Elektrifizierung, Strom, das wird in den nächsten Jahren ganz massiv zulegen, der Sektor könnte regelrecht explodieren. Ein paar Zahlen: Die Erdbevölkerung wächst derzeit um 70 Millionen Menschen jährlich entsprechend um rund 0,9 Prozent im Jahr. Zwar nehmen die Zuwachsraten aus verschiedenen Gründen wie steigendem Wohlstand, zunehmender Bildung oder veränderterem Rollenbild der Frauen insbesondere in den Entwicklungsländern ab. Aber dennoch soll die Zahl der Erdenbürger bis 2080 nochmals um 25 Prozent von derzeit 8,3 auf dann 10,3 Milliarden Menschen zulegen.

Der Anteil von Bitcoin-Mining am weltweiten Stromverbrauch liegt geschätzt zwischen 0,5 und 0,8 Prozent. Das Laden von Smartphones verbraucht weltweit pro Tag etwa 0,05 Prozent der weltweiten Stromerzeugung. KI-Anwendungen verschlingen rund 0,5 Prozent der globalen Stromproduktion. Insgesamt schlucken Rechenzentren geschätzt 1,5 bis 2,5 Prozent des weltweit erzeugten Stroms.

Immer mehr Menschen und neue Trends bringen mehr Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen und mehr Konsum. Das weltweite Wirtschaftswachstum liegt in diesem Jahr bei geschätzt 3,0 Prozent – real, preisbereinigt nach der Inflationsrate. Im vergangenen Jahr waren es 3,7 Prozent und im nächsten Jahr sollen es 3,4 Prozent sein.

Und fast im Gleichschritt dazu steigt der weltweite Stromverbrauch. In den letzten zehn Jahren stieg die Nachfrage um knapp drei Prozent im Jahr.

Dann als noch viel grösseres Thema die E-Mobilität. Was Politiker nicht bedenken: Die mit Strom betankten Autos werden beispielsweise in Deutschland bei komplettem Ersatz der bestehenden Verbrennerautos und -LKW annähernd die aktuelle gesamte Stromproduktion im Land auffressen. Da entsteht eine gigantische Nachfrage nach Strom-Infrastruktur.

Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum sowie neue Basistrends wie KI, Kryptowährungen oder Smartphones und dann E-Autos sind ganz klar ein zuverlässiger Wachstumstreiber im Stromsektor. Dazu kommt die Energiewende mit dem massiven Ausbau von erneuerbaren Energien. In Deutschland etwa wird der Strom durch Windräder in der küstennahen Nordsee erzeugt und über tausende von Kilometern Stromleitungen quer durch das Land transportiert.

Dafür müssen bei den Nachbarn bis 2045 alleine etwa 5000 Kilometer Höchstspannungsnetze und tausende Kilometer Seekabel am Meeresgrund neu gebaut werden. Dazu kommen Ausbau oder Verstärkung bestehender Netze in einer Länge von etwa 5000 bis 10000 Kilometern.

Schätzungen zufolge müssen in den Neu-, Um- und Ausbau der deutschen Strominfrastruktur bis 2045 etwa 650 Milliarden Euro investierte werden. Dazu kommen weitere Kosten für den Aus- und Umbau der Strominfrastruktur in Europa. Branchenkenner gehen von etwa 100000 Kilometer an Stromleitungen, die in der EU überarbeitet werden müssen aus. Die Kosten sollen bis 2030 bei etwa 600 Milliarden Euro liegen, bis 2050 sogar auf mehr als 800 Milliarden Euro steigen.

Damit aber nicht genug. Externe Krisen wie der Ölpreisschock Anfang der 70er-Jahre bescherten der Elektrifizierung überproportionales Wachstum, wirken wie ein Katalysator. Der Bedarf stieg seit 1973 doppelt so schnell wie in der Öl- und Gasindustrie. Und jetzt der Krieg in der Ukraine und am Golf. Auch das dürfte viele Länder und Verbraucher verstärkt in Strom als mögliche stabilere Alternative zu fossilen Brennstoffen treiben.

Dieses Umfeld eröffnet Unternehmen, die in den Bereichen E-Technik sowie Planung und Bau von Stromleitungen aktiv sind enormes Wachstumspotential. Da gibt es natürlich dutzende von Unternehmen, in die Anleger selektiv investieren könnten.

Einfacher ist es entsprechende Klima- oder Strom-Fonds zu kaufen. Swisscanto beispielsweise hat einen Fonds, ein ETF, der in den Sektor mit Strom und Elektrifizierung investiert, aufgelegt. Das Zertifikat (ISIN: LU2908737039) überzeugt angesichts des Booms im Sektor bei seiner Performance. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs verdoppelt. Anlagen in dieses Energie-Segment sind einfach aus keinem gut strukturierten Depot wegzudenken und fast ein Pflicht-Investment für jeden konservativen Anleger mit einem Zeithorizont ab zwei Jahren und mehr.