Der US-Dollar befindet sich auch gegenüber dem Franken auf einem rasanten Abwärtspfad. Derzeit wird der Dollar zu 0,9411 gehandelt, kurzzeitig ist er gar unter 94 Rappen gefallen. Am Morgen lag er noch über 2 Rappen höher bei 0,9643. Zum letzten Mal klar unter 94 Rappen lag der Dollar Mitte April dieses Jahres.
Der Euro zeigt sich am Abend mit 0,9749 im Vergleich zum frühen Abend relativ stabil. Am Mittag war er mit 0,9857 aber noch klar teurer.
Seit der Veröffentlichung aktueller Inflationsdaten aus den USA am Donnerstag legt der Euro zu. Sie waren niedriger als erwartet ausgefallen und belasteten den Dollar entsprechend. Hintergrund ist der geldpolitische Kurs der US-Notenbank: Die rückläufige Teuerung lässt der Federal Reserve Luft, ihren Kampf gegen die hohe Inflation etwas vorsichtiger zu führen. Schon für die kommende Zinssitzung im Dezember rechnen viele Analysten mit einer weniger starken Zinsanhebung als zuletzt. Hinzu kommt laut Ulrich Leuchtmann, Analyst bei der Commerzbank, dass der Dollar an den Märkten bisher besonders hoch bewertet war. Daher sei er besonders anfällig. Dies erkläre auch die heftige Reaktion.
Zudem trübte sich im November das Verbrauchervertrauen in den USA merklich ein. Der Rückgang des Universität Michigan erhobenen Konsumklimas war zudem stärker als erwartet. Die Unsicherheit dürfte nach Einschätzung der Universität angesichts des schwierigen Umfeldes anhalten. Die Inflationserwartungen der Verbraucher legten geringfügig zu.
Nicht nur zum Euro, auch zu anderen Währungen stand der Dollar vor dem Wochenende unter Druck. Gegenüber dem japanischen Yen, der in den vergangenen Monaten erheblich verloren hat, fiel der Dollar erstmals seit zwei Monaten wieder unter 140 Yen. Die Geldpolitik der japanischen Notenbank setzt sich im internationalen Vergleich ab, da sie sich nicht gegen die Inflation im Lande stemmt. Dies ist eine grosse Bürde für den Yen, der zum Dollar vor etwa einem Monat auf den tiefsten Stand seit 1990 gefallen war.
la/he
(AWP)