Grosse Bankenstudie - Analyst feiert CS-Aktie als «Dividendenwunder»

Ein bekannter Bankenanalyst rät aufgrund von Dividendenüberlegungen zum Kauf der Aktien der Credit Suisse - Und: Was die Derivatmärkte über die anstehenden Zahlen bei Novartis, UBS, ABB und LafargeHolcim verraten.
15.10.2019 12:30
cash Insider
Analyst feiert CS-Aktie als «Dividendenwunder»
Bild: fotolia.com

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Keine 10 Wochen mehr, dann neigt sich das Börsenjahr 2019 dem Ende zu. Und sofern sich das schon heute sagen lässt, wird es als ein guter Jahrgang in die Geschichtsbücher eingehen. Schliesslich liegt der Swiss Market Index (SMI) um 19 Prozent höher als noch zu Jahresbeginn. Die Dividendenabgänge aufgerechnet sind es sogar fast 23 Prozent.

Wer allerdings auf die Aktien von UBS und Credit Suisse setzte, hinkt dem breiten Markt bis heute weit hinterher. Mit einem Minus von fast 10 Prozent zählen die Papiere der UBS gar zu den diesjährigen Schlusslichtern aus dem SMI. Die bei stolzen 6,3 Prozent liegende Dividendenrendite zeugt von einem hohen Misstrauen.

In einer 27 Seiten starken Studie über europäische Banken preist der für Goldman Sachs tätige Analyst Jernej Omahen nun aber nicht die Aktien der grössten Schweizer Bank, sondern ausgerechnet jene der ewigen Erzrivalin Credit Suisse als eines von zehn "Dividendenwundern" zum Kauf an - wobei diese Bezeichnung wohl etwas zu hoch greift. Denn die direkte Dividendenrendite liegt bei der kleineren der beiden Schweizer Grossbanken gerade mal bei etwas mehr als 2 Prozent. Die Differenz zu den von Omahen errechneten 6,5 Prozent ergibt sich aus dem milliardenschweren Aktienrückkaufprogramm.

Kursentwicklung der Aktien der Credit Suisse seit 2014 (Quelle: www.cash.ch)

Die Credit Suisse selbst will den Aktionären mindestens die Hälfte des Jahresgewinns über Dividenden und Aktienrückkäufe ausschütten, wobei das Schwergewicht auf letzteren liegt. Die andere Hälfte des Jahresgewinns soll in Wachstumsinitiativen sowie in die Stärkung der Eigenkapitalbasis fliessen.

Ganz so uneigennützig wie die auf die Dividende abgestützte Empfehlung des Goldman-Sachs-Analysten daherkommt, ist sie dann doch nicht. Schliesslich rät er seit mehr als fünf Jahren unentwegt zum Kauf der Papiere. Gab Omahen das 12-Monats-Kursziel in der Spitze mit mehr als 36 Franken an, lautet es zuletzt noch 18,40 Franken. Doch auch davon sind wir heute weit entfernt.

Noch lässt sich nur schwer abschätzen, wie hoch bei der Credit Suisse die Dividende für das laufende Jahr ausfallen wird. Wichtige Erkenntnisse erhoffe ich mir diesbezüglich von der Quartalsergebnisveröffentlichung vom 30. Oktober. Dann dürfte sich zeigen, ob und in welchem Ausmass sich die stark rückläufigen Zinsen in den unterschiedlichen Geschäftsdisziplinen in der Gewinnentwicklung niedergeschlagen haben.

Die Aktien von UBS und Credit Suisse werden auch in Zukunft immer mal wieder für eine Aufholjagd und ein paar Kursfranken gut sein. Als langfristige Anlage eignen sie sich jedoch nicht.

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Letzten Donnerstag legte Givaudan als erstes Grossunternehmen aus dem Swiss Market Index (SMI) die Neunmonatsumsatzzahlen vor. Die Aktien des Aromen- und Duftstoffherstellers aus Genf reagierten an diesem Tag mit einem Kurssprung von gut 2 Prozent auf den ziemlich überzeugenden Zahlenkranz.

Da liegt es geradezu auf der Hand, dass die Quartalsberichterstattung auch bei den Papieren des einen oder anderen SMI-Unternehmens für Kursbewegungen sorgen könnte.

Interessante Aussagen entnehme ich in diesem Zusammenhang einer Publikation der britischen Barclays. Darin folgern die Autoren um Maneesh Deshpande von den Derivatmärkten auf den Umfang der Kursbewegung am Tag der Ergebnisveröffentlichung.

Die Aktien von ABB erholen sich etwas vom Rücksetzer von vor zwei Wochen (Quelle: www.cash.ch)

Die grösste Kursverschiebung - nämlich eine von nicht weniger als 4 Prozent - erwarten die Derivatstrategen bei den Aktien von LafargeHolcim. Auf Kursbewegungen im Umfang von 3,82 beziehungsweise 3,77 Prozent schliessen sie hingegen bei jenen von UBS und ABB. Da kommen die 1,58 Prozent, um die sich das Indexschwergewicht Novartis am Tag der Ergebnispräsentation bewegen sollte, regelrecht zahm daher.

Mich machen diese Prognosen ziemlich neugierig. Der Ansatz ist spannend, von den Derivatmärkten auf anstehende Firmenereignisse zu schliessen. Ob die für Barclays tätigen Derivatstrategen richtig liegen, dürfte sich am kommenden Dienstag zeigen. Dann nämlich legen mit der UBS und Novartis gleich zwei der genannten Unternehmen ihre Zahlenkränze vor...

 

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