Das war doch nur eine Frage der Zeit. Als der Schachcomputer Deep Blue von IBM 1996 den damals amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparow besiegte, dämmerte es bereits vielen Menschen, dass das erst der Anfang sein würde. Jetzt, 30 Jahre später, gibt es nicht nur künstliche Intelligenz mit generativer KI, die selbständig neue Inhalte erstellen kann, sondern bereits den KI-Editor Cursor der Firma Anysphere, der in Computerdateien aufgrund von verbalen Vorgaben eines Entwicklers Computercodes schreibt, editiert oder repariert. Und das alles natürlich in Rekordzeit und bei hunderten von Codes gleichzeitig in Sekundenschnelle.

Aber nicht nur die KI hat vermutlich längst auch die klügsten Menschen hinter sich zurückgelassen, sondern auch die hochmodernen neuen Geschöpfe der Tech-Experten, die humanoiden Roboter. Erst vor wenigen Tagen lief ein Roboter bei den World Humanoid Robot Games in China die 100 Meter Sprintstrecke mit 9,39 Sekunden schneller als der schnellste Mensch der Welt Usain Bolt. Der Rekord des Jamaikaners auf dieser Strecke liegt bei 9,58 Sekunden.

Es wird wohl nicht mehr lange dauern und solche humanoiden Roboter können für alles verwendet werden. Ob im Haushalt oder in Unternehmen, egal bei welchen Dienstleistungen. Tesla-Chef Elon Musk hat die Chancen längst erkannt und justiert sein Unternehmen neu. In der Tesla-Fabrik in Fremont Kalifornien wurde die Produktion von Elektroautos Typ Model S und Model X bereits eingestellt und Fertigungslinien für die Massenproduktion von humanoiden Robotern installiert.

Erste Pilotlinien laufen dort bereits. Ende 2026 sollen erste Humanoid-Roboter an ausgewählte Firmenkunden geliefert werden. Ende nächsten Jahres soll dann der offizielle Verkaufsstart von Haushaltsrobotern für die breite Öffentlichkeit sein.

Wie immer denkt Musk auch hier visionär und gross. Bei Preisen je Roboter von unter 20000 bis 30000 Dollar sollen in Fremont schon mittelfristig, bis 2030, eine Million Roboter im Jahr vom Fliessband laufen. Danach will Musk langfristig 100 Millionen Roboter im Jahr herstellen. Den Bedarf weltweit sieht er insgesamt bei zehn bis 20 Milliarden – Milliarden – humanoiden Robotern weltweit.

Es würde dann mehr Roboter als Menschen auf der Erde geben. Langfristig will Musk mit seinen, diesen „Optimus-Robotern“, die in Kalifornien gebaut werden, die unglaubliche Summe von insgesamt etwa 10,0 Billionen – ja, Billionen, nicht aus dem US-Sprachgebrauch „nur“ Milliarden – Dollar verdienen. Musk hält dann einen Börsenwert von Tesla von etwa 8,5 Billionen Dollar für möglich.

Bezogen auf den aktuellen Tesla-Kurs wäre das vielleicht bis etwa Anfang der 2030er-Jahre ein Anstieg auf das Sechsfache oder entsprechend auf Tesla-Kurse von etwa 2000 Dollar.

Die Perspektiven dieser humanoiden Roboter werden aber nicht nur von Musk, sondern von vielen Millionen Anlegern, Marktteilnehmern und Börsianern auch so oder ähnlich eingeschätzt. Die Analysten des Investmenthauses Morgan Stanley sehen zwar nicht ganz so enormes Potential, aber sie halten bis 2050 in diesem Geschäftsfeld ein Marktvolumen von 5,0 Billionen Dollar für möglich. Nur mit humanoiden Robotern. Das wäre in etwa das Fünffache der aktuellen jährlichen Wirtschaftsleistung der Schweiz.

Welche Chancen das Anlegern eröffnen könnte, zeigt der aktuelle Börsengang des chinesischen Start ups für solche humanoiden Roboter, von Unitree Robotics. Die Tranche, die für Privatanleger vorgesehen war, war um das 8000fache überzeichnet. Der Kurs schoss am Tag des IPO am 19. August um bis auf mehr als das Siebenfache nach oben.

Investments in diesem Segment könnten sich also mittel- bis langfristig, wenn die Roboter erst einmal in Masse produziert werden, massiv auszahlen und verspricht dann auch exorbitante Gewinne. In diesen Sektor investieren inzwischen auch schon Banken oder Investmenthäuser und bieten darauf ETFs und ähnlich Produkte an.

Swisscanto legt in den nächsten Tagen ebenfalls ein tracker Zertifikat auf den hoffnungsträchtigen Sektor der Robotic auf und investiert dabei in vielversprechende Unternehmen dieses neuen Tech-Segments. Hier mehr erfahren.

Angesichts der Einschätzung eines Elon Musk, aber auch seitens der Analysten etwa einer Investmentbank Morgan Stanley, könnte aus Roboter-Unternehmen tatsächlich in einigen Jahren, Anfang der 2030er-Jahre, etwas gigantisches werden, wie vor 25 Jahren mit dem Internet.