen passen, würden wir gern ab nächstem Jahr mit unserem Dienst nach Deutschland kommen", sagte Mobileye-Manager Johann Jungwirth der "Welt am Sonntag". Dafür wären aber rechtliche Bedingungen nötig: "Ich würde mich freuen, wenn der Bundestag, Bundesrat und Verkehrsministerium den entsprechenden Rahmen dafür schaffen." Mobileye hofft auf ein Gesetz zum autonomen Fahren, das im Sommer beschlossen werden könnte.

Die Firma testet seit vergangenem Sommer selbstfahrende Autos in Deutschland. Im kommenden Jahr will Mobileye in Jerusalem, wo der Hauptsitz des Unternehmens liegt, einen komplett automatischen Robotaxi-Service auf die Strasse bringen. Im vergangenen Jahr sagte Jungwirth noch, der Zeitpunkt für den Start eines solchen Dienstes in Deutschland werde vor allem von der gesetzlichen Grundlage abhängen.

Bei den ersten Robotaxi-Diensten sind die Fahrzeuge in einem eingeschränkten Gebiet mit meist günstigen Verkehrsbedingungen unterwegs. Die Google -Schwesterfirma Waymo etwa führte ihren kommerziellen Robotaxi-Dienst für einige Einwohner eines Vororts der Start Phoenix im US-Bundesstaat Arizona ein. Doch dabei wird es nicht bleiben: So setzte sich die General-Motors-Tochter Cruise das Ziel, Robotaxis in die Strassen von San Francisco zu bringen.

Mobileye ist einer von vielen Entwicklern von Technologie zum autonomen Fahren, die sich Hoffnungen auf einen Platz in künftigen Fahrzeugen machen. Dazu gehören neben Waymo und Cruise auch grosse Autobauer und Branchenzulieferer, Apple und diverse Start-ups.

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Mobileye-Technologie in fahrerlose Lieferwagen kommt, die 2023 den Regelbetrieb aufnehmen sollen. Der Fahrzeugentwickler Udelv will bis 2028 mehr als 35 000 dieser selbstfahrenden Transporter in den Markt bringen. Technik der von Intel 2017 übernommenen Firma steckt auch in vielen Fahrassistenz-Systemen heutiger Autos.

(AWP)