Am Donnerstag haben sich die Investorinnen und Investoren weiter von den Aktien des Baustoffunternehmens Holcim zurückgezogen. Die Anteilsscheine gingen 1,32 Prozent tiefer bei 62,84 Franken aus dem Handel. Damit waren sie auf dem niedrigsten Stand seit März 2026 und entsprechend bei einem Sieben-Monate-Tief angelangt.
Dabei stehen die Titel schon seit Längerem unter Druck. Ab dem Zwischenhoch von Mitte Juni bei 78,10 Franken haben sie bis gestern Donnerstagabend knapp 20 Prozent an Wert verloren. Zum Vergleich: Der Swiss Market Index (SMI) hat im gleichen Zeitraum um 1,4 Prozent nachgegeben.
Gründe der vergleichsweise verlustreichen Wochen beim Unternehmen aus Zug sind weltpolitischer und konjunktureller Natur. Die Spannungen im Nahen Osten treiben die Energiepreise hoch und sind daher ein schlechtes Vorzeichen für die Zementproduktion. Zudem führen steigende Ölpreise zu höherer Inflation und daher zu höheren Zinsen. Diese belasten die Bauwirtschaft und dämpfen den Geschäftsgang von Bauunternehmen.
Solche Einflüsse haben die Stimmung um die Aktie von Holcim verschlechtert. Dabei ist das Unternehmen operativ gut unterwegs. Die Zahlen zum zweiten Quartal 2026, die Ende Juli vorgestellt wurden, haben die Erwartungen übertroffen. Ausserdem hat das Management um CEO Miljan Gutovic den Ausblick für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Als Gründe für die erhöhte Jahresprognose nannte Gutovic neben dem Halbjahresergebnis auch das Geschäftsmodell, «das sich in allen Konjunkturzyklen und unter allen Marktbedingungen bewährt» habe. Dazu gehört auch, dass Holcim gestiegene Kosten durch Disziplin und Preiserhöhungen auffangen kann.
Nächster Prüfstein und zugleich möglicher Impulsgeber für die Holcim-Aktie wird der Bericht zum dritten Quartal sein, der am 23. Oktober erscheinen wird. «Wir rechnen trotz eines anspruchsvollen Umfelds und einzelner schwieriger Märkte mit einer anhaltend hohen Umsatz- und EBIT-Dynamik, die sich innerhalb des internationalen Zementsektors positiv abheben dürfte», schreibt Martin Hüsler, zuständiger Analyst der Zürcher Kantonalbank, in seiner Vorschau auf die anstehende Zahlenvorlage.
Derweil liegt das durchschnittliche Kursziel der von der Nachrichtenagentur AWP erfassten Analysten bei 83,61 Franken. Es zeigt ein 33,1-prozentiges Kursgewinnpotenzial gegenüber der Schlussnotiz vom Donnerstag an. 15 Experten empfehlen die Titel zum Kauf. Fünf weitere sind für «Halten». Verkaufsempfehlungen gibt es keine.
Gemessen am Leistungsausweis und den Analysteneinschätzungen stehen die Chancen gut, dass Holcim das Börsentief überwindet und die Aktie an ihren starken Lauf der zweiten Jahreshälfte 2025 anknüpfen kann.

