Autor: Fabio Pellizzari, Leiter Index Solutions im Asset Management der Zürcher Kantonalbank
Ohne Frage: der Boom von Anlagelösungen, die Wertschriften-Indizes «passiv» abbilden, ist ungebrochen. Indexfonds überzeugen mit einer breiten Diversifikation, hoher Liquidität, Transparenz und vergleichsweise tiefen Kosten.
Bei kapitalgewichteten Indizes, welche die Marktkapitalisierung der enthaltenen Titel widerspiegeln, kann es allerdings zu einer erhöhten Gewichtung einzelner Titel kommen. Dies beispielsweise aufgrund von Kapitalerhöhungen oder durch starke Performance – eine systematische Eigenschaft dieser Indizes, die Anlegerinnen und Anleger kennen sollten. Denn in einigen Fällen kann das zu einer erhöhten Abhängigkeit von wenigen grosskapitalisierten Werten führen.
Wo Nestlé, Roche und Novartis den «Magnificent 7» den Rang ablaufen
Derzeit in aller Munde ist die Konzentration wegen den so genannten «Magnificent 7». Gemeint sind die US-Technologie-Giganten Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, NVIDIA und Tesla, deren Aktienkurse massiv vom Boom Künstlicher Intelligenz (KI) profitiert haben. Diese Werte dominieren den US-Leitindex S&P 500 mit zeitweilig bis zu 35% der Marktkapitalisierung und steigern somit den Einfluss des Technologie-Sektors auf die Benchmark.
«Roche, Novartis und Nestlé bringen am SMI vereint rund 45% des Indexgewichts auf die Waage.»
Am Schweizer Markt zeigt sich eine ähnliche Entwicklung: Die Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé dominieren den Schweizer Bluechip-Index Swiss Market Index (SMI) mit einem kombinierten Anteil von rund 45% des Indexgewichts. Selbst im breiter diversifizierten Swiss Performance Index (SPI) beträgt ihr Gewicht immer noch rund 35%. Dies spiegelt die wirtschaftliche Bedeutung dieser Unternehmen wider, kann aber auch zu einer stärkeren Abhängigkeit des Index von deren Kursverlauf führen. Anlegerinnen und Anleger sollten sich dieser Konzentration bewusst sein, da sie sowohl Chancen als auch Risiken birgt.
Gleichwertige Verteilung als Lösung
Dank der Innovationskraft im Index-Segment gibt es dafür allerdings bereits eine Lösung: die gleichmässige Gewichtung, auch bekannt als «Equal Weight». Ziel des Ansatzes ist es, das Risiko gleichmässig auf alle in einem bestehenden Index enthaltenen Titel zu verteilen. Um dies zu erreichen, werden die Bestandteile in regelmässigen Abständen einem so genannten Rebalancing unterzogen, das allen Werten wieder dasselbe Gewicht im Gesamtindex zuweist.
Nachdem der Ansatz bei den weltweit wichtigsten Benchmarks wie dem S&P 500 oder dem Weltaktienindex MSCI World bereits zur Anwendung gelangt ist und auch von der Wissenschaft getestet wurde, hat die Schweizer Börsenbetreiberin SIX im vergangenen April nachgezogen: Im neu aufgesetzten SMI Equal Weight Index erhalten alle 20 im SMI enthaltenen Titel zum Zeitpunkt des Rebalancing eine gleiche Gewichtung von jeweils 5%.
Geeigneter Baustein für das zentrale Anlagesegment «Aktien Schweiz»
Der im Backtesting der SIX ermittelte Vergleich zeigt, dass der SMI Equal Weight Index in positiven Marktjahren von einer breiteren Streuung profitieren konnte und in diesem Zeitraum auch eine vergleichbare bis leicht höhere Rendite als der SPI erzielte. Dazu ist festzuhalten, dass die vergangene Wertentwicklung kein Indikator für den Erfolg in der Zukunft ist.
«Als First Mover hat die Zürcher Kantonalbank den ersten Indexfonds auf die neue Alternative zum Schweizer Bluechip-Index lanciert.»
Daraus folgt aus unserer Sicht: Für Portfolios, die überwiegend in den breiten Schweizer Markt investiert sind, kann sich eine Beimischung des SMI Equal Weight Index als ideale Ergänzung anbieten. Ein mögliches Beispiel wäre die Zuteilung von 80% des Portfolios zu einer Anlagelösung auf den SPI und 20% zum SMI Equal Weight Index. Diese Kombination führt zu einer geringeren Konzentration innerhalb des Portfolios, während das Risiko-Rendite-Profil weitgehend erhalten bleibt.
SMI Equal Weight: Attraktive Beimischung für Portfolios mit Fokus auf Schweizer Aktien (Performance und Risikoentwicklung über 15 Jahre)
Dieser Mechanismus wird nun auch einem breiten Publikum zugänglich gemacht; als «First Mover» hat die Zürcher Kantonalbank im vergangenen Juli mit dem Swisscanto (CH) Index Equity Fund SMI Equal Weight den ersten Indexfonds auf die neue Alternative zum Schweizer Bluechip-Index lanciert. Unserer Meinung nach eignet sich die Equal-Weight-Lösung besonders als Ergänzung zu passiven Lösungen rund um Schweizer Aktien, von Large Caps über Small & Mid Caps bis hin zu Instrumenten wie den Swisscanto ESGeneration ETFs, die auch nachhaltigen Kriterien Rechnung tragen.

Zum Autor: Fabio Pellizzari, 50, ist seit 2020 im Asset Management der Zürcher Kantonalbank tätig. Vor seinem Antritt als Leiter Index Solutions am 1. April 2026 verantwortete er als Leiter ESG Strategie & Development die Entwicklung und Umsetzung der Nachhaltigkeits-Strategie über alle Anlageklassen hinweg. Fabio Pellizzari hält einen Master of Arts Abschluss in Betriebswirtschaft der Universität Zürich mit Schwerpunkt auf Technologie- und Innovationsmanagement.
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Bei Fonds mit Domizil Irland ist die Carne Global Fund Managers (Schweiz) AG Vertreterin. Die Zahlstelle für die irischen Swisscanto Fonds in der Schweiz ist die Zürcher Kantonalbank.

