Börse - Gleich mehrere Aktien aus der Schweiz im Zentrum von Abspaltungs-Spekulationen

Ein Strategiepapier stellt Sulzer ins Zentrum von Abspaltungsfantasien. Doch auch bei anderen Schweizer Aktien kochen Spekulationen hoch. - Und: Tüftelt Zurich Insurance an einer Neuauflage des Aktienrückkaufprogramms?
18.03.2021 11:57
cash Insider
Gleich mehrere Aktien aus der Schweiz im Zentrum von Abspaltungs-Spekulationen
Bild: © kasto/fotolia.com

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Morgan Stanley stuft die Aktien von Sulzer bloss mit "Equal-weight" und einem Kursziel von 107 Franken ein. Das ist soweit eigentlich nichts, um darüber zu schreiben – wäre da nicht eine 33 Seiten starke Strategiestudie der amerikanischen Investmentbank zum Thema Bereichsabspaltungen.

In der Studie rechnet der Mitautor mit dem atemberaubenden Namen Aurelio Calderon Tejedor nämlich vor, dass der Pumpenspezialist aus Winterthur mit einer Abspaltung von Applicator Systems im grösseren Stil Aktionärswerte schaffen könnte.

Dem Analysten zufolge steuerte der Geschäftszweig im letzten Jahr 11 Prozent zum Gruppenumsatz bei. Mit 12,7 Prozent lag die operative Marge zwar deutlich unter den 21 Prozent aus dem Vorjahr, gleichzeitig aber noch immer über der sämtliche Geschäftszweige übergreifenden operativen Marge von 9 Prozent.

Eine Abspaltung von Applicator Systems würde aus Aktionärssicht insofern Sinn machen, als dass der Forschungs- und Entwicklungsetat mit 6 Prozent des Umsatzes mehr als doppelt so hoch ist wie bei den übrigen Geschäftszweigen. Hinzu komme die hohe Kapitalbindung in Sachen Umlaufvermögen, so der Analyst weiter.

Pläne hierfür hat Sulzer in der Vergangenheit zumindest schon mal angedeutet. Dass aus Schweizer Sicht bloss der Pumpenspezialist unter den elf in der Strategiestudie gekannten europäischen Unternehmen mit Abspaltungsfantasien zu finden ist, ist schon fast ein bisschen beschämend.

Denn auch die Credit Suisse sorgt heute Donnerstag gleich selber für Abspaltungsspekulationen. Die kleinere der beiden Schweizer Grossbanken trennt das Asset Management im Zuge der Greensill-Affäre wieder als eigenständige Sparte aus dem Wealth Management heraus. Gleichzeitig holt sie Ulrich Körner an die Spitze dieser Sparte. Körner leitete zwischen 2014 und 2019 das Asset Management bei der Erzrivalin UBS.

Beobachter sehen darin Anhaltspunkte für eine spätere Abspaltung oder Verschmelzung des Asset Management der Credit Suisse mit ähnlich gelagerten Geschäftsbereichen einer anderen Bank.

Bei Clariant kursieren hingegen Gerüchte, wonach der geplante Verkauf des Pigmente-Geschäfts früher als gedacht über die Bühne gehen könnte. Darf man Branchenkennern Glauben schenken, dann könnte der Baselbieter Spezialitätenchemiehersteller bis zu 900 Millionen Franken für diese Aktivitäten lösen. Den Aktionären würde dann wohl eine weitere Sonderdividende winken.

Davon will die Société Générale vorerst allerdings nichts wissen. Sie stuft die Aktien von Clariant von "Buy" auf "Hold" herunter. Das 12-Monats-Kursziel gibt die französische Grossbank neuerdings mit 20 (zuvor 18) Franken an.

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Noch vor wenigen Tagen sah alles danach aus, als ob die Aktien von Zurich Insurance endlich wieder auf über 400 Franken zurückfinden würden. Es sollte bei einem blossen Flirt bleiben.

Für gewöhnlich läutet der Dividendenabgang von Anfang April bei den Valoren der Versicherungsgruppe aus Zürich die wohl schwächste Phase des ganzen Jahres ein. Manchmal dauert es Wochen, wenn nicht gar Monate, bis die zur Ausschüttung kommenden 20 Franken wieder wettgemacht sind. Da werde ich langjährigen Aktionärinnen und Aktionären vermutlich nichts Neues erzählen.

Doch es gibt auch Jahre, in denen alles anders ist – getreu dem Motto: Ausnahmen bestätigen die Regel. Dieses Jahr könnte ein solches Jahr sein. In einer Telefonkonferenz organisiert von der Berenberg Bank lässt Finanzchef George Quinn nämlich durchblicken, dass Aktienrückkäufe wieder ein Thema werden könnten. Zum einen dürfte sich die SST-Quote zuletzt auf über 200 Prozent erholt haben und zum anderen will Zurich Insurance die Kapitalbindung im Lebensversicherungsgeschäft verringern. Letzteres setzt zusätzliche Mittel frei.

Darf man dem für die Berenberg Bank tätigen Michael Huttner Glauben schenken, dann äusserte sich Quinn auch positiv zum Tagesgeschäft. Der Versicherungsanalyst – er gilt schon seit seiner Zeit bei J.P. Morgan als ein profunder Branchenkenner – rät denn auch mit einem Kursziel von 451,90 Franken zum Kauf der dividendenstarken Aktien.

Die Papiere von Zurich Insurance zählen übrigens zu meinen neun Schweizer Aktienfavoriten für 2021.

 

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