Handelsstreitigkeiten - Geraten UBS und Credit Suisse ungewollt zwischen die Fronten?

Nun auch das noch: Die britische Barclays sieht in UBS und Credit Suisse mögliche Opfer des Handelsstreits. Und das mit möglichen Folgen für die Aktienkurse der beiden Grossbanken.
26.08.2020 12:30
cash Insider
Geraten UBS und Credit Suisse ungewollt zwischen die Fronten?
Bild: © kasto/fotolia.com

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Dass der für Barclays tätige Amit Goel nicht gut auf die Aktien der beiden Schweizer Grossbanken zu sprechen ist, ist nicht neu. Die Valoren der UBS empfiehlt der bekannte Bankenanalyst schon seit Januar 2018 mit "Underweight" zum Verkauf – zuletzt mit einem Kursziel von gerade einmal 9,50 Franken. Wer nun denkt, dass jene der Credit Suisse bei ihm besser davonkommen, der irrt. Seit diesem April stuft er auch die Papiere der Platzrivalin mit "Underweight" und gar nur einem Kursziel von 8,50 Franken ein.

In einem mir aus London zugespielten Kommentar warnt Goel nun auch noch vor den Folgen einer erneuten Eskalation im Handelsstreit zwischen den beiden Wirtschaftssupermächten USA und China auf das Tagesgeschäft der Schweizer Grossbanken. Seines Erachtens beschränken sich die möglichen Folgen bei UBS und Credit Suisse nicht bloss auf die Höhe der verwalteten Vermögen, sollte es an den Finanzmärkten deswegen zu einem Rücksetzer kommen. Vielmehr schätzt der Bankenanalyst, dass den Banken in Asien momentan zwei von drei Neugeld-Franken aus China oder Hongkong zufliessen.

Seine Schlüsselbotschaft: Sollte sich das gegenseitige Verhältnis der beiden Wirtschaftssupermächte eintrüben, könnte das seine sonst schon tiefen Kursziele für die Aktien der beiden Schweizer Grossbanken noch einmal um bis zu 9 Prozent schmälern.

Kursentwicklung der Aktien von UBS und Credit Suisse während den letzten zwei Wochen (Quelle: www.cash.ch)

Nachdem die Regierung in China in den letzten Tagen zu verstehen gab, das erste Teilabkommen erfüllen zu wollen, stehen die Zeichen zwischen Washington und Peking eher wieder auf Entspannung. Ein Blick auf die Handelsstatistiken verrät allerdings, dass China bei der Einfuhr amerikanischer Güter den ursprünglichen Plänen seit Jahresbeginn weit hinterher hinkt. Ausserdem wäre ich nicht überrascht, würde der amerikanische Präsident Donald Trump die Situation im Hinblick auf die Wahlen vom November noch einmal eskalieren lassen – und sei es bloss, um von den eigenen Verfehlungen im Umgang mit der Covid-19-Pandemie abzulenken.

Nicht minder wichtig für die künftige Aktienkursentwicklung ist, wie UBS und Credit Suisse auf die momentanen Herausforderungen reagieren werden. Die kleinere der beiden Grossbanken gab am gestrigen Dienstag einen kleinen Vorgeschmack auf das, was noch folgen könnte: Sie kündigte unverblümt eine drastische Kürzung des Filialnetzes in der Schweiz von 146 auf 109 Geschäftsstellen an.

Der Applaus der Börse blieb jedoch aus. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass sich der bekannte Substanzinvestor Dodge & Cox zuletzt bei beiden Grossbanken von Titeln trennte. Was genau die Amerikaner dazu veranlasste, ist nicht bekannt.

Vielleicht reift auch beim Substanzinvestor die Erkenntnis, dass es den Schweizer Grossbanken in den letzten Jahren nicht gelungen ist, nachhaltig Aktionärswerte zu schaffen. Zumindest an der Börse sind sowohl die UBS als auch die Credit Suisse nur noch ein Schatten ihrerselbst.

 

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