Die US-Dienstleister haben ihr Wachstumstempo im September etwas gedrosselt. Der Einkaufsmanagerindex für die Service-Unternehmen sank auf 54,9 Punkte von 55,4 Zählern im Vormonat, wie aus der am Montag veröffentlichten monatlichen Umfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht. Je weiter das Barometer über der Schwelle von 50 Punkten liegt, desto mehr Wachstum signalisiert es. Von Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 55,2 Punkte gerechnet. Das Teilbarometer für Kosten kletterte um 1,4 auf 74,0 Punkte und signalisiert eine anziehende Inflation.
«Die Service-Firmen sind bekanntlich der Job-Motor der US-Ökonomie», sagte Konjunktur-Experte Tobias Basse von der NordLB. Die Arbeitsmarktkomponente des ISM war im Juli und August jeweils noch ziemlich schwach - und konnte im September wieder knapp über den zentralen Schwellenwert von 50 Punkten springen. «Diese Nachricht weckt Hoffnungen auf bald wieder etwas bessere Zahlen zur Beschäftigungssituation in den Vereinigten Staaten», sagte der Analyst. Helaba-Experte Ulrich Wortberg betonte, trotz des leichten Dämpfers sei das gesamte Barometer weiter klar im Wachstumsbereich. «Der Gegenwind in Form hoher Energiepreise, steigender Zinsen und geopolitischer Herausforderungen scheint sich in Grenzen zu halten.» Bis zum Ende des Jahres werde die US-Notenbank ihren Leitzins wohl um 0,25 Prozentpunkte erhöhen, «gefolgt von einem weiteren Schritt im ersten Quartal 2027.»
Das ISM-Barometer für die Industrie war zuletzt überraschend gesunken. Trotz eines leichten Rückgangs um 0,1 Punkte hielt es sich mit 54,5 Zählern weit über der Wachstumsschwelle von 50. Auf das verarbeitende Gewerbe entfallen rund 9,4 Prozent der Wirtschaftsleistung der USA. Die US-Konjunktur zeigte sich im Frühjahr trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg überraschend robust. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,2 Prozent. Angekurbelt wurde das Wachstum vor allem von privaten Konsumausgaben, Investitionen und Exporten.
(Reuters)

