Die besten Schweizer Fonds und Fonds-Häuser

Zum 26. Mal kürte Morningstar in Zusammenarbeit mit cash die besten Fonds-Häuser und Anlagefonds der Schweiz. Hier sind die Gewinner.
10.03.2016 06:56
Von Daniel Hügli
Die Gewinner des Morningstar Fund Awards Switzerland 2016.
Bild: cash

"Morningstar Fund Awards Switzerland": Die zeremonielle Auszeichnung der besten Anlagefonds und der besten Fondsanbieter der Schweiz durch die Fondsanalysegesellschaft Morningstar ist einer der Höhepunkte des Schweizer Finanzjahres. Auch dieses Jahr wollte sich die Crème de la Crème der Schweizer Fondsbranche die Verleihung der Awards, die wie jedes Jahr in Zusammenarbeit mit dem Finanzportal cash.ch erfolgte, nicht entgehen lassen.

Die über 200 Gäste im Zürcher Club "Plaza" sahen Auszeichnungen, die traditionell in zwei Teilen vergeben wurden: In der Königsklasse "Fund House Awards" kamen die drei besten Fondshäuser zu Preisen. Und bei den "Category Awards" wurden die besten Einzel-Anlagefonds unter insgesamt sechs Kategorien ausgezeichnet (Übersicht mit Beschreibung siehe unten).

Mit den Morningstar-Awards ausgezeichnet werden jeweils jene Fondsgesellschaften und Anlagefonds mit der besten relativen Performance. Also die Anbieter und Fonds, die über einen längeren Zeitraum unter Berücksichtigung des eingegangenen Risikos innerhalb der Vergleichsgruppe die besten Resultate erzielt haben.

Bei den besten Fondshäusern setzte sich in der Kategorie "Multi-Asset" der US-Fondsanbieter Fidelity Investment durch. Bei dieser Kategorie, die schon in den letzten zwei Jahren an Fidelity ging, geht es um die Bewertung der gesamten Produktpalette über alle Anlage-Klassen hinweg. Gerade in Zeiten von unruhigen Märkten wie in den letzten zwei Monaten sind solche Anlageklassen schwierig zu managen.

"Retailanleger waren in letzten Wochen nervös"

Die Hektik an den Märkten spürten auch die Fondsanbieter: "Die Retailanleger waren in den letzten Wochen sehr nervös", sagt Gewinner Alexandre Sauterel im cash-Video-Interview auf die Frage nach dem Anlageverhalten "seiner" Kunden. Grosskunden dagegen, sagt der Leiter Verkauf Schweiz von Fidelity, hätten die Situation an den Börsen genutzt, um bei Anlagen einzusteigen. 

Die Blackrock-Tochtergesellschaft iShares konnte in der Kategorie "Fixed-Income" den ersten Platz der besten Fondshäuser gewinnen - wie schon letztes Jahr. iShares ist der Marktführer für börsenkotierte Indexfonds (Exchange Traded Funds oder kurz ETF). 

Laut Christian Gast, Chef von iShares Schweiz, wird sich die Nachfrage nach ETF in der Schweiz weiter vergrössern. "Wir hatten ja schon grosse Nachfrage bei ETF im Aktienbereich. Die Nachfrage wird nun auch im Obligationenmarkt zunehmen, vor allem imBereich von Unternehmensanleihen und hochverzinslichen anleihen", ist Gast überzeugt

Im anderen grossen Teil der Morningstar-Awards, den "Category Awards", wurden herausragende Leistungen auf Einzelfondsebene ausgezeichnet. Es gab insgesamt sechs Einzelgewinner. Auffallend ist der Sieger in der Kategorie des besten Schweizer Fonds bei Small- und Mid-Caps.

Es ist der bei cash.ch in der Vergangenheit schon mehrfach erwähnte Anlagefonds "AMG Substanzwerte". Zum typischen Bild dieses Fonds gehörte es in der Vergangenheit, in eher schwierigen Jahren eine Outperformance zu erzielen, so etwa im letzten Jahr oder 2011. Derweil hinkt der Fonds in Phasen von grossen Börsenhaussen dem breiten Markt hinterher. Langfristig hat diese Taktik zu guten Ergebnissen geführt.

Sehen Sie hier auch den Video-Bericht zu den Preisverleihungen. Unter cash.ch/fundawards sehen Sie zudem Fotos der "Morningstar Fund Awards". Dort finden Sie auch die ausführlichen Ranglisten.

Übersicht: Die besten Fondshäuser

Kategorie Aktien: First State Investments

Die Tochtergesellschaft der Commonwealth Bank of Australia bietet eine Fülle von Investments wie Fonds für REITs, Infrastruktur und Rohstoffe an, umfasst aber auch die Investmentboutiquen First State Stewart Asia und Stewart Investors mit Schwerpunkt. Diese Boutiquen wurden im Juli 2015 gebildet und operieren als autonome Einheiten innerhalb von First State Investments. Insgesamt flossen die Daten zu 30 Aktienfonds in die Auswertung ein. Das Haus zeichnet sich aus durch eine ausgeprägte Investmentkultur. Zudem bringt das Kapazitätsmanagement die erfreuliche Praxis für Anleger mit sich, Fonds bei hohen Zuflüssen für neue Investments zu schliessen, was im Interesse der Bestandsanleger ist. Die grössten Stärken zeigten Fonds für Asien-, Schwellenländeraktien und globale Aktien.

Kategorie Fixed-Income: iShares

Mit dem Marktführer für börsenkotierte Indexfonds meldet sich ein "alter Bekannter" zurück. Erneut konnte auf der Obligationenseite die BlackRock-Tochter iShares den ersten Platz der Fund House Awards gewinnen. Dieser Sieg, der auf der Bewertung von 36 Indexfonds basierte, deutet das Erfolgsrezept für Bond-Fonds in Zeiten tiefster bzw. negativer Zinsen stehen: Tiefe Kosten werden bei Obligationenfonds künftig ein noch wichtigerer Erfolgsfaktor sein. Zudem: Während bei diversifizierten Bonds die meisten Manager angesichts der fortwährenden Bond-Hausse "zu kurz" auf der Durationseite sind, hatten Indexfonds grünes Licht. Dabei konnte der ETF-Marktführer zahlreiche Bond-Segmente abdecken und sich inzwischen als Allrounder bei Bonds etablieren.

Kategorie Multi-Asset: Fidelity International

Fidelity schickte in der Schweiz 110 Anlagefonds ins Rennen, 78 davon waren Aktien-, 13 gemischte und 19 Obligationenfonds. Ein Kennzeichen des Hauses sind die umfangreichen Ressourcen. Neben der gut ausgestatteten Londoner Niederlassung verfügt das Unternehmen über ein grosses Team von mehr als 100 Fondsmanager und Analysten in lokalen Märkten in Europa und Asien. Die Vergütungsstruktur der Investmentprofis hat sich seit 2011 verbessert. Der Bewertungszeitraum, nach dem Aktienanalysten beurteilt werden, wurde von zuvor ein und zwei Jahren auf ein und drei Jahre erweitert. Die Vergütung der Kreditanalysten beruht weiterhin auf den Einschätzungen der wichtigsten Empfänger ihres Researchs. Eine Schwachstelle der Fondspalette sind allerdings die Gebühren, die für einige der grösseren Fonds geringer ausfallen könnten.

 

Übersicht: Sieger der "Category Awards" (beste Einzelfonds)

Best CHF Allocation Fund: UBS (CH) Vitainvest

Der ausgewogene Mischfonds hat eine Aktienbandbreite von 43-50 Prozent. Er wird seit Mai 2012 bzw. Dezember 2013 von Andreas Koester und Vincent Duval verantwortet. Der Anlageschwerpunkt liegt sowohl auf der Aktien- und Anleiheseite auf der Schweiz. Der UBS Vitainvest konnte nicht nur 2015 gegenüber der Konkurrenz aus der Kategorie überzeugen, bislang landete der Fonds in jedem Jahr seit seiner Auflegung im Jahr 2010 in der oberen Hälfte seiner Vergleichsgruppe. Der Fund of Funds verfolgt einen Multi-Manager-Ansatz. Neben intern verwalteten Fonds investiert er damit auch in Mandate externer Manager.

Best CHF Fixed-Income Fund: AXA IM Swiss Fund - Bonds CHF A Ac

Fondsmanager Richard Mooser verantwortet den Fonds seit Auflegung im Oktober 2010. Er investiert vor allem in CHF-Obligationen inländischer und ausländischer Emittenten vor allem aus dem Investmentgrade-Bereich A-AAA.  Es handelt sich hier um einen Fonds, der insgesamt benchmarkbewusst agiert und durch zahlreiche kleine aktiven Wetten und kurzfristige Trades die Zusatzerträge generiert. Das war nicht nur 2015 erfolgreich: Mit Ausnahme des Jahres 2013 übertraf der Fonds den Durchschnitt Schweizer Bondfonds und lag auch 2012, 2014 und in diesem Jahr deutlich vor der Benchmark Citi Swiss GBI CHF. 

Best Europe Equity Fund: E.I. Sturdza Funds - Strategic Europe Value Fund EUR Acc

Dieser Fonds wird von Willem Vinke aus dem Hause Lofoten Asset Management beraten. Er verfügt über eine 20-jährige Erfahrung und hat exzellente Ergebnisse mit seinen vorherigen Mandaten erzielt. Investiert in Qualitätsunternehmen mit einem substanziellen Abschlag zum fairen Wert, der anhand eigener Discount-Cashflow-Modell ermittelt wird. Im Ergebnis der Aktienauswahl steht ein Portfolio, das aus 25 bis 35 Aktien besteht. 

Best Global Equity Fund: Valueinvest Lux Global A Cap

Fondsmanager Jens Hansen ist seit Ende 2001 an Bord und leitet das fünfköpfige Investmentteam. Seither konnte er den MSCI World deutlich übertreffen. Im Vergleich zu grossen Häusern ist das Team zwar überschaubar, kann aber mit Erfahrung und Effizienz punkten. Der sehr gut strukturierte Prozess setzt auf Verlustbegrenzung. Daraus resultiert eine Präferenz für Unternehmen mit stabilen Erträgen und soliden Finanzen.

Best Switzerland Large-Cap Equity Fund: Ungestion Swiss Equities

Fondsmanager Fiona Frick und Alexei Jourovski vom Genfer Haus Unigestion verfolgen einen Minimum Varianz Ansatz. Im Vordergrund steht die Minimierung der Verluste und nicht die Maximinierung der Erträge, weshalb die Performance in Hausse-Phasen hinter der Benchmark zurückbleiben kann. Das zeigt sich in den Jahren 2010, 2012 und 2013. In den eher schwierigen Jahren 2011 und 2015 (wie auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres) konnte der Ansatz die in ihn gehegten Erwartungen erfüllen. Auf Ebene der Einzeltitel konnten die Fondsmanager im letzten Jahr mit Wetten auf Galenica, Syngenta, Swiss Re und UBS punkten.

Best Switzerland Small/Mid-Cap Equity Fund: AMG Substanzwerte Schweiz A

Fondsmanager Roger Fischer und Patrick Hofer investieren vor allem in wenig beachtete Nebenwerte. Ihr Anspruch, durch Absicherungsstrategien die Risiken zu begrenzen, wurde durch die moderaten Risikokennzahlen untermauert. Zum typischen Bild dieses Fonds gehörte es in der Vergangenheit, in eher schwierigen Jahren die Outperformance zu erzielen. So der Fall 2011 und 2015. Derweil hinkte der Fonds in High-Beta-Phasen dem breiten Markt typischerweise hinterher. Langfristig hat das zu glänzenden Ergebnissen geführt. Typischerweise bewegt sich der Fonds eher im Small Cap als im Mid Cap Segment. Zuletzt waren vor allem Versorger und zyklische Konsumgüter gegenüber vergleichbaren Produkten übergewichtet.

(Mitarbeit: Ali Masarwah, Morningstar)