Die Valoren von Nestlé verlieren im frühen Handel 1,4 Prozent auf 78,73 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) um 0,9 Prozent nachgibt. Damit schmilzt das Plus seit Jahresbeginn auf 1,4 Prozent zusammen und der Titel entfernt sich vom am 29. Juli erreichten zwischenzeitlichen Jahreshoch von 87 Franken.
Auslöser für den Kursrutsch am Donnerstag ist die Zürcher Kantonalbank (ZKB), welche dem Titel ein Downgrade verpasste. Die Einstufung lautet neu «Marktgewichten» nach «Übergewichten» und das Kursziel wurde von 104 auf 91 Franken zusammengestrichen.
Der zuständige Analyst Gian Marco Werro betont zwar, dass bei Nestlé die Zielrichtung stimme. Allerdings dürfte der Transformationsprozess erst mittelfristig Früchte tragen. Dies, weil es sich um einen «mehrjährigen Anpassungsprozess» handle. Nestlé ist gemäss Einschätzung des ZKB-Experten auf dem richtigen Weg zurück zu Markenstärke und höherer Profitabilität, doch der Balanceakt benötige Zeit, so die Begründung.
Die Rating-Kürzung und Kurszielreduktion ist bei leicht steigendem Umsatz in den Jahren 2026 bis 2028 primär den reduzierten Schätzungen beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) geschuldet. Auf Ebit-Ebene reduzierte Werro von der ZKB seine Erwartungen für 2027 und 2028 um rund 5,4 Prozent. Treiber seien höhere Restrukturierungskosten sowie höhere Marketing- und Distributionsaufwendungen. Nestlé müsste mehr Dynamik beim Ebit-Wachstum entfalten, um eine höhere Bewertung zu rechtfertigen, so der ZKB-Analyst abschliessend.
Etwas weniger pessimistisch zeigte sich eine Schweizer Privatbank. Die Bank Julius Bär hatte am 28. Juli nach Publikation des Halbjahresberichts das Kursziel für die Aktien des Nahrungsmittelriesen Nestlé minimal von 95 auf 94 Franken gesenkt und die Empfehlung «Buy» bestätigt.
Wie der Analyst Peter Casanova in seiner Einschätzung festhielt, gaben die besser als erwartet ausgefallenen Halbjahresumsätze und die bestätigte Prognose für das organische Wachstum den Ausschlag für diese leichte Anpassung. Casanova rechnet mit einer anhaltenden Verbesserung sowohl bei den Volumen als auch bei der Margenentwicklung.
Allerdings warnte der Experte von Julius Bär davor, dass steigende Preise für wichtige Rohstoffe wie Kaffee und Kakao den Margenfortschritt etwas bremsen könnten. Trotz dieser potenziellen Gegenwinde geht der Analyst davon aus, dass sich die allgemeine Erholung des Nahrungsmittelkonzerns weiter fortsetzen wird.
Gemäss AWP-Analyser stufen elf Analysten den Titel mit «Kaufen», neun mit «Halten» und einer mit «Verkaufen» ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 88 Franken.

