Der Umsatz ist in den ersten neun Monaten mit 172 Millionen Franken auf dem Vorjahresniveau verharrt, wie Idorsia am Donnerstag mitteilte. Rund 142 Millionen erwirtschaftete die Gesellschaft mit dem Schlafmittel Quviviq. Gegenüber dem Vorjahreswert ist dies ein Plus von 54 Prozent.
Operativ resultierte nach US-GAAP ein Verlust von 99 Millionen Franken nach einem Plus von 23 Millionen im Vorjahr. Im Vorjahr hatte Idorsia von einer einmaligen Zahlung im Zusammenhang mit dem Vitaris-Vertrag profitiert.
Den Nettoverlust weitete Idorsia auf 206 Millionen Franken aus, verglichen mit -34 Millionen im Vergleichszeitraum 2025. Der höhere Nettoverlust sei in erster Linie auf den Anstieg der Finanzaufwendungen um 54 Millionen Franken sowie auf den Anstieg der Betriebsaufwendungen zurückzuführen.
Die liquiden Mittel beliefen sich den Angaben zufolge per Ende Juni auf 85 nach 89 Millionen per Ende Juni.
Quviviq bleibt zentraler Wachstumstreiber
Eine wichtige Rolle in der weiteren Strategie spielt denn auch der Hoffnungsträger Quviviq. Das Schlafmittel profitiere «von fünf sich gegenseitig verstärkenden Wachstumstreibern: steigende Nachfrage, Ausweitung der geografischen Reichweite, breiterer Zugang für Patienten, zunehmende Durchdringung der Primärversorgung sowie zahlreiche Möglichkeiten zur Verlängerung des Produktlebenszyklus», fasst Idorsia das in der Mitteilung zusammen.
Auch mit dem Blutdrucksenker Aprocitentan kommt Idorsia voran: Wie zuvor am Donnerstagmorgen angekündigt plant das Unternehmen eine Partnerschaft mit Anleihegläubigern der Idorsia Investments SARL (SPV) zur weltweiten Vermarktung des Blutdruckmittels.
Mit Blick auf die Pipeline plant Idorsia aufgrund positiver Phase-II-Ergebnisse ein eigenes Entwicklungsprogramm für Daridorexant bei Kindern mit Autismus; weitere Details sollen im ersten Halbjahr 2027 folgen. Zudem startete das Unternehmen eine Phase-III-Studie mit Lucerastat gegen Fabry-Krankheit und vereinbarte mit Nxera Pharma eine Entwicklungspartnerschaft für Japan und Teile Asiens.
Für das laufende Jahr 2026 hält das Unternehmen an seinem Ausblick fest. Entsprechend erwartet Idorsia weiterhin eine Beschleunigung der Umsätze mit Quviviq und will im Gesamtjahr damit 200 Millionen Franken umsetzen. Operativ dürften indes noch rote Zahlen stehen. Wie zuletzt bekräftigt, rechnet Idorsia mit einem operativen Verlust nach US-GAAP in Höhe von 160 Millionen.
Idorsia und SPV-Anleihegläubiger planen Finanzpaket für Blutdrucksenker
Idorsia plant eine Partnerschaft mit Anleihegläubigern der Idorsia Investments SARL (SPV) zur weltweiten Vermarktung eines Blutdruckmittels. Davon sollen die SPV-Anleihegläubiger 72 Millionen Franken bereitstellen.
Idorsia will über zwei Jahre weitere 48 Millionen Franken beisteuern. Im Gegenzug erhalten die Gläubiger neue Schuldverschreibungen sowie eine Beteiligung von 12 Prozent an den Erlösen aus den drei SPV-Wirkstoffen Aprocitentan, Selatogrel und Cenerimod. Diese greift erst nach vollständiger Rückzahlung der SPV-Schulden.
Idorsia erhält ab Inkrafttreten der Vereinbarung 30 Prozent der weltweiten Nettoerlöse von Aprocitentan. Nach Rückzahlung der SPV-Schuldverschreibungen sollen dem Unternehmen zudem 88 Prozent des verbleibenden Wertpotenzials der drei Vermögenswerte zugutekommen.
Anleihegläubiger unterstützen Transaktion
Die Transaktion wird von einer Gruppe von Anleihegläubigern unterstützt, die eine deutliche Mehrheit der ausstehenden Schuldverschreibungen vertritt. Sie bedarf noch der erforderlichen Zustimmungen und der endgültigen Vertragsdokumentation. Der Abschluss wird bis Ende des Jahres erwartet.
Die Finanzierung soll eine gezielte Markteinführung in den USA sowie einen schrittweisen Ausbau in Europa und Kanada ermöglichen. Der Plan sieht vor, dass das Geschäft 2029 die Gewinnschwelle erreicht und danach profitabel wächst.
Tryvio/Jeraygo richtet sich insbesondere an Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck, deren Blutdruck trotz Behandlung mit mehreren Medikamenten nicht ausreichend kontrolliert ist.
(AWP)

