Die Titel der UBS fallen kurz nach der Eröffnung am Mittwoch um 1,8 Prozent auf 38,10 Franken. Grund sind die Quartalszahlen, die das Management am Mittwochmorgen vorgestellt hat.
Die UBS hat im dritten Quartal 2026 die Erträge und den Gewinn gesteigert. Zudem befindet sich die Grossbank in den letzten Zügen, die Integration der Credit Suisse abzuschliessen, und kann auf den letzten Metern sogar mehr Kosteneinsparungen bis Ende Jahr ins Aussicht stellen.
Die UBS erzielte in den Monaten Juli bis September 2026 einen Gewinn von 2,69 Milliarden US-Dollar und damit 8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Bank am Mittwoch mitteilte. Vor Steuern waren es 3,59 Milliarden (+27 Prozent). Um Restrukturierungskosten bereinigt blieb ein Vorsteuergewinn von 4,08 Milliarden (+14 Prozent). Damit liegt das Institut in den Analystenerwartungen.
Die Erträge der Bank stiegen derweil um 5 Prozent auf 13,35 Milliarden Dollar an, während der Aufwand mit 9,65 Milliarden um knapp 2 Prozent abnahm. Das für eine Bank wichtige Kosten/Ertrags-Verhältnis lag damit bei 72,3 Prozent, auf bereinigter Basis lag die Kennzahl mit 68,7 Prozent sogar unter 70 Prozent.
Hohe Nettoneugelder im Kerngeschäft
In ihrem Kerngeschäft - in der globalen Vermögensverwaltung - konnte die UBS weitere Kundengelder anziehen. Der Nettoneugeldzufluss belief sich in dem Bereich auf 55,1 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verwaltete die UBS über alle Bereiche der Gruppe hinweg allerdings kaum mehr Vermögen: Diese lagen Ende September bei 7328 Milliarden nach 7326 Milliarden Ende Juni. So war es etwa im Asset Management netto zu Abflüssen in der Höhe von 5,1 Milliarden gekommen.
Ende Jahr endet nun der wesentliche Teil der Integration der Credit Suisse: «Derzeit setzen wir die letzten Schritte der Integration um», so die UBS. Bisher seien brutto 13,2 Milliarden Dollar Kosteneinsparungen erzielt worden im Vergleich zu 2022. Dabei tritt die UBS bei der laufenden Restrukturierung aufs Gaspedal: Neu geht die Bank davon aus, insgesamt bis Ende Jahr 13,7 Milliarden zu erzielen statt der zuvor in Aussicht gestellten rund 13,5 Milliarden.
Mit Blick in die Zukunft gibt sich die UBS derweil betont zurückhaltend: «Angesichts erhöhter makroökonomischer Volatilität, anhaltender geopolitischer Spannungen und politischer Unsicherheit im Zusammenhang mit richtungsweisenden Wahlen wie jenen in den USA bleibt die Anlegerstimmung zu Beginn des vierten Quartals verhalten», heisst es. Für das Schlussquartal erwarte die Bank die häufig zu beobachtende saisonale Abschwächung der Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorquartal.
CS-Integration auf Kurs
Die UBS setze derzeit «die letzten Schritte der Integration um», schreibt die Grossbank in der Mitteilung vom Mittwoch zum Quartalsabschluss. So seien per Ende September 2026 fast alle IT-Anwendungen der Credit Suisse, die ausser Betrieb genommen werden sollen, auch nicht mehr genutzt worden. Rund 90 Prozent seien bereits vollständig ausser Betrieb.
Im dritten Quartal konnte die Grossbank laut eigenen Angaben Kosteneinsparungen von 0,6 Milliarden Dollar erzielen. Insgesamt belaufen sich die Kosteneinsparungen brutto damit bereits auf 13,2 Milliarden Franken. Man gehe nun davon aus, insgesamt Kosteneinsparungen von brutto 13,7 Milliarden zu erzielen - damit werde die Bank das bisherige Ziel von 13,5 Milliarden übertreffen.
Der Personalbestand ist entsprechend weiter rückläufig: Mittlerweile zählt die UBS noch 97'593 Vollzeitstellen, nachdem sie bereits im Vorquartal mit 99'085 Personen unter die Marke von 100'000 Vollzeitbeschäftigten gesunken war. Einschliesslich externer Personen beschäftigte die Grossbank Ende September 109'990 Personen (Vorquartal 112,388).
Hoffen auf Parlament
Die UBS will zudem im Februar 2027 mit den Ergebnissen zum vierten Quartal ankündigen, wie viel Kapital im Jahr 2027 an die Aktionäre zurückgeführt werden soll. Das aktuelle Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden Dollar soll bis dahin abgeschlossen werden.
Mit Blick auf die laufende politische Debatte über schärfere Kapitalanforderungen in der Schweiz will sich die Bank weiter «konstruktiv» in die politische Diskussion einbringen.
Aktienrückkaufprogramm soll bis Anfang 2027 abgeschlossen sein
Die UBS will ausserdem ihr laufendes Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden Dollar bis Anfang des kommenden Jahres abschliessen. Im dritten Quartal hat sie Aktien im Wert von 1,8 Milliarden Dollar zurückgekauft.
Das aktuelle Aktienrückkaufprogramm werde bis zum Zeitpunkt der Berichterstattung über die Jahresergebnisse 2026 abgeschlossen, schreibt die UBS in ihrer Berichterstattung zu den Drittquartalsergebnissen: Die Zahlenvorlage ist für den 3. Februar 2027 angekündigt. Neben den Aktienrückkäufen habe die UBS im Berichtsquartal auch weitere Rückstellungen für eine Dividendenerhöhung im «mittleren Zehnprozentbereich» vorgenommen.
Der Betrag und das Tempo der Aktienrückkäufe hingen allerdings von den kurzfristigen Finanzergebnissen und dem Finanzausblick ab, schreibt die UBS. Weitere Faktoren seien die Aufrechterhaltung einer harten Kernkapitalquote von rund 14 Prozent sowie Klarheit im Hinblick auf die parlamentarische Beratung über die Eigenmittelunterlegung für die UBS.
Zu den kommenden Ausschüttungen sollen die Aktionäre dann ebenfalls bei der Bekanntgabe des Jahresergebnisses 2027 Informationen erhalten: Dann werde die UBS ihre Ambitionen im Hinblick auf Kapitalerträge und -rückführungen für 2027 vorlegen.
(AWP)

