UBS legt erste Saron-Immobilienfinanzierungen auf

UBS reagiert mit der Entwicklung neuer Saron-Produkte auf dem Schweizer Finanzplatz auf die anstehende Ablösung des Libor. Der Wechsel von Libor - auf Saron-referenzierende Produkte stellt einen Paradigmenwechsel im Kredit- und Hypothekargeschäft dar.
03.12.2019 22:33

UBS übernimmt eine Pionierrolle in der Entwicklung neuer Saron-Produkte. (Bild: Shutterstock/Bijaya Malla)

UBS übernimmt eine Pionierrolle in der Entwicklung neuer Saron-Produkte. (Bild: Shutterstock/Bijaya Malla)

UBS legt im Rahmen eines Pilotprojektes für ausgewählte Kunden erstmals Saron-Immobilienfinanzierungen im Wert von mehr als 25 Millionen Franken auf. Die Einführung der Saron-Hypothek ist im Verlauf des Jahres 2020 geplant, wie UBS bekanntgab. Saron steht für Swiss Average Rate Overnight. UBS setze sich intensiv mit der globalen Einführung alternativer Referenzzinssätze auseinander, welche den Libor (London Interbank Offered Rate) in den kommenden Jahren ablösen werden. Man plane, im Verlauf des Jahres 2020 erste Saron-Hypotheken als Alternative anzubieten. Weitere Saron-Produkte sollen 2021 folgen.

Der Saron ist ein Referenzzinssatz für Schweizer Franken. Er wird täglich auf Basis abgeschlossener Transaktionen und Kurse im Schweizer Geldmarkt berechnet und von der Schweizer Börse SIX administriert. Um aus den Tagessätzen einen Referenzzinssatz über eine Laufzeit zu erhalten, wird der sogenannte "SARON Compound" gebildet. Dieser errechnet sich am letzten Tag der Zinsperiode aus dem Durchschnitt der aufgezinsten Tagessätze und wird als Referenz für einen grossen Teil von Kreditprodukten in Schweizer Franken verwendet werden.

Paradigmenwechsel im Kredit- und Hypothekargeschäft

Der Wechsel von Libor - auf Saron-referenzierende Produkte stellt einen Paradigmenwechsel im Kredit- und Hypothekargeschäft dar, da der Referenzzinssatz neu erst am Ende der Zinsperiode bekannt ist. Trotzdem hat die Produktumstellung laut UBS für Kunden keine signifikanten finanziellen Änderungen zur Folge. Libor und Saron sind in der Vergangenheit kaum voneinander abgewichen. Analog zum Libor basieren Saron-Produkte auf einem publizierten Referenzzinssatz zuzüglich einer individuell festgelegten Marge. Bei negativen Referenzzinssätzen werden in der Berechnung des Kundenzinssatzes weder bei Libor- noch bei Saron-Produkten Werte kleiner als 0 angewandt.

Seit der Finanzkrise vor rund zehn Jahren ging die Zahl der Transaktionen im Interbankenmarkt deutlich zurück, insbesondere nachdem im Jahr 2011 betrügerische Manipulationen des Referenzzinssatzes aufgedeckt wurden, in die mehrere Banken verwickelt waren. Der Libor-Skandal führte zu Vergleichen und Bussen der beteiligten Banken in Höhe von mehreren Milliarden Dollar. Dies erschütterte die Glaubwürdigkeit des Libor-Systems.

Die britische Financial Conduct Authority kündigte 2017 an, dass sie den Libor per 31. Dezember 2021 nicht mehr unterstützen werde. Dies beschleunigte den Übergangsprozess und die Marktteilnehmer begannen, alternative Referenzzinssätze für einen soliden und robusten Finanzmarkt zu bestimmen. In der Schweiz hat die Nationale Arbeitsgruppe für Referenzzinssätze in Schweizer Franken den Saron als Nachfolger für den "CHF LIBOR" empfohlen.

Dieser Artikel wurde cash von Investrends.ch zur Verfügung gestellt.
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