Dank eines starken Laufs in den letzten zwei Handelsstunden schlossen die Partizipationsscheine von Roche am Freitag um 1,02 Prozent höher bei 375,60 Franken. Damit hatten sie das Zwischenhoch bei 374,90 Franken vom Februar überschritten und waren auf den besten Stand seit April 2022 gestiegen. Das Allzeithoch von 404,20 Franken ist nun noch 7,6 Prozent entfernt.

Dabei haben sich die Titel des von CEO Thomas Schinecker geleiteten Pharmakonzerns schon über mehrere Wochen hinweg positiv entwickelt. Allein seit dem 22. Juli hat ein Kursplus von 13 Prozent resultiert. Der Swiss Market Index (SMI) hat im gleichen Zeitraum um lediglich knapp 1 Prozent zugelegt.

Zu den Gründen für die überdurchschnittlich positive Entwicklung der Roche-Scheine zählen die Halbjahreszahlen, die Ende Juli vorgestellt wurden. Der Gruppenumsatz lag knapp über dem Konsens, während der operative Kerngewinn (Kern-EBIT) die Erwartungen um 4 Prozent übertraf.

Support erhielten die Titel des SMI-Schwergewichts auch von Kommentaren verschiedener Analysten. Sie deuteten darauf hin, dass sich bei Roche vieles in eine aus Anlegersicht gute Richtung entwickelt: «Das Unternehmen hat eine Pipeline so voll wie noch nie mit aussichtsreichen Produktkandidaten – viele davon neuartige Moleküle», schrieb Stefan Schneider, zuständiger Analyst der Bank Vontobel, Ende Juli in der «Finanz und Wirtschaft».

Operationell sei die Basis für eine überzeugende Unternehmensentwicklung gelegt, notierte Urban Fritsche, Experte der Zürcher Kantonalbank (ZKB), ebenfalls Ende Juli. «Der Newsflow über die kommenden Monate wird entscheidend für zukünftige Umsatzerwartungen sein», führte der Analyst aus.

Gespeist werden dürfte der Nachrichtenstrom zu Roche zunächst vom Pharmatag, der Ende September in London abgehalten wird. Zudem stehen im November und Dezember die US-Zulassungsentscheide für das Brustkrebsmittel Giredestrant in zwei Anwendungsfeldern an. Diesem Medikament schreiben Pharma-Analysten Blockbuster-Potenzial zu, wobei der Spitzenumsatz bei rund zehn Milliarden Franken gesehen wird. Allerdings steht Roche mit Giredestrant in Konkurrenz zum britischen Pharmakonzern Astrazeneca beziehungsweise dessen Mittel Camizestrant.

Weiter hat der zuständige Experte von Morgan Stanley das Basler Pharmaunternehmen Anfang August von «Equal Weight» auf «Overweight» hochgestuft und das Kursziel von 295 auf 410 Franken angehoben. Es entspricht einem neuen Allzeithoch.

Acht von 16 bei der Nachrichtenagentur AWP erfassten Analysten empfehlen die Roche-Scheine zum Kauf. Sieben sagen «Halten», einer ist für «Verkaufen». Das durchschnittliche Kursziel für den Partizipationsschein von Roche liegt bei 368,84 Franken. Es deutet auf einen 1,8-prozentigen Kursverlust in den nächsten zwölf Monaten hin. Durchaus möglich ist aber, dass manche Analystinnen und Analysten über die Bücher gehen, ihre Preisziele für Roche anheben und so auch den Marktkonsens nach oben drücken.

Unterdessen werden Anlegerinnen und Anleger die Nachrichtenlage um Roche eng verfolgen und Investitionsentscheide darauf abstimmen. Am heutigen Montag kann der Schwung der vergangenen Handelstage anhalten. Dennoch sind Gewinnmitnahmen zum Wochenauftakt und Enttäuschungen in der mittleren Sicht nicht ausschliessbar.

Reto Zanettin
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